Hamburg/Berlin - Wer wird den 57. Eurovision Song Contest in Baku für sich entscheiden? Spekulationen gibt es seit Monaten: Wird es der etwas skurrile russische Beitrag der Großmütter-Band Buranowski Babuschki, eine der klassischen Grand-Prix-Balladen wie "Nebo" von der Kroatin Nina Badric oder am Ende doch ein Außenseiter wie der Malteser Kurt Calleja? Sicherheit haben wir es erst am Abend des 26. Mai. Dann stimmen die europäischen Teilnehmer-Staaten per Telefon-Voting über ihre Favoriten ab.
Eine erste Orientierung, wie das Finale ausgehen könnte, geben Jahr für Jahr die Buchmacher, die Wetten auf die Grand-Prix-Gewinner annehmen. Am Dienstag veröffentlichten die Wettbüros bwin, William Hill und Ladbrokes ihre Quoten für den Eurovision Song Contest 2012. Demnach hat Schweden in diesem Jahr große Chancen, erstmals seit 1999 den Grand Prix zu gewinnen - alle drei Buchmacher sehen die Sängerin Loreen mit ihrem Dance-Titel "Euphoria" auf dem ersten Platz.
Direkt hinter Loreen glauben die Wettbüros Ladbrokes und William Hill den russischen Folklore-Song "Party For Everybody" der Großmütter-Band Buranowski Babuschki und vermuten auf Platz drei den italienischen Beitrag "L'Amore É Femmina (Out of Love)" der Sängerin Nina Zilli. Auch die Buchmacher von bwin tippen auf diese Top drei, trauen aber Italien eher Platz zwei zu. Keine großen Hoffnungen auf den Sieg dürfen sich laut den Wetten neben San Marino (das mit einem Ralph-Siegel-Song an den Start geht) auch Bulgarien, Malta, Portugal und Georgien machen.
Die Wetten bei den Buchmachern im Vorfeld des Eurovision Song Contest werden Jahr für Jahr mit Spannung erwartet, da sie als verlässliche Prognosen für den tatsächlichen Ausgang des ESC angesehen werden. Zuletzt sahen die Wettbüros Lena Meyer-Landrut 2010 als Siegerin des Grand Prix - wie dieses Sommermärchen ausging, ist jedem bekannt.
Neben den großen Wettbüros übte sich bisher auch Google jährlich im Vorfeld des Eurovision Song Contests als prophetische Kraft. Anhand der Suchanfragen sagte der Internetriese in den letzten Jahren den Sieger vorher und lag damit 2009 und 2010 komplett richtig. Zuletzt vertippte sich Google jedoch mit der irischen Band Jedward, die lediglich den achten Platz belegte.
In diesem Jahr suchen Fans nun vergeblich nach dem Google-Ranking. Auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE sagte der Google-Deutschland-Pressesprecher, Stefan Keuchel, dass es in diesem Jahr keine Vorhersage für den Grand Prix geben werde. Man habe "stattdessen andere Sachen im Rahmen des ESC vor" - etwa eine intensive Arbeit mit google+. Ob es nächstes Jahr wieder das Tool zur Prognose eines ESC-Gewinners geben werde, sei noch unklar.
tre/dapd
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