Sänger von Yothu Yindi Aborigine-Rockstar Yunupingu gestorben

Der größte Hit seiner Band, "Treaty", erinnerte die australische Regierung an ein Versprechen gegenüber den Aborigines. Yothu Yindi mischten Didgeridoo-Klänge mit Rock-Sounds, ihr Sänger war ein Botschafter seines Volkes. Nun ist Yunupingu gestorben, er wurde 56 Jahre alt.


Der Sänger der australischen Aborigines-Band Yothu Yindi ist tot. Yunupingu sei in seinem Haus im entlegenen Yirrkala (Northern Territory) im Alter von 56 Jahren an den Folgen eines langen Nierenleidens gestorben, meldete der australische Rundfunk am Montag. Die Band würdigte ihn auf ihrer Internetseite für sein Engagement für die Ureinwohner des fünften Kontinents. "Er war eine kreative und einigende Kraft. Wir hoffen, sein Vermächtnis hält ewig."

Yunupingu war Mitbegründer, Songschreiber und auch Gitarrist der 1986 ins Leben gerufenen Band. Er setzte sich für ein Abkommen zwischen den Ureinwohnern und den weißen Australiern ein, das die australische Regierung Jahre zuvor versprochen hatte. Das Lied "Treaty" (Vertrag) war ein weltweiter Hit. Als Lehrer arbeitete er mit Aborigines-Kindern. 1992 war er für sein Engagement als Musiker und Erzieher zum Australier des Jahres gewählt worden. Er rief das Garma-Kulturfestival ins Leben.

Yothu Yindi ("Kind und Mutter") verbanden westlichen Pop und Rock mit der ursprünglichen Musik Australiens. Dazu zählt auch das näselnde Didgeridoo, ein kompliziert zu blasendes Holzrohr. Mit der CD "Tribal Voice" (1991) gelang der Band, der auch weiße Musiker angehören, international der Sprung in die Hitparaden.

1998 war Peter Maffay mit der Band durch Deutschland getourt. Zuvor hatte er mit Yothu Yindi und anderen internationalen Künstlern die CD "Begegnungen" aufgenommen. Im Jahr 2000 war die Band bei der Abschlusszeremonie der Olympischen Spiele in Sydney aufgetreten.

Die australische Premierministerin Julia Gillard beklagte den Verlust eines "einzigartig talentierten Musikers, leidenschaftlichen Anwalts der Aborigines und wahrhaft großartigen Freundes". Yothu Yindi tourten einst durch die USA und Kanada im Vorprogramm ihrer Landsleute von Midnight Oil. Deren Sänger, Peter Garrett, ist heute Minister in der australischen Regierung. Garrett sagte über Yunupingu: "Er sang über Versöhnung und bemühte sich stets, seinem Volk zu dienen. Sein Vermächtnis ist unermesslich, aber der Verlust ist groß."

feb/AP/Reuters/dpa

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