Roger Waters in Israel "Reißt die Mauer nieder"

Pink-Floyd-Gründer Roger Waters hat ein Konzert in Israel zu einem flammenden Friedensappell genutzt. Bei seinem Auftritt gestern Abend rief er mehr als 50.000 begeisterte Fans auf, die Mauer zwischen Israel und Palästinensern einzureißen.


Jerusalem - "Eure Generation ist dazu fähig, diese Mauer niederzureißen", rief der 63-jährige Musiker seinem Publikum zu, während er den berühmten Pink-Floyd-Song "Another Brick in the Wall" spielte. Das Stück ist zur Protesthymne gegen Israels Sperrwall geworden; sein Refrain lautet in der Neufassung: "We don't need no occupation - we don't need no racist wall"  - "wir brauchen keine Besatzung - wir brauchen keine Rassistenmauer".

Musiker Waters an Israels Sperrwall: Keine Kontrolle
AFP

Musiker Waters an Israels Sperrwall: Keine Kontrolle

Das Konzert fand in der Nähe von Neve Schalom statt. Der Ort westlich von Jerusalem, in dem Juden, christliche Araber und Moslems zusammenleben, gilt als Symbol friedlicher Koexistenz.

Am Mittwoch hatte Waters bereits die Maueranlage in Ost-Jerusalem aufgesucht. Dort schrieb er mit einer Sprühdose unter anderem "Reißt die Mauer nieder" auf die Absperrung. "Es ist ein grauenhaftes Bauwerk", sagte Waters zur "BBC", "ich habe Bilder von ihm gesehen und viel von ihm gehört, aber ohne vor Ort zu sein, lässt sich kaum ermessen, wie unterdrückerisch es ist."

Ursprünglich hatte Waters in Tel Aviv auftreten wollen, sagte ein dort für Juni geplantes Konzert aufgrund von Protesten palästinensischer Künstler jedoch ab. Musiker hatten einen Offenen Brief an den Briten verfasst, in dem sie Unterdrückung und Gewalt durch den israelischen Staat anprangerten.

dan/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.