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Unikat-Versteigerung: Wu-Tang-Clan-Album ging an umstrittenen Pharmamanager

Die Rapper RZA bei einem Konzert in Polen (Archiv): Zwei Millionen Dollar für ein einziges Album Zur Großansicht
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Die Rapper RZA bei einem Konzert in Polen (Archiv): Zwei Millionen Dollar für ein einziges Album

Die Hip-Hopper vom Wu-Tang Clan haben ihr jüngstes Album nur einmal gepresst und dann meistbietend versteigert. Der Käufer ist ein umstrittener Pharmamanager - und der hat sich das Album bis heute nicht angehört.

Die Rap-Crew Wu-Tang Clan hat ihr jüngstes Album "Once Upon a Time in Shaolin" meistbietend an einen umstrittenen Pharmamanager verkauft. Das Unikat ging an Martin Shkreli, dessen Firma Turing Pharmaceuticals vor Kurzem den Preis für ein Medikament von 13,50 Dollar auf 750 Dollar pro Pille erhöhte, und damit für Protest gesorgt hatte. Das Medikament Daraprim hilft gegen eine Infektionskrankheit, die für Menschen mit Immunschwäche wie Aids lebensgefährlich sein kann.

Der 32-Jährige soll für das Album, von dem nur diese eine Pressung existiert, rund zwei Millionen Dollar (etwa 1,8 Millionen Euro) bezahlt haben, berichtete das Magazin "Bloomberg Businessweek" am Mittwoch unter Berufung auf informierte Personen.

Die Band erklärte dem Magazin, sie habe zum Zeitpunkt des Zuschlags Shkrelis Geschäftspraktiken nicht gekannt und spende einen erheblichen Teil des Betrags.

Wu-Tang Clan hatte die Versteigerung bereits vor Monaten als Novum in der Musikgeschichte angekündigt: Für den Besitzer wäre es, als gehöre ihm das Zepter eines ägyptischen Königs, sagte Rapper RZA dem US-Wirtschaftsmagazin "Forbes". Der Besitzer des Albums mit 31 Songs darf damit alles machen, was er will - außer Geld mit der Aufnahme verdienen. Interessenten und Medien war lediglich ein rund 13 Minuten langer Auszug vorgespielt worden. Der Verkauf für einen Millionenbetrag war im November bekannt gegeben worden.

"Bloomberg" sagte Shkreli jetzt, er wolle solche Privatalben auch von weiteren Künstlern haben. "Once Upon a Time in Shaolin" habe er noch nicht gehört, sondern spare sich das Erlebnis für einen Tag auf, an dem er sich niedergeschlagen fühle.

Demonstranten protestieren am 1. Oktober in New York gegen die Preiserhöhung des Medikament Daraprim Zur Großansicht
AP/dpa

Demonstranten protestieren am 1. Oktober in New York gegen die Preiserhöhung des Medikament Daraprim

sun/dpa

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insgesamt 14 Beiträge
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1. ein durch und durch widerlicher mensch
jürgendurden 09.12.2015
100k $ für sex mit der ex, 2 millionen für ein hip hop album.... finanziert durch die ausbeutung schwerst kranker menschen. ekelhaft.
2. Ja und?
frenchie3 10.12.2015
Das war eine Versteigerung. Abgesehen davon daß nicht im Artikel steht ob dieser Bösewicht namentlich mitgeboten hat, hätte man den Namen behalten müssen? Und hätten die nach dem Zuschlag nein gesagt (und vielleicht sogar vor Gericht recht bekommen), was wären die rechtlichen Folgen für Versteigerungen? Wie viel versteigerte Ware landet bei Mafiosi und sonstwelchen "unwürdigen" Personen, nur für die hat Spon keine Zeile übrig
3. Selbst Schuld
wahmbeck 10.12.2015
Soll mir keiner mit 'Kunst' kommen. Dem WTC kam es nur auf den Geldeingang an. Wenn eine Band ein Album nur 1x an den Mann bringt und ansonsten die Platte quasi unerhört bleibt, sollen sie den Balken im eigenen Auge suchen.
4. Spenden würde ich auch
TwoSuns 10.12.2015
Glücklicherweise ist der WTC nicht Teil meiner recht umfangreichen Musiksammlung. Sonst stünde ich nämlich vor der Aufagbe, alle Platten, CDs etc. unverzüglich entfernen zu müssen. Denn eine Band, der ich nicht wichtig genug bin, ihre Musik hören zu dürfen, fliegt raus! Ich würde natürlich einen erheblichen Teil meiner ebay-Auktionseinnahmen für einen guten Zweck spenden, is' klar.
5. Das ist bestimmt seine einzige Vinyl Platte.
Analog 10.12.2015
Es geht ihm sicher nicht um die Musik, sonst hätte er mal reingehört. Besitzen was andere nicht haben können, das ist der Kick. Kenne den Typ nicht, wenn mir aber einer erzählen würde, dass er nur 1,65m groß ist, ich würde es sofort glauben...
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