Neue Single von Taylor Swift Kanye und Katy kriegen Saures

Da seht ihr, was ihr angerichtet habt: Mit "Look What You Made Me Do" veröffentlicht die US-Popsängerin Taylor Swift eine aggressive neue Single mit eindeutigen Spitzen gegen Kanye West und Katy Perry.

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Für einen Popstar vom Kaliber Taylor Swifts war es sehr lange ruhig um die 27-Jährige aus Pennsylvania. Drei Jahre liegt ihr letztes Album "1989" zurück, eine halbe Ewigkeit im atemlosen News-Cycle der Entertainment-Industrie. Vor Kurzem setzte Swift, mit über 40 Millionen verkauften Alben eine der erfolgreichsten und einflussreichsten Pop-Persönlichkeiten zurzeit, dann auch noch sämtliche Social-Media-Kanäle auf null und ließ einige Tage lang kurze Videos mit kryptischen Zahlen und stilisierten Schlangenköpfen im Internet kursieren: ein sicheres Signal, das neue Musik folgen würde.

Am Mittwoch kündigte Taylor Swift dann tatsächlich ihr neues Album "Reputation" für den 10. November an; am Freitag erschien zudem ihre neue Single "Look What You Made Me Do" inklusive eines Lyric-Videos im animierten Murder-Mystery-Stil eines alten Hitchcock-Films. Sehr geschmackvoll - aber auch sehr sinister.

Der Song allein hat es in sich. Mit seinen tief drückenden Bässen und gerappten Textpassagen wirkt er eher wie ein im Hip-Hop üblicher Battle- oder Disstrack, eine musikalische Attacke gegen Neider und Konkurrenten. Vorbei scheint die Ära, als Taylor Swift unbekümmerten Popsongs wie "Shake It Off" ihr sonniges Gemüt demonstrierte - in der Mitte ihrer neuen Single gibt es eine Anrufbeantworter-Ansage wie aus einem schrägen Horrorfilm: "I'm sorry, the old Taylor can't come to the phone right now. Why? Oh, 'cause she's DEAD!"

Ihren Humor hat Swift also nicht verloren, ebensowenig wie ihr Gespür für zupackende Pop-Hooks, für die ihr Co-Songwriter und Produzent Jack Antonoff verantwortlich war, der zuletzt auch das neue Album von Swifts Freundin Lorde betreute. Der Sound dieser Musik ist zugleich orchestral-opulent und scharfkantig zerhackt, wie es im aktuellen Rap- und EDM-Umfeld üblich ist. Das Lied, das eigentlich keines ist, zerfällt sehr modernistisch in einzelne, stilistisch und tonal voneinander abgegrenzte Passagen und mündet immer wieder in den dumpf-lakonisch wiederholten Rap-Zeilen: "Look What You Made Me Do".

Gemeint sind damit ganz offensichtlich Swift-Quälgeister wie Kanye West, mit dem sich die Sängerin über eine herabsetzend-sexistische Passage in Wests Track "Famous" stritt. In Swifts Single heißt es nun: "I don't like your little games/ Don't like your tilted stage/ The role you made me play / Of the fool, no I don't like you." Rapper West hatte auf seiner letzten Tournee eine dreh- und kippbare ("tilted") Bühne.

Auch Swifts ehemalige Freundin, jetzt Erzfeindin Katy Perry bekommt Saures. Die Textzeile "Another day, another drama, drama/ But not for me, not for me/ All I think about is karma" ist eine direkte Antwort auf Perrys im Frühjahr veröffentlichten Song "Swish Swish", der sich offensichtlich gegen Swifts vorherigen Perry-Diss in "Bad Blood" gerichtet hatte. Darin hieß es: "Karma's not a liar/ She keeps receipts".

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Taylor Swift: Country-Prinzessin übt Battle-Rap

Sie sei die "Actress starring in your bad dream", eine albtraumhafte Rächerin, sagt Swift in ihrem aggressiven neuen Track, der klarstellt: Nur weil sie sich eine Zeit lang aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat, heißt es nicht, dass sie nicht akribisch Buch geführt hat, wer ihr wann welche Verletzungen zugefügt hat. "I got smarter, I got harder in the nick of time", singt die ehemalige Country-Popprinzessin, die jetzt ganz offenbar als blutrünstige Battle-Rapperin ins Rampenlicht zurückkehrt. Das kann noch interessant werden.



insgesamt 20 Beiträge
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skade 25.08.2017
1.
könnt ihr nicht mal über andere Musik berichten, dieser seichte Mainstream Pop interessiert doch keinen!
Leser161 25.08.2017
2. Team Katy
Ich bin Team Katy, die Swift scheint mir keine angenehme Person zu sein.
mamuschkaone 25.08.2017
3. Wow
Taylor disst also kayne? Gibt es ernsthaft Leute die sowas interessiert?
dr.eldontyrell 25.08.2017
4. Swift
ist für mich die Angela Merkel der Musik.
derboesewolfzdf 25.08.2017
5. und heute sinkt für Sie das.... Niveau!!
3 "Popgrößen" mit, na ja, nichtssagender Musik zoffen sich und Spon fühlt sich berufen, darüber zu schreiben. Eigentlich eine gute Idee, wenn es denn nicht so unfassbar trivial wäre. Die Single, die man hier im Video hören kann, ist so unfassbar schlecht, dass ich geneigt bin, Baccara und Konsorten zurück zu wünschen.
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