"Königin des Gipsy-Pop" Tschechische Sängerin Vera Bila ist tot

Sie sang vor dem ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton und erlangte weltweite Berühmtheit: Nun ist die tschechische Musikerin Vera Bila gestorben. Ihr Leben war geprägt von Schicksalsschlägen.

Vera Bila
AFP

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Die tschechische Roma-Sängerin Vera Bila ist tot. Sie starb in Pilsen an den Folgen eines Herzinfarkts, wie das Nachrichtenportal Romea.cz unter Berufung auf die Familie berichtete. Bila, in Tschechien als "Königin des Gipsy-Pop" gefeiert, wurde 64 Jahre alt.

Mit ihrer damaligen Band Kale war die Künstlerin um die Jahrtausendwende auch international erfolgreich. Sie trat beim Montreux Jazz Festival auf, sang vor dem früheren US-Präsidenten Bill Clinton und war zu Gast im Pariser Olympia.

Sie singe, um die Sprache der Roma zu retten, sagte Bila einmal. Sie wurde am 22. Mai 1954 im westböhmischen Rokycany in eine bekannte Musikerdynastie, die Familie Gina, geboren. Bereits als Kind trat sie bei Feierlichkeiten und Hochzeiten auf. Der Durchbruch kam 1995 mit ihrer ersten CD "Rom-Pop", auf die "Kale Kalore" und "Rovava" folgten. Ihre Musik bewegte sich zwischen Melancholie und tänzerischer Leichtigkeit.

Vera Bila soll ein Comeback geplant haben

Im persönlichen Leben erlitt Bila viele Schicksalschläge. Nach dem Tod ihres Adoptivsohns 2013 starb kurz darauf auch ihr Ehemann. Sie selbst verfiel nach Medienberichten dem Glücksspiel, war krank und mittellos. Doch nun war ein Comeback geplant. Am kommenden Freitag sollte Bila nach langer Pause mit einer neuen Formation auf die Bühne zurückkehren. Bis zuletzt soll sie dafür geprobt haben.

In Tschechien leben Schätzungen zufolge 200.000 bis 300.000 Roma. Viele Angehörige der Minderheit leiden unter Diskriminierung und leben in ärmlichen Verhältnissen.

bam/dpa

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