Auszeichnung fürs beste Album Sampha gewinnt Mercury Prize

Der Londoner R&B-Sänger Sampha Sisay hat den prestigeträchtigen Mercury Prize gewonnen. Die Jury kürte sein Debüt "Process" zum besten Album des Jahres.

Sampha
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Sampha Sisay sang, schrieb und co-produzierte schon für Beyoncé und Solange, für Kanye West und Frank Ocean, für FKA Twigs und Jessie Ware. Erst Anfang dieses Jahres veröffentlichte der Brite sein eigenes Debüt-Album, "Process". Das wurde von Kritikern als spektakulär gelobt - nun hat Sampha dafür auch den renommierten Mercury Prize gewonnen.

Schauspieler Idris Elba verkündete bei der Preisverleihung in London den Gewinner. Sampha bedankte sich in seiner Rede bei seinen Eltern und seinen Brüdern. Sie hätten ihm geholfen, an sich selbst zu glauben. "Ich bin so dankbar, das ist absolut unfassbar", sagte der 28-jährige R&B-Sänger (hier können Sie in sein Album "Process" reinhören). Während der Veranstaltung trat Sampha mit seinem Song (No One Knows Me) Like the Piano auf.

Auf der diesjährigen Shortlist befanden sich mit der Rockband Alt-J und dem Elektropop-Trio The xx gleich zwei ehemalige Mercury-Prize-Gewinner (2012, beziehungsweise 2010) mit ihren aktuellen Alben. Erstaunlich mutete auch die Nominierung von Pop-Sänger Ed Sheeran an, der mit seinem Album "Divide" im Frühjahr Charts- und Streamingrekorde brach - und eigentlich eher ein Kandidat für die Mainstream-orientierten Brit Awards ist als für den Mercury Prize, der sich immer auch als Talent-Scout verstand und unbekannteren Künstlern zu mehr Popularität verhelfen sollte.

Mit Stormzy und J Hus waren zudem zwei prominente Vertreter des Grime-Genres nominiert, außerdem fanden sich mit dem Rapper Loyle Carner und Sampha noch zwei weitere Vertreter der britischen Black-Music-Szene auf der Liste. Aus dem Rockbereich konnten sich neben den progressiven Alt-J die eher klassischen Pub- und Sixtiesrockbands Blossoms sowie das Frauenquartett The Big Moon platzieren. Aus dem Jazz- und Experimentalfeld stammen die Spoken-Word-Künstlerin und Dichterin Kate Tempest und die junge Jazz-Gruppe Dinosaur.

Der Mercury Prize, inzwischen von einem südkoreanischen Autohersteller gesponsert, wurde 1992 von der britischen Phonoindustrie und dem Verband britischer Plattenhändler als nachwuchsorientierte Alternative zum Brit Award erfunden. Das Preisgeld für das "Album des Jahres" ist mit 20.000 Pfund eher niedrig dotiert, Bands und Künstler werden dafür allein nach ihrer Nennung auf der Mercury-Shortlist oft mit einem enormen Anstieg ihrer Albumverkäufe belohnt, zum Teil um mehrere hundert Prozent.

P.J. Harvey ist bisher die einzige Künstlerin, die zweimal einen Mercury Prize gewann (2001 und 2011), Radiohead schafften es am häufigsten auf die Shortlist (fünf Mal), waren aber immer unterlegen. Im vergangenen Jahr gewann der Londoner Grime-Künstler Skepta mit seinem Album "Konichiwa".

aar

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