Rock gegen rechts Und plötzlich steht der Grönemeyer auf der Bühne

Das Dorf Jamel gilt als Neonazi-Hochburg. Seit Jahren findet dort ein Musikfestival gegen Rechtsextremismus statt. Dieses Jahr kam wieder ein Überraschungsgast nach Mecklenburg-Vorpommern.

DPA

Die 1200 Besucher des Festivals staunten nicht schlecht, als Herbert Grönemeyer die Bühne enterte. Der 62-Jährige spielte Hits wie "Mensch", "Alkohol", "Männer" und "Die Härte". "Ich bin jetzt 62, ich habe noch nie eine Zeit erlebt, in der es so wichtig war, laut zu sein", sagte Grönemeyer mit Blick auf die Gefahr von rechts.

"Jamel rockt den Förster" oder auch "Forstrock" heißt die Veranstaltung, die 2007 als Zeichen gegen rechts von einem ortsansässigen Ehepaar ins Leben gerufen wurde. 2015 wurde das Festival deutschlandweit bekannt: Es gab einen Brandanschlag aus der rechten Szene auf eine Scheune des Hofs, auf dem das Open Air stattfindet. Daraufhin entschlossen sich die Toten Hosen zu einem spontanen Auftritt.

Seitdem haben prominente Überraschungsgäste auf dem kleinen Festival Tradition. 2016 kamen Die Ärzte, 2017 die Beatsteaks und Slime, 2018 nun Grönemeyer - ihm folgten ebenfalls prominente Acts wie Kettcar sowie die Rapper Marteria und Casper. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) ist Schirmherrin und besuchte "Jamel rockt den Förster" ebenfalls. Die 1200 Tickets für das Festival waren schon seit Februar ausverkauft.

mhe



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wwmaker 25.08.2018
1. Alphaville waren 2014, die ersten
welche als "grosse" Band dort aufgetreten sind. Der Unterschied zu den "Toten Hosen" ist nur der, sie hängen es nicht an die grosse Glocke.
123peterfly 25.08.2018
2. Man stelle sich das Gegenteil vor
Ein Konzert gegen links, das wärs. Leichter könnte man Menschen mit einer Doppelmoral nicht entlarven. Angenommen ein paar rechte Bands würden sich versammeln, die Artikel kann ich mir schon vorstellen. Kritik ist in vernünftigem Ausmaß immer angebracht. Doch bitte von beiden Seiten:)
marior 25.08.2018
3. Auf Grönemeyer warte ich schon lange,
nämlich dass er DEN großen humanistischen gegen-rechts Song bringt. Holofernes beschäftigt sich ja nur noch mit sich selbst.
Horst aus Wien 25.08.2018
4.
Zitat von 123peterflyEin Konzert gegen links, das wärs. Leichter könnte man Menschen mit einer Doppelmoral nicht entlarven. Angenommen ein paar rechte Bands würden sich versammeln, die Artikel kann ich mir schon vorstellen. Kritik ist in vernünftigem Ausmaß immer angebracht. Doch bitte von beiden Seiten:)
Es ist auch schwer vorstellbar dass dumpfe Gesänge über Blut und Boden, Landser-, Brenn-, Raub- und Mordromantik gepaart mit rassistischen Ausfällen und Bedrohung politisch anders denkender zu einer postiven Kritik ausserhalb des stinkenden braunen Sumpfes führen. Gar nicht davon zu reden dass das Anzünden der Scheune eines Bauern in diesem "Völkchen" noch als Heldentat gilt. Pfui allen die so denken! Und Bravo all den tollen Künstlern, die dort auftreten.
jjupiter 25.08.2018
5. Oldschool
Da hat der Herbie in den 80ern und 90ern doch hin und wieder mal den einen oder anderen guten Song rausgehauen - in den 2010ern leidet er leider mittlerweile an politischer Demenz. In dern 80ern gegen was zu sein war ja ganz cool es gab Band Aid und so und das war auch ok - mittlerweile hat sich die Welt aber geändert in D - das kriegt der Herbie in seinem englischen Palast aber anscheinend nicht mehr so ganz mit - und das unreflektierte Gesäusel der alten Herren der Toten Hosen Ärzten Lindenbergs und Grönemeyers ist dann vielleicht doch eine andere Welt. In einer Zeit wo Flüchtlinge und Migranten von Politikern gegen die eigene Bevölkerung ausgespielt werden - wo in D mittlerweile mit zweierlei Maß gemessen wird (siehe Özil Debatte) ist sowas einfach nicht mehr lustig. Vielleicht sollte Herbie mal die Gazetten studieren, und realisieren, dass es sehr viele Probleme und Sorgen mit diesem Thema gibt, die sich mit diesem OneWorld Geträume nicht lösen lassen. Und nicht überall wo Rassismus draufsteht ist auch Rassismus drin - sondern einfach Realpolitik
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