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Wu-Tang Clan: Das HipHop-Album, von dem es nur ein einziges Exemplar geben soll

Rap-Kollektiv Wu-Tang Clan: "Total floppen" Zur Großansicht
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Rap-Kollektiv Wu-Tang Clan: "Total floppen"

Auflage: ein Stück. Die HipHopper vom Wu-Tang Clan wollen ihr neues Album "Once Upon a Time in Shaolin" als Unikat für einen betuchten Sammler veröffentlichen - davor wird das Werk dem gemeinen Publikum vorgestellt.

New York/Hamburg - Die HipHopper vom Wu-Tang-Clan haben angekündigt, ihr nächstes Album genau ein Mal zu verkaufen. Das berichtet das US-amerikanische Wirtschaftsmagazin "Forbes". Der Plan folgt allerdings keiner Selbstbescheidung, es ist vielmehr eine Art Kunstprojekt der US-amerikanischen HipHop-Stars. "Once Upon a Time in Shaolin" soll laut Clan-Rapper RZA nämlich möglichst teuer an einen gut betuchten Sammler veräußert werden - und gleichzeitig auf den Wertverlust von Popmusik hinweisen.

Es soll laut Wu-Tang Clan kein durchschnittliches Album werden, sondern ein kunstvoll gestaltetes Werk, was seine äußere Erscheinung angeht. Der Schöpfer der Verpackung ist der britisch-marokkanische Künstler Yahya, der im Auftrag der Musiker das Originalstück in einem dreimonatigen Arbeitsprozess fertigte. Wer das Werk erwerbe, der besitze damit etwas so Kostbares wie das Zepter eines ägyptischen Königs, so RZA.

Was nach einem Werbegag klingt, scheint auf Seiten der Musiker gut durchdacht: Seine Aura soll das Werk auch dadurch bekommen, dass es zunächst auf Tour geht. Es soll in Museen, Galerien und auf Festivals zu sehen sein. Und zu hören: Wer Eintritt bezahlt - und sich vor dem Einlass filzen lässt, damit kein Ton oder Bild nach draußen dringt -, der darf das Kunstwerk anschauen und auf Kopfhörern rezipieren. 31 Songs, 128 Minuten.

Nach der Tour erwarten sich die Musiker laut "Forbes"-Interview einen Kaufpreis "in den Millionen". Sorgen wegen einer möglichen Blamage machen sie sich durchaus: Die Aktion könnte "total floppen und uns lächerlich machen", sagt Band-Mitglied Cilvaringz. Es gehe ihnen auch darum, die Idee Musikalbum vor dem Tod zu retten. Musik werde immer mehr "entwertet bis fast zu dem Punkt, dass sie kostenlos abgegeben wird".

Das nächste reguläre Album soll auf herkömmliche Weise im Sommer veröffentlicht werden, pünktlich zum 20. Geburtstag des Kollektivs.

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1. Abba wusste schon...
hochst 27.03.2014
... money money money sangen Abba. Damals gab es noch kein Internet und Musik wurde gekauft. Heute ist Musik leicht zu haben und mannigfaltig, was sie monetär entwertet hat. Doch wahre Künstler haben eine Botschaft und werden weiter Musik machen. Das Ende der goldenen Zeiten des Pop ist eine gute Entwicklung. Da hilft auch solches Marketing nur für eine Randmeldung. Das Establishment des Pops wird nur gesungeschrumpft und die Musik blüht doch mehr denn je in allen Arten und Sparten. Money money money
2.
trafozsatsfm 27.03.2014
---Zitat--- Wer Eintritt bezahlt - und sich vor dem Einlass filzen lässt, damit kein Ton oder Bild nach draußen dringt -, der darf das Kunstwerk anschauen und auf Kopfhörern rezipieren. 31 Songs, 128 Minuten. ---Zitatende--- Werden schon Wetten angenommen, wie viele Tage es dauert, bis das Ding komplett im Internet kursiert? ;)
3.
zmmr 27.03.2014
Traurig, wie man mit einer billigen Begründung versucht, ebenso billige Geldmacherei zu rechtfertigen. Der Wu-Tang Clan erschafft damit nichts Kunstvolles, sondern entledigt Kunst ihres eigentlichen Wertes. Kunst ist für alle Menschen da und wer so versucht, eine rein kommerzielle Ebene zu eröffnen, zeigt dass er kein Künstler ist, sondern maximal musikalischer Handwerker.
4.
marcolun 27.03.2014
Cilvaringz hat das Album lediglich produziert, ist aber kein Mitglied des Clans. Desweiteren handelt es sich um kein neues Album, sondern ein Album, dass in den vergangenen Jahren heimlich aufgenommen wurde. Das offizielle neue Album wird A Better Tomorrow heißen und im Sommer erscheinen.
5. Guter Versuch
metalslug 28.03.2014
Es ist ein gut gemeinter Entwurf als Gegenpol zur Verwässerung von Kunst. Aber leider der falsche. Ich glaube nicht das künftige Generationen die wirtschaftliche Verwerbarkeit von Kunst in all ihren Facetten diskutieren werden. Es ist der Sache heute schon inhärent und die Erinnerung, dass es vielleicht mal anders war und ob das gut oder schlecht sei (Adorno), wird man immer mehr als gesellschaftlichen Wandel - jetzt kommts - nicht begreifen, sondern vielmehr akzeptieren. RZA ist guter, andere denken gar nicht einmal in Richtung Tellerrand.
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