Verschobene Beisetzung Tupac kommt ein Jahr später nach Südafrika

An seinem zehnten Todestag sollte die Asche des US-Rappers Tupac im südafrikanischen Soweto beigesetzt werden. Doch die groß angelegten Feierlichkeiten mussten heute abgesagt werden: Die Mutter des ermordeten Rappers hat die Beisetzung in letzter Minute verschoben.


Johannesburg - Tupac Shakur lässt seine südafrikanischen Fans warten. Überraschend hat seine Mutter Afeni Shakur die Beisetzung der Asche ihres Sohnes im Township Soweto bei Johannesburg um ein Jahr verschoben. Der für heute geplante Start für groß angelegte Gedächtnisfeiern fiel damit zur Enttäuschung der Fans aus. Die Veranstaltungen waren schon seit langem angekündigt. "Wir werden nun in der kommenden Woche mit der Stadtverwaltung über die Gestaltung des geplanten Gedächtnis-Parks reden, damit er bis zum kommenden Jahr fertig gestellt ist", erklärte Co-Organisatorin Delphine Klasen.

Rapper Tupac: Vor zehn Jahren aus einem vorbeifahrendem Auto erschossen
DPA

Rapper Tupac: Vor zehn Jahren aus einem vorbeifahrendem Auto erschossen

Der bei Südafrikas schwarzer Jugend nach wie vor populäre Erfolgsmusiker starb vor genau zehn Jahren an den Folgen einer Schießerei in Las Vegas. Seine Beisetzung auf einem von der Stadt Johannesburg bereitgestellten zwei Hektar großen Gedächtnispark sollte Startschuss für ein mehrstufiges Tupac-Shakur-Erinnerungsprojekt sein. Es soll vor allem Kindern zu Gute kommen und geht auf eine Initiative der Familie des toten Rap-Stars gemeinsam mit örtlichen Musikern um den Kwaito-Star Zola zurück. Mehrere bekannte Musiker, darunter die Sängerin Macy Gray, wollten in Benefizkonzerten auftreten.

Tupacs Mutter hatte ihre plötzliche Kehrtwende damit begründet, dass sie für den Schritt noch nicht bereit sei. "Der 16. Juni 2007 dürfte für mich persönlich wie auch spirituell ein besserer Zeitpunkt sein, um Südafrika zu besuchen", schrieb sie. Am 16. Juni 1976 waren in Soweto bei einem Schülerprotest gegen die Apartheid-Regierung Dutzende Menschen erschossen worden. An das Ereignis, das den Anfang der Aufstände im Lande gegen die Rassentrennung markiert, wird heute in Südafrika mit einem Nationalfeiertags gedacht. Das Datum fällt zusammen mit dem 36. Geburtstag des US-Rappers.

Seit dem Tod ihres Sohnes verwaltet Afeni Shakur zusammen mit einer Rechtsanwältin und einer PR-Spezialistin den Nachlass des Rappers. Die ehemalige Black-Panthers-Aktivistin saß nach einem Bomben-Attentat im Gefängnis und verteidigte sich 1971 selbst. Shakur, die damals noch Alice Faye Williams hieß, wurde freigesprochen. Heute lebt die ehemals Cracksüchtige mit ihrem neuen Ehemann in ihrer Geburtsstadt Lumberton in North Carolina und bewirtschaftet einen Bio-Bauernhof. Über ihr Engagement im Namen Tupacs sagte sie in einem Interview mit der "Weltwoche": "Ich bin froh, dass das Glück mich so spät gefunden hat, früher hätte ich es womöglich vermasselt."

nkl/dpa



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