Von David Kleingers
Laut Statistik haben wir im vergangenen Jahrzehnt wieder reichlich Lebenszeit vor dem Fernseher verbracht. Dass die Glotze in den Nullerjahren ein Leitmedium blieb, lag ohne Zweifel auch an der Begeisterung für neue Serienformate. Dabei entbehrt es nicht einer feinen Ironie, dass in einer Dekade des populistischen, oft tumben Antiamerikanismus, der erst mit der Wahl Barack Obamas nachlassen sollte, gerade innovative Prime-Time-Programme aus den USA unsere Sehgewohnheiten nachhaltig veränderten.
Was per Sender oder DVD aus den Staaten auf die hiesigen Bildschirme gelangte, hat nicht nur das individuelle und gesamtkulturelle Verständnis von TV-Fiktion, sondern auch die Möglichkeiten des Erzählens, ja das Medium selbst neu definiert. Jeder Zuschauer hat hierzu selbstverständlich seine ganz eigene Konsumgeschichte zu erzählen. Deshalb - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - sieben subjektive Anmerkungen zu zehn folgenreichen Fernsehjahren zwischen Flimmern und Rauschen.
1. Keine Stunde null auf der Mattscheibe: TV-Fiktion zwischen Kontinuität und Innovation
Immer wenn von einer Revolution im Fernsehen gesprochen wird, ist Vorsicht geboten. Denn schon allein aus ökonomischer Notwendigkeit heraus scheut das Medium Radikalität und möchte Bewährtes konservieren. Und wenn das nicht funktioniert, dann wird eben eifrig kopiert. Möglichst endlose Fortsetzung ist das Prinzip der Serienproduktion, und so prägen Kontinuitäten und Klone einen Großteil des Programms.
Mal von Dauerbrennern wie den "Simpsons" ganz zu schweigen, ragten zahlreiche erfolgreiche Programme weit in die Nullerjahre hinein. Als etwa mit dem Verschwörungsmarathon "X-Files" und Joss Whedons Popkulturdrama "Buffy the Vampire Slayer" zwei stilbildende Serien der Neunziger im neuen Jahrtausend endeten, galt es eine Lücke zu füllen. Unter dem Überbegriff "Mystery" wurde daher allerhand Übernatürliches auf den Markt gebracht, und auch der Posten einer weiblichen Heldin war seit Buffys Abgang vakant. "Tru Calling", "Dead Like Me", "Medium", "Ghost Whisperer" und etliche weitere Kreationen folgten mit wechselndem Erfolg. Und im Falle der immens populären "Friends" versuchte man mit "Joey" lieber gleich einen offiziellen Spin-Off der Sitcom, der jedoch mangels Ideen und Interesse schnell abgesetzt wurde.
Dennoch gilt im Serienalltag: Die wirklichen TV-Neuerungen der vergangenen zehn Jahre entstanden zumeist aus kühnen Umdeutungen des Bekannten - und nahezu jede gelungene Serienschöpfung zog vergessenwürdige Plagiate nach sich.
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Das mit dem Quantitätsvorteil ist natürlich ein Punkt, der in dieser Diskussion etwas untergeht. Den qualitativ ist das Fernsehen in den USA genau so niveaulos und flach wie bei uns (wenn nicht sogar noch beknackter). Das in [...] mehr...
Hab`ihn auch auf meinem Blog zitiert. Dexter gehört natürlich genannt, auch wenn es für mich weit hinter meinen Top-Serien The Sopranos, The Wire und The Shield rangiert. Ausführlicher hier: [...] mehr...
Ntürlich sind "Forensik-Serien" Kindergarten Niveau. Eine weitere Variation des albernen "Verbrechen lohnen sich nicht", "unser Polizei ist ja viel klüger als ihr". "Isar 12" oder so [...] mehr...
Ich weiß ja das "Dexter" technisch, dramaturgisch und schauspielerisch ganz grosses Tennis ist, nur hab ich nie einen Zugang zu dieser Serie gefunden, oder auf Deutsch: nicht gehooked. "Insbesondere diese üblen [...] mehr...
Als völlig spoiler-unempfindlicher Zuschauer kann ich das nie so recht nachvollziehen. Nett ist ungewolltes spoilern aber natürlich trotzdem nicht. mehr...
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