Punk- und Electro-Pionier Suicide-Sänger Alan Vega gestorben

Alan Vega, Ex-Sänger der Band Suicide, ist tot. Der Punk- und Electro-Pionier starb im Alter von 78 Jahren in New York.

Suicide-Duo: Alan Vega (l.) und Martin Rev (Anfang der Achtzigerjahre)
Getty Images

Suicide-Duo: Alan Vega (l.) und Martin Rev (Anfang der Achtzigerjahre)


Alan Vega, der Sänger und Frontmann des US-amerikanischen No-Wave-Duos Suicide, ist im Alter von 78 Jahren gestorben. "Alan starb in der vergangenen Nacht friedlich im Schlaf", schrieb der Sänger, Verleger und Schauspieler Henry Rollins auf seiner Website. Rollins verbreitete die Nachricht als Erster und veröffentlichte auch eine Nachricht von Vegas Familie.

"Alan war nicht nur gnadenlos kreativ - er komponierte und malte bis zu seinem Ende; er war einmalig. Mit Martin Rev gründete er in den frühen Siebzigerjahren das Duo Suicide. Ihr erstes Album gehört zu den bemerkenswertesten Leistungen der US-amerikanischen Musik", heißt es dort. "Er hat nur getan, was er auch wollte. Er lebte, um zu kreativ zu sein."

Die Band von Vega und dem Multi-Instrumentalisten Rev nahm insgesamt fünf Platten auf: "Suicide" (1977), "The Second Album" (1980), "A Way Of Life" (1988), "Why Be Blue" (1992) und "American Supreme" (2002). In nur vier Tagen spielten Vega und Rev ihr erstes Album ein - das die Musikzeitschrift "Rolling Stone" in die Liste der 500 besten Platten aller Zeiten aufnahm.

Suicide gehörten zu den ersten, die Synthesizer und Drumcomputer einsetzte. Der neue Sound des Duos gilt als Wegbereiter für so unterschiedliche Musikrichtungen wie Punk und Techno. Bands wie Radiohead, U2, New Order und Depeche Mode, aber auch Daft Punk, Aphex Twin und Bruce Springsteen geben an, von Suicide beeinflusst zu sein.

Das Duo hat zahlreiche Trennungen und Wiedervereinigungen hinter sich, das letzte Album wurde 2002 veröffentlicht. 2012 erlitt Alan Vega einen Herzinfarkt und einen Schlaganfall, erholte sich aber wieder - und trat erneut mit Suicide auf. Im Oktober sollten sie wieder einmal auf einem Festival in Kalifornien spielen.

Dazu wird es nun nicht mehr kommen.

nck



insgesamt 10 Beiträge
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sucramotto 17.07.2016
1. Dream Baby Dream
Bruce Springsteen hat auf seiner 2005er Tour Dream Baby Dream fast allabendlich als letzten Song gespielt und den Titel auch für das Album High Hopes aufgenommen. Toller Song. R.I.P.!
klogschieter 17.07.2016
2. Dance
"Die Leute kamen zu uns rein, um der Hölle draußen zu entgehen. Wir konfrontierten sie mit einer schlimmeren inneren Hölle." (Zitat aus der Erinnerung, Alan Vega über die frühen Auftritte von Suicide).
ulcral 17.07.2016
3. Jetzt sterben sie alle weg.
Alan Vega war in den 80er Jahren Stammgast in Hamburgs Kultkneipe Subito. Habe ihn weniger wegen seiner Musik in Erinnerung, als vielmehr durch Schlägereien in die er dort verwickelt war. Mittdreißiger mit einer Überproduktion an Testosteron und einer pubertären Rock And Roll Attitude. Die Szenegräfinen waren entzückt, die anderen durch die unberechenbar aggressive Ausstralung gestört. - Schade, jetzt kann nicht mehr festgestellt werden wohin er sich seither entwickelt hat.
GSYBE 17.07.2016
4. schade
Sehr schade, der Lauf der Dinge halt. Suicide gehörten mit Chrome für mich zu den besten experimentellen Ausläufern des Punk in den späten 70/frühen 80ern.
sekundo 17.07.2016
5. Alan Vega?!?
Gibt es noch weitere bedeutungslose Mucker, über die man nichts wissen muss?!? Und die zweite Frage, die sich zwingend stell, lautet: Wird Andreas Borcholte in den nächsten Wochen Trauer tragen??
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