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Justizposse ums Bolschoi-Theater: Russin fordert Schadensersatz nach Opernbesuch

Die Aufführung gehört wegen "alkoholisierter sexueller Ausschweifungen" verboten - und sie will umgerechnet 25.000 Euro Schadensersatz: Eine empörte Russin hat nach dem Besuch des Bolschoi-Theaters die Justiz eingeschaltet. Doch ihre Klage wurde abgeschmettert.

Das Moskauer Bolschoi-Theater: Die Traditionsbühne wurde aufwendig renoviert Zur Großansicht
DPA

Das Moskauer Bolschoi-Theater: Die Traditionsbühne wurde aufwendig renoviert

Moskau - Eine Thai-Massage auf der Bühne - empörend! Ein tätowierter Athlet als Verführer - erschreckend! Gar nicht zu sprechen vom Harem leicht gekleideter Schönheiten, der sich das auf der Bühne präsentierte. Kurzum: Bei einer Opernaufführung im Moskauer Bolschoi-Theater litt eine Zuschauerin ganz schrecklich.

Anschließend verklagte Swetlana Woronina das Traditionshaus, berichtet die russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti. Sie wollte, dass die Justiz die aktuelle Aufführung der Oper "Ruslan und Ljudmila" verbietet. Es sei eine "Beleidigung der russischen Kultur". Obendrein forderte die Dame umgerechnet 25.000 Euro Entschädigung - sie habe unter der "alkoholisierten sexuellen Ausschweifung" auf der Bühne moralisch gelitten.

Warum sie das Stück nicht einfach vorzeitig verließ und dementsprechend lediglich den Kartenpreis zurückhaben wollte, ist leider nicht bekannt.

Mit ihrer Klage hatte Woronina aber keinen Erfolg. Das Twerskoi-Bezirksgericht in Moskau lehnte beide Forderungen am Montag ab.

Der Streit entbrannte um eine aktuelle Inszenierung des Regisseurs Dmitri Tschernjakow. "Ruslan und Ljudmila" stammt von Michail Glinka und wurde Mitte des 19. Jahrhunderts in Sankt Petersburg uraufgeführt. Auch am Bolschoi-Theater konnten Zuschauer das Werk damals sehen.

Die erboste Woronina war wohl nicht die einzige, der die Neuinszenierung missfiel. Das Stück wurde von einem Teil des Publikums mit Buhrufen quittiert, berichtet Ria Novosti. Kritiker lobten aber die musikalische Qualität.

"Ruslan und Ljudmila" hatte das Bolschoi-Theater nach sechs Jahren Renovierung im November 2011 als erstes Stück gezeigt. Die Oper hat, im Gegensatz zu vielen anderen, ein glückliches Ende, was Tschernjakow für die Wiedereröffnung als passend erschien. Er hatte aber schon vorab gewarnt, dass die Inszenierung nicht für sehr junge Zuschauer geeignet sei.

wbr/AFP

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