Ausnahme-Songwriter: Soul-Legende Terry Callier ist tot

Soul, Jazz, Folk: Der Sänger, Gitarrist und Songwriter Terry Callier verband diese Genres zu einem einzigartigen Stil. Nach langer Pause wurde er in den neunziger Jahren immer wieder von Dancefloor-Größen wie Massive Attack als Gast eingeladen. Jetzt ist er im Alter von 67 Jahren gestorben.

Soul-Star Terry Callier: Der große Stille Fotos
AP

Hamburg/Chicago - Anfang der siebziger Jahre veröffentlichte Terry Callier in kurzer Abfolge drei Alben für das Label Cadet: Darauf kombinierte er folkiges Gitarrenspiel, jazzige Gesangskunst und Soul-Attitüde zu einem unverwechselbaren Stil. Die Originalveröffentlichungen werden heute zu Höchstpreisen gehandelt, die Kritik überschlug sich damals vor Begeisterung, viele feierten ihn als neuen Curtis Mayfield - den Soul-Heiligen, mit dem Callier auch persönlich befreundet war.

Geboren und aufgewachsen ist Callier in Chicago. Er sang schon früh in Doo-Wop-Gruppen, im Alter von 17 Jahren veröffentlichte er bereits eine Single für das legendäre Chess-Label. Dann entdeckte er den Folk für sich, spielte in Cafés und Beatnik-Läden. 1968 erschien sein erstes Album: "The New Folk Sound of Terry Callier".

Trotz vieler Unterstützer bei Plattenfirmen und Musikpresse blieb der große kommerzielle Erfolg aus. Den größten Teil der achtziger und neunziger Jahre verbrachte der für seine Zurückhaltung bekannte Musiker als Programmierer in seiner Heimatstadt Chicago. Ende der neunziger Jahre wurde er dann im großen Stil wiederentdeckt. Das bekannte Jazz-Label Verve brachte ihn wieder ins Studio und auf die Bühne zurück. Dancefloor-Stars wie 4 Hero oder Massive Attack fragten für Kooperationen an.

Wie die "Chicago Sun Times" mit Berufung auf den Saxophonisten Gene Barge, einem langjährigen Weggefährten, berichtet, starb Terry Callier am Sonntag im Alter von 67 Jahren.

In Kürze mehr auf SPIEGEL ONLINE.

cbu

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insgesamt 5 Beiträge
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1. ...
monocultur 29.10.2012
The Candyman has gone, r.i.p., Mr. Callier!
2. Eine weitere Legende,
Gehirnwindung 29.10.2012
die ich nicht mehr live erleben kann. Sein Tod betrübt mich zutiefst. Ein Grund mehr am 27.11.12 zu Shuggie Otis zu gehen. Man hätte auch Urban Species erwähnen können. Peter Akinrinlola & Co. haben Terri Callier noch vor Massive Attack wieder bekannt gemacht. Bei mir zumindest war es so.
3. optional
01099 29.10.2012
Seit wann sind denn Massive Attack "Dancefloor-Größen"? Tanzbare Musik machen sie doch eher selten. Egal. Ich muss zugeben, dass ich jetzt das erste Mal von Callier gehört habe und wenn ich Wikipedia zu Rate ziehe und mich über den musikalischen Werdegang informiere, dann ist dies wohl auch kein Wunder.
4. Trauer um Terry Callier
docmusic 29.10.2012
* Ich durfte ihm zweimal begegnen und war spontan fasziniert von diesem Menschen. Nicht nur die einmalige Atmosphäre, die er musikalisch schuf, sondern auch seine menschliche Ausstrahlung von Bescheidenheit und Wärme gepaart mit sozialem und politischen Engagament haben mich tief berührt. Sein Tod bedeutet einen großen Verlust für diese Welt.
5. What Colour is Love
dabldablju 29.10.2012
.... Terry Callier wusste es .... Liebe hat jede Farbe. Ich hatte das Glück ihn einmal in der Hamburger Fabrik auf der Bühne zu erleben. Ein bewegender Musiker mit einer sehr liebevollen Ausstrahlung. Vielen Dank für Deine Musik und Deine Persönlichkeit. Ich habe etwas von dir gelernt.
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