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25.04.2010
 

"Dresden"-Produzent

Nico Hofmann beklagt Sparzwang im TV

Fernsehproduzent Hofmann: "Will nicht, dass Selbstwertgefühl von Quoten abhängig wird"Zur Großansicht
DPA

Fernsehproduzent Hofmann: "Will nicht, dass Selbstwertgefühl von Quoten abhängig wird"

Nico Hofmann wartet "auf bessere Zeiten": Die wirtschaftliche Lage der Branche verschlechtere sich, sagte der TV-Produzent dem SPIEGEL, viele Stoffe seien heute nicht mehr zu realisieren. Sein aktuelles Wunschprojekt: ein Film über den Selbstmord Robert Enkes.

Hamburg - Der TV-Erfolgs-Produzent Nico Hofmann ("Dresden", "Die Luftbrücke", "Die Flucht") warnt vor den Folgen der Wirtschaftskrise für seine Branche: Gerade bei den Finanzen "verschärft sich die Lage für uns alle zusehends", sagte er in einem Gespräch mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. Zwar habe er volles Verständnis dafür, dass die Sender kritischer werden. Doch es gebe auch Grenzen.

"Man kann nicht Stalingrad inszenieren, und dann fehlen die Panzer." Er selbst hat für das mehrteilige Kriegs- und Historiendrama "Unsere Mütter, unsere Väter" aus einer ursprünglichen Kalkulation von 20 Millionen Euro "mittlerweile fünf Millionen rausgekürzt, damit wir das Projekt endlich angehen können". Lieber lege er jetzt den einen oder anderen Stoff zur Seite "und warte auf bessere Zeiten".

Hofmann hadert nicht nur mit der Branche, sondern auch mit sich: "Ich hinterfrage zurzeit, was ich eigentlich künftig machen möchte", sagte er dem SPIEGEL. Gerade werde sein Vertrag neu verhandelt, aber es gehe ihm nicht ums Geld, sondern darum, was er sich noch zumute. "Über zehn Jahre mit unserer Firma Teamworx waren eine spannende, erfolgreiche Zeit, aber seit Jahren habe ich keinerlei Privatleben mehr, führe keine Beziehung, die diesen Namen verdient hätte. Jeder potentielle Partner flüchtet da schnell. Ich will nicht, dass Selbstwertgefühl von Quoten oder Kritiken abhängig wird", so Hofmann.

Als er zuletzt die enttäuschenden Quoten seines Sat.1-Eventfilms "Die Grenze" erfuhr, sei für ihn alles auseinandergebrochen. Das Projekt habe er als "wichtigstes meines ganzen bisherigen Lebens" empfunden. "Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie mich das noch immer mitnimmt." Seiner jüngsten Produktion "Dutschke", die am nächsten Dienstag im ZDF ausgestrahlt wird, prophezeit er nur eine "extrem bescheidene Quote". Grund: Zeitgleich spielt Bayern München in der Champions League.

Doch die Themen gehen Hofmann nicht aus. Zurzeit denkt er über eine Verfilmung des tragischen Freitodes von Robert Enke nach, die er gern mit der Witwe des verstorbenen Nationaltorhüters umsetzen würde: "Am liebsten würde ich den Film gemeinsam mit ihr erarbeiten. Mich hat die Aufrichtigkeit von Teresa Enke tief beeindruckt, auch wie sie das Problem Depression offen thematisiert hat."


Hinweis der Redaktion: In einer ersten Version dieser Meldung wurde irrtümlich der Eindruck erweckt, Produzent Hofmann befinde sich mit Frau Enke in Verhandlungen über eine Verfilmung. Konkrete Gespräche finden derzeit nicht statt. Wir haben die Meldung entsprechend angepasst.

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insgesamt 14 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
28.04.2010 von Terrorkater: Leider

Leider sind die Filme Makrfe Dresden, Luftbrücke etc nur UNterhaltungsmassneware mit Hang zur Gescgichtsklitterung. Auch wenn die Privaten keine GEZ-Mittel bekommen, so schöpfen sie doch eifrig in den Filmförderungen. Ich [...] mehr...

27.04.2010 von killerspots: Hofmann profitiert nur bedingt bis gar nicht von der GEZ!

Hier muss man ganz klar richtig stellen: Nico Hofmann produziert mit seiner Firma Teamworxx großteils für private Fernsehsender wie beispielsweise Sat.1. Diese Sender werden nicht durch die GEZ untersützt. Auch wenn Nico Hofmann [...] mehr...

26.04.2010 von fhouseman: Überflüssig

In diesem Falle begrüße ich die Sparzwänge und hoffe sehr, daß Herr Hofmann keinen Euro mehr aus GEZ-Gebühren bekommt. Die unverfrorene Geschichtsklitterung "Dresden" und der realitätsferne Edelkitsch "Die [...] mehr...

25.04.2010 von nizo b.: Das gleiche Schicksal wie ein Tatort Kommissar

Herr Hofmann erleidet das gleiche Schicksal wie ein Tatort Kommissar: es gibt so viel Böses auf der Welt, da geht das Privatleben des einsamen Helden den Bach runter. Doch es gibt einen Ausweg: das eigene Management-Modell [...] mehr...

25.04.2010 von TomTheViking: ach ja die offensichtlich unrechtlichen Sende "Anstalten"

Vieleicht sollte er sich mal einem wirklich spannenden Polit-Wirtschaftskrimi widmen. Den Klima- und Energielügen zum Beispiel. Woher kommt die Religion wer nutzt diese aus und wer agiert da mit geschickter Propaganda, wer mit [...] mehr...

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