Afrikanischer Popstar Papa Wemba ist tot

Auf der Bühne brach der 66-Jährige plötzlich zusammen: Der kongolesische Popstar Papa Wemba ist gestorben. Er war einer der bekanntesten Musiker Afrikas.

Papa Wemba auf der Bühne (Archivfoto von 2006)
AFP

Papa Wemba auf der Bühne (Archivfoto von 2006)


Der kongolesische Sänger Papa Wemba, einer der populärsten Musiker Afrikas, ist tot. Er sei am frühen Sonntagmorgen in Abidjan (Elfenbeinküste) gestorben, berichteten örtliche Medien. Radio France International meldete den Tod ebenfalls unter Berufung auf den Manager des Sängers. Papa Wemba brach bei einem Auftritt beim "FEMUA 9"-Musikfestival plötzlich zusammen. Videos des Konzerts zeigen, wie er auf dem Bühnenboden liegt, während die Tänzer vor ihm zunächst noch mit der Show weitermachen. Die Todesursache ist bislang unbekannt.

Der 1949 geborene Sänger, mit ursprünglichem Namen Jules Shungu Wembadio Pene Kikumba, galt als König der kongolesischen Rumba. Und ihrer Soukous genannten moderneren Form, die auf dem gesamten afrikanischen Kontinent große Erfolge feierte. Seine Karriere umfasst fast fünf Jahrzehnte.

Zu seinen Hits zählten "Maria Valencia" oder "Yolele", Erfolge feierte er unter anderem mit den Bands Zaiko Langa Langa, Isifi und Viva La Musica. Einem weltweiten Publikum bekannt wurde er durch eine Zusammenarbeit mit dem Sänger Peter Gabriel.

Außerdem galt Papa Wemba als modisches Vorbild: Er inspirierte junge Menschen im Kongo, der Bewegung La Sape beizutreten, deren Mitglieder großen Wert auf ihr äußeres Erscheinungsbild legten und viel Geld für Designerklamotten ausgaben.

Im Jahr 2004 verbrachte Papa Wemba drei Monate in einem französischen Gefängnis, weil er illegal Menschen bei der Flucht aus dem Kongo geholfen hatte, indem er sie als Mitglieder seiner Band ausgab. Später berichtete er, während des Gefängnisaufenthalts ein spirituelles Erlebnis gehabt zu haben, bei dem ihm Gott erschienen sei.

sto/dpa/AP

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insgesamt 3 Beiträge
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linoberlin 24.04.2016
1. Und noch einer,
der zum Soundtrack meines Lebens beigetragen hat. Traurig. Ein kleiner Trost, dass SPON auch darüber berichtet. Vielleicht ein Anlass für ein paar Leser, mal etwas tiefer in die Afrikanische Musik einzutauchen. Es gibt so unendlich viel dabei zu entdecken.
Airkraft 24.04.2016
2. Nicht das Schlechteste...
Nicht das Schlechteste, wenn es einen bei etwas was man gerne tut und kann erwischt. Trotzdem natürlich schade und vermutlich auch zu früh.
jeje 01.08.2016
3.
Ich gehöre zu der Generation, die mit seiner Musik praktisch aufgewachsen ist. Einer der Besten Musiker des Kontinents und sicherlich der Beste Kongo's. Ich trauere zutiefst ...
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