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Twitter-Reaktionen zu Naidoo beim ESC: "Haarsträubende Fehlentscheidung"

Musiker Naidoo: "Mann mit Mut" oder Verschwörungstheoretiker? Zur Großansicht
DPA

Musiker Naidoo: "Mann mit Mut" oder Verschwörungstheoretiker?

Eklat vor dem ESC: Xavier Naidoo ist als deutscher Vertreter beim Sangeswettbewerb 2016 gesetzt. Auf Twitter wird protestiert und gespottet - selbst von gestandenen ARD- und ZDF-Journalisten.

Für den NDR ist er ein "Mann mit Mut", für andere ein Verschwörungstheoretiker, der durch Demokratiefeindlichkeit, Nationalismus und Homophobie aufgefallen ist. Die Rede ist von dem Popstar Xavier Naidoo, der, wie nun kurzerhand verkündet wurde, für Deutschland beim Eurovision Song Contest 2016 antreten soll.

Der übliche Vorentscheid entfällt, die Zuschauer können bei der Show, die "Unser Song für Xavier" heißen wird, lediglich über das Stück entscheiden, mit dem Naidoo für Deutschland antreten soll.

Auf Twitter rätseln viele Nutzer über die Wahl Naidoos. Die Entscheidung wird mitunter mit Wörtern wie "unfassbar", "haarsträubend" oder "unsäglich" kommentiert.

Viele Reaktionen nehmen Bezug auf Naidoos Aussagen, Deutschland sei kein freies, sondern ein besetztes Land, das keine Verfassung habe; Aussagen, die an die Ideen rechter Gruppen wie der unter Beobachtung des Verfassungsschutzes stehenden "Reichsbürgerbewegung" erinnern.

Andere Tweets drehen diesen Aspekt weiter - und nennen Naidoo, der sich selbst 1999 in einem Interview als "Rassist(en), aber ohne Ansehen der Hautfarbe" bezeichnet hat, in einem Atemzug mit der AfD, Pegida oder Akif Pirinçci.

Einige Twitter-Nutzer gehen auf den Vorwurf der Homophobie ein, dem sich Naidoo nach einer gemeinsamen Veröffentlichung mit dem Rapper Kool Savas stellen musste: In dem Hidden Track "Wo sind sie jetzt" vom Nummer-eins-Album "Gespaltene Persönlichkeit" (2012), der die Themen Okkultismus, Pädophilie und Homosexualität vermengt, heißt es: "Ihr tötet Kinder und Föten und dir zerquetsch ich die Klöten / Ihr habt einfach keine Größe und eure kleinen Schwänze nicht im Griff / Warum liebst du keine Möse, weil jeder Mensch doch aus einer ist?" Bei Homosexuellen hat der ESC traditionell eine große Fangemeinde.

Auch einige Kollegen, von der ARD wie vom ZDF, kritisieren die Entscheidung. Arnd Henze, Korrespondent im ARD-Hauptstadtstudio, meldet sich ebenso zu Wort wie der Kollege Dominik Rzepka, Redakteur im ZDF-Hauptstadtstudio:

ayy/skr

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