Medienberichte Sony beendet Zusammenarbeit mit R. Kelly

Vorwürfe der Kindesvergewaltigung und eine TV-Doku zu Misshandlungsvorwürfen belasten den Musiker R. Kelly massiv. Nach Protesten vor der Zentrale von Sony Music hat das Label jetzt reagiert.

R. Kelly
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Das Musiklabel Sony Music und der US-Sänger R. Kelly haben offenbar ihre Zusammenarbeit beendet. Das berichten die US-Unterhaltungswebseiten "Variety" und "Billboard" übereinstimmend. Auch von der Website der Sony-Tochter RCA Records, bei der Kelly unter Vertrag stand, ist der Musiker bereits gelöscht worden. Offizielle Bestätigungen von Sony oder dem Musiker gibt es aber noch nicht.

Der R&B-Sänger Kelly ("I Believe I Can Fly") soll mit Minderjährigen Geschlechtsverkehr gehabt haben und davon Aufnahmen gemacht haben. Außerdem soll er mehrere Frauen wie ein Sektenführer in Abhängigkeit gehalten haben. Der vor kurzem veröffentlichte Dokumentarfilm "Surviving R. Kelly" auf dem US-Sender Lifetime hatte die zum Teil schon länger bekannten Vorwürfe erneut befeuert.

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USA: Der Fall R. Kelly

Die haben mittlerweile auch die Staatsanwaltschaften in verschiedenen US-Bundesstaaten auf den Plan gerufen. Es werden Anschuldigungen der Pädophilie und sexueller Übergriffe durch den Sänger geprüft. Außerdem wird dem Sänger vorgeworfen, mutmaßliche Missbrauchsopfer mit Drohbriefen zum Schweigen gebracht zu haben.

Am Mittwoch hatte es daraufhin Proteste vor der Zentrale von Sony Music in New York gegeben. Tausende Menschen hatten zudem in Online-Petitionen gefordert, dass sich das Label nach den Vorwürfen von dem Musiker trennt.

Neben Prominenten wie den Sängern John Legend hatte sich zuletzt auch R. Kellys Tochter, die 21-jährige Joann Kelly von ihrem Vater distanziert und ihn als "Monster" bezeichnet. Auch Sängerin Lady Gaga, die mit R. Kelly zusammengearbeitet hatte, nahm zu den Vorwürfen Stellung. "Ich entschuldige mich für mein schwaches Urteilsvermögen, als ich jung war, und dafür, nicht früher etwas gesagt zu haben", schrieb Gaga in einem Tweet.

Anmerkung der Redaktion: Im Vorspann einer früheren Version dieses Artikels wurde der Dokumentarfilm "Surviving R. Kelly" Netflix zugeschrieben. Tatsächlich lief er in den USA bei Lifetime. Für Deutschland ist eine Ausstrahlung beim Sender A&E für Mai angekündigt.

fek



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