"Toy" von Netta Ist der ESC-Siegersong abgekupfert?

Im Mai gewann die Sängerin Netta mit dem Song "Toy" den Eurovision Song Contest. Jetzt wird den Komponisten vorgeworfen, sie hätten bei einem Evergreen für Fußballfans, "Seven Nation Army", abgekupfert.

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Die Universal Music Group wirft den Komponisten des Songs "Toy" von Netta vor, bei dem Song "Seven Nation Army" von den White Stripes abgeschrieben zu haben. Laut Deutscher Presseagentur ging bei Doron Medalie und Stav Beger vor zwei Wochen ein entsprechender Brief ein. Es gehe dabei um Ähnlichkeiten im Rhythmus, nicht in der Melodie oder beim Text.

Schon im März hatte die israelische Tageszeitung "Haaretz" geschrieben, der Song erinnere an den Hit, der zum Evergreen bei Fußballfans geworden ist.

Netta Barzilais Manager Ofer Menahem bestätigte den Eingang des Briefes. "Es wurde kein Rechtsanspruch erhoben, in dem Brief ging es nur um eine vorläufige Klarstellung zu diesem Thema", zitierten ihn israelische Medien. Doron Medalie werde am Mittwoch nach Los Angeles fliegen, um eine Lösung in dem Streit zu finden, schrieb die Nachrichtenseite "ynet".

Netta könnte disqualifiziert werden

Die israelische Sängerin Netta hatte im Mai mit ihrem Song "Toy" den Eurovision Song Contest in Portugal gewonnen - damit wäre Israel auch der reguläre Ausrichter des Wettbewerbs 2019.

Israelische Medien schrieben, sollten nachweislich zumindest Teile von "Toy" abgekupfert worden sein, könne dies die Ausrichtung des Eurovision Song Contests 2019 in Israel gefährden. Der Siegersong müsse ein Original sein. Andernfalls könne Netta Barzilai nachträglich disqualifiziert werden, schrieb "Haaretz".

Die Europäische Rundfunkunion als Veranstalter des Eurovision Song Contests äußerte sich zunächst nicht zu dem Thema.

Vergleichen Sie die Songs selbst:

kae/dpa



insgesamt 31 Beiträge
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Doktor Weisenheimer 04.07.2018
1. Also mal ehrlich...
Ich finde „Toy“ (wie so ziemlich alle ESC-Siegertitel der letzten Jahre/Jahrzehnte) zwar ziemlich grauenhaft, aber wo da auch nur ansatzweise eine Ähnlichkeit zu „Seven Nation Army“ zu erkennen sein soll, muss man mir mal erklären. Der Vorwurf ist m.E. lächerlich und wird vor Gericht nicht durchkommen.
sven2016 04.07.2018
2.
Es muss nicht "vor Gericht durchkommen". Es würde reichen, wenn die ESC-Betreiber zu der Auffassung gelangen, dass die Teilnahmebedingungen nicht eingehalten wurden. Da kann man sich anschließend dumm klagen, es würde nichts ändern.
sking 04.07.2018
3. Alles geprüft...
Also ich habe mir jetzt beide Songs angehört und den Vorwurf des Plagiats eingehend geprüft. Ich komme zu dem Schluss, dass der Vorwurf haltlos ist. Darüber hinaus ist die These entstanden, dass der Vorwurf aufgrund eines monetären Mangels des Vorwerfenden bzw der Vorwerfenden entstanden ist. Diese These ist jedoch noch zu überprüfen. Fazit: Musikrechtlich alles im grünen Bereich!
sternenguckerle 04.07.2018
4. Tomaten auf den Ohren
Ich höre hier überhaupt keine Übereinstimmung heraus. Wenn "Ähnlichkeiten im Rhythmus, nicht in der Melodie oder beim Text" mittlerweile Plagiatsvorwürfe hervorbringen kann, dann riecht das eher nach einem gezielten PR-Gag der White Stripes, aber nicht nach ernstzunehmender Kritik.
jkleinmann 04.07.2018
5. Naja,
der Refrain lässt mit dem Vorwurf im Hinterkopf eine gewisse Ähnlichkeit erwarten, da gibt es aber ganz andere "Inspirationen" von Songschreibern, die dann noch bestritten werden. Das Lied ist trotzdem albern und grauenhaft.
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