Kai Gniffke, der Chefredakteur von ARD-aktuell, hat auf die Kritik von Ulrich Wickert an den Nachrichten des öffentlich-rechtlichen Fernsehens reagiert, die der in einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" geäußert hatte.
In einem Beitrag für den Blog von "Tagesschau.de" schrieb Gniffke am späten Donnerstagabend in Bezug auf Wickerts Einwand, das vollständige Kabinett sei, als die Zusammensetzung der Regierung feststand, in keiner Nachrichtensendung von ARD oder ZDF gemeldet worden: "Nun finde ich, dass sich dieser Vorwurf nur schwer mit unserer Berichterstattung vom 23. Oktober verträgt, in der wir in ausführlichen Beiträgen über die MinisterInnen und die künftige inhaltliche Ausrichtung ihrer Häuser berichtet haben. Das geht dann doch über das Aufzählen von Namen hinaus."
Wickerts Kritik, die "Tagesschau" habe am darauffolgenden Sonntag nicht mit dem FDP-Parteitag, sondern einem Anschlag in Bagdad aufgemacht, kontert Gniffke: "Das ist (zum Glück) kein Alltag in Bagdad, sondern waren die schwersten Anschläge seit zwei Jahren. Das gehört nach meinem Nachrichtenverständnis natürlich vornehin in die 'Tageschau'". Wickert hatte geschrieben: "Solche Attentate im Irak ereignen sich alle paar Tage."
Sehr überrascht habe ihn auch die Diagnose, den ARD-Nachrichten fehle das Bewusstsein für den öffentlich-rechtlichen Auftrag, meint Gniffke: "Das hatte ich so noch nicht gehört. Vielmehr neckt man uns ja gelegentlich damit, wir seien zu staatstragend. Besonders unterhaltsame Elemente hat man der 20-Uhr-'Tagesschau' noch nie nach gesagt."
Auch den von Wickert geäußerten Tadel an der Sprache der öffentlich-rechtlichen Nachrichtensendungen wies der ARD-aktuell-Chef zurück: Unsere Texte finde ich sprachlich außerordentlich akkurat".
sha
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