Der Drehbuchautor Felix Huby ("Bienzle", "Schimanski") ärgert sich, die Affäre um die NDR-Fernsehfilmchefin Doris Heinze nicht öffentlich gemacht zu haben. "Es haben immer alle gewusst", sagte Huby dem Hamburger Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL.
Das Vertrauensverhältnis zwischen Huby und Heinze sei "völlig gestört" gewesen, nachdem die NDR-Redakteurin Huby die Entwicklung der "Tatort"-Figur Casstorff wegnahm und damit einen Regisseur beauftragte. "Auffällig war, wie gut und persönlich das Verhältnis der beiden war."
Huby geht davon aus, dass Doris Heinze "in dieser Dreistigkeit" ein Einzelfall sei. "Aber es kommt öfter vor, dass Leute, die im Sender sitzen und dort ein hohes Gehalt beziehen, sich die Geschichten von Autoren unter den Nagel reißen." Auch gebe es Unregelmäßigkeiten bei Produktionsaufträgen.
"Ich war mal selbst dabei, als ein Redakteur zum Produzenten sagte, 'Kannst du nicht mal mit runter kommen und im Teppichladen den Teppich ein bisschen runterhandeln?'. Hinterher erzählte mir der Produzent, dass er jetzt einen Teppich für 25.000 Mark kaufen müsse."
"Was bis heute noch völlig normal ist, sind ausgiebige Recherchereisen für die Redakteure auf Kosten der Produzenten. Und da kennt und erfüllt der eine oder andere natürlich auch die Vorlieben der Redakteure. Manchmal war der Drehbuchautor selbst noch nicht mal an dem Schauplatz, aber der Redakteur", sagte Huby im SPIEGEL.
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