Singer/Songwriter Elliott Smith tot aufgefunden

Der amerikanische Sänger Elliott Smith ist im Alter von 34 Jahren tot aufgefunden worden. Der mit seinen introvertiert-melancholischen Lieder bekannt gewordene Songwriter hat sich vermutlich selbst umgebracht.


Sänger Smith (bei der Oscar-Verleihung 1998): Introvertiert und melancholisch
AP

Sänger Smith (bei der Oscar-Verleihung 1998): Introvertiert und melancholisch

Los Angeles - Smiths Körper wurde am Dienstag tot in der Wohnung seiner Lebensgefährtin in Los Angeles aufgefunden, berichteten US-Medien am Mittwoch. Die offenbar tödliche Stichwunde in der Brust des 34-jährigen Sängers habe er sich vermutlich selbst zugefügt, sagte eine Sprecherin des örtlichen Leichenbeschauers gegenüber der Nachrichtenagentur AP. Gerüchte über den Tod des Independent-Stars, die zunächst über einige Websites verbreitet worden waren, bestätigte Smiths Agent am Mittwoch.

Smith, 1969 geboren, sammelte erste musikalische Lorbeeren als Sänger der über die Grenzen seiner Heimatstadt Portland, Oregon nur wenig bekannten Band Heatmiser, bevor er sich Ende der neunziger Jahre als Solo-Künstler versuchte. Fünf Alben mit seinen gefühlvollen, aber auch melancholisch-introvertierten Songs veröffentlichte Smith zum Jubel der Kritiker. Ein größeres Publikum wurde auf ihn aufmerksam, als sein Song "Miss Misery", den er für Gus van Sants Film "Good Will Hunting" (1998) aufgenommen hatte, für einen Oscar nominiert wurde. Das zugehörige Album "Either/Or" gehört zu seinen bekanntesten Veröffentlichungen.

Wiederkehrende Themen des Sängers und Songschreibers waren seine eigenen Dämonen: die ständige Auseinandersetzung mit Einsamkeit, dem eigenen Unglücklichsein sowie Alkohol- und Drogenprobleme, unter denen er seit Jahren litt. Smith spielte die Instrumente auf seinen Alben zumeist komplett selbst und erwies sich auf seinen letzten beiden Alben "XO" und "Figure Eight" (2000) als Fan und Bewahrer des Beatles-Sounds. Medienberichten zufolge arbeitete Smith an einem neuen Album mit dem Titel "From A Basement On The Hill" und sollte im November bei dem "All Tomorrows Parties"-Rockfestival auftreten.

In Interviews und Songtexten hat Smith kaum ein Hehl aus seiner Todessehnsucht gemacht. In einem Interview mit dem Magazin "Magnet" vor zwei Jahren hatte er seinen nahenden Tod angekündigt. Seine Alkohol-Exzesse seien "hässlich und grausam, und ich brauche ständig meine Freunde in meiner Nähe, aber dieses Recht sollten Sterbende auch haben". 1997 hatten Freunde von Smith dafür gesorgt, dass der Sänger sich in psychiatrische Behandlung begab. In seinem Lied "Amity" (1998) sang Smith: "God don't make no junk, but it's plain to see/ He still made me/ He told me so/ I'm good to go/ I'm ready to go".



© SPIEGEL ONLINE 2003
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.