Schlagersänger Jürgen Marcus ist tot

Mit "Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben" gelang ihm ein Evergreen. Nun ist Schlagersänger Jürgen Marcus mit 69 Jahren gestorben.

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Schlagersänger Jürgen Marcus ("Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben") ist tot. Er starb bereits Mitte Mai im Alter von 69 Jahren in München, wie sein Manager und Lebensgefährte Nikolaus Fischer am Dienstag mitteilte.

"Schweren Herzens gebe ich bekannt, dass Jürgen Marcus den Kampf gegen die chronische Lungenkrankheit COPD verloren hat." Er sei in der gemeinsamen Wohnung gestorben. Marcus litt seit 2002 an der Krankheit, die ihn auch zum frühzeitigen Karriereaus gezwungen hatte. Marcus war mehr als 20 Jahre mit seinem Lebensgefährten Fischer liiert.

Marcus, bürgerlich Jürgen Beumer, kam am 6. Juni 1948 im nordrhein-westfälischen Herne zur Welt. Eigentlich gelernter Maschinenschlosser begann er mit 19 Jahren seine Sangeskarriere. Das Sprungbrett auf die große Bühne war schließlich die Hauptrolle des Claude im Hippie-Musical "Hair", die er Ende Sechzigerjahre ergattert hatte.

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Jürgen Marcus: Stationen seines Lebens

Erfolgsproduzent Jack White, der auch David Hasselhoff als Sänger entdeckte, wurde auf den jungen Mann aufmerksam und nahm ihn unter Vertrag. Der Durchbruch gelang mit "Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben" (1972). "Ich war mir zu 100 Prozent sicher, dass es ein Erfolg wird - der Text war extrem gut", sagte Marcus später über seinen berühmtesten Song.

Beisetzung in aller Stille

Weitere Hits wie "Ein Festival der Liebe", "Auf dem Bahnhof der vielen Geleise" und "Ein Lied zieht hinaus in die Welt" folgten. 1976 ging er beim Eurovision Song Contest für Luxemburg an den Start. Mit dem französischsprachigen Song "Chansons pour ceux qui s'aiment" holte er Rang 14. Bis 1982 bescherte ihm der Erfolg 36 Auftritte in der ZDF-"Hitparade", er war damals der Interpret mit den meisten Nummer-Eins-Hits.

Seit 2012 hatte Marcus Auftritte in der Öffentlichkeit vermieden. 2017 gab er bekannt, sich aus gesundheitlichen Gründen ganz aus dem Musikgeschäft zurückzuziehen. "Es war sein ausdrücklicher Wunsch, in aller Stille beigesetzt zu werden", teilte Fischer weiter mit. "Um in dieser schweren Zeit in aller Stille und Würde trauern zu können, bitte ich von Nachfragen abzusehen und diese Entscheidung zu respektieren."

COPD (Chronic obstructive pulmonary disease, chronisch obstruktive Lungenerkrankung) zählt zu den häufigsten Todesursachen weltweit. Unter ihr leiden in Deutschland geschätzte drei bis fünf Millionen Menschen.

hpi/dpa



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