Hamburg - Günther Jauch kehrt zur ARD zurück. Der Moderator von "Wer wird Millionär" und "Stern TV" wechselt 2011 ins erste Programm. Er übernimmt den Sendeplatz von Anne Wills ARD-Polittalk. Das teilte der Sender am Donnerstag mit.
Der 53-Jährige werde einen Dreijahresvertrag bekommen. Für den Kölner Privatsender RTL wird Jauch jedoch weiterhin seine Erfolgsshow "Wer wird Millionär?" moderieren. Er präsentiert das Quiz seit 1999. Das Magazin "Stern TV" wird er jedoch im Laufe des Jahres 2011 abgeben. Sein Nachfolger soll laut RTL spätestens Anfang 2011 bekanntgegeben werden - der wird sich auch mit einem neuen Konkurrenten auseinanderzusetzen haben: Jörg Pilawa soll beim ZDF auch gegen "Stern TV" antreten.
"Schön, dass es im zweiten Anlauf geklappt hat", zitierte die ARD den Moderator. "Jetzt freue ich mich auf meine Sendung am Sonntagabend im Ersten."
Der ARD-Vorsitzende, SWR-Intendant Peter Boudgoust, erklärte in einer Pressemitteilung: "Wir bieten dem Großmeister der journalistischen Unterhaltung ein Programmumfeld, das seinen Fähigkeiten entspricht."
Auch ARD-Programmdirektor Volker Herres zeigte sich sehr erfreut über die Verpflichtung. "Mit Deutschlands wohl beliebtestem Moderator werden wir das Informationsprofil des Ersten weiter stärken und unser Angebot noch klarer und verlässlicher strukturieren."
Einheitlicher "Tagesthemen"-Sendeplatz
Jauchs Verpflichtung geht bei der ARD einher mit einem neuen Programmkonzept. Jauch moderiert am Sonntag um 21.45 Uhr seinen Polittalk, von Montag bis Donnerstag legt die ARD einheitlich den Ausstrahlungsbeginn der "Tagesthemen" auf 22.15 Uhr. Am Montag gibt es wie bisher um 22.45 Uhr "Beckmann", am Dienstag zur selben Zeit "Maischberger" und am Mittwoch "Hart aber fair" mit Frank Plasberg (bislang um 21.45 Uhr).
Auch am Donnerstag soll es eine Gesprächssendung geben. Offen lässt die ARD, ob der Sendeplatz um 22.45 Uhr für Anne Will bestimmt ist. Sie würde am Donnerstag unmittelbar mit ZDF-Talkerin Maybrit Illner konkurrieren, die bereits um 22.15 Uhr startet. Ein ARD-Sprecher wollte sich auf Anfrage nicht dazu äußern.
Die Sprecherin der zuständigen Produktionsfirma Will Media GmbH reagierte nur wortkarg - und relativ verschnupft: "Wir sind heute Morgen informiert worden. Der NDR beabsichtigt, uns einen alternativen Sendeplatz im Ersten anzubieten. Darüber werden wir in aller Ruhe nach unserer Sommerpause entscheiden."
Im Januar 2007 hatte Jauch Verhandlungen mit der ARD platzen lassen. Er sollte damals als Nachfolger Sabine Christiansens eine Polit-Talkshow am Sonntagabend moderieren. Jauch begründete seine Absage mit der Angst vor den Zwängen des öffentlich-rechtlichen Senders, der ihn exklusiv an sich binden wollte.
Jauchs journalistische Karriere hatte nach einer ersten Station bei RIAS in Berlin beim Bayerischen Rundfunk ihren Lauf genommen. Ab Juli 1985 arbeitete er mit Thomas Gottschalk bei der "B3 Radioshow", dann als Moderator der populären TV-Sendung "Live aus dem Alabama". 1987 wechselte Jauch zum ZDF, wo er ab 1988 den, wie er es nannte, "Hochaltar der Sportsendungen" leitete, das "Aktuelle Sportstudio". 1990 dann ging Jauch bei RTL mit "Stern TV" auf Sendung.
Bereits im Januar 2010 war bekannt geworden, dass Jauch die Geburtstagssendung der ARD produziert.
sha/dpa/APD/ddp
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Für Jauch eine gute Gelegenheit, Polit-Talkshows eine neue Struktur zu geben. Er sollte vorher mal das Buch "Polit-Talkshows - Bühnen der Macht. Ein Blick hinter die Kulissen" (2009, Bouvier-Verlag), Hg. Von Sascha [...] mehr...
... Das Schlimme ist doch, daß diese Dampfplauderer auf allen Hochzeiten tanzen, Politik, Sport, Unterhaltung, Kochshows, bald machen sie auch noch Gesundheitssendungen und sprechen das Wort zum Sonntag. Niemand steht mehr [...] mehr...
Ach, Leute, ja ... Mit dem Geld hätte er auch ein paar Strassenunterquerungen für die alljährlichen Froschwanderungen finanzieren können. Aber der investiert ja lieber in Beton. Isses möglich ...? mehr...
Oder doch so: Das bezahlt er nicht aus Honoraren sondern aus Werbeeinnahmen. Viel schlimmer. Mit dem Geld hätte der feine Herr Zehntausende Kinder vor dem Tod retten können. Aber nein, der Herr kauft ja lieber Beton. Widerlich [...] mehr...
Diese Aussage wollten Sie sicher gar nicht so machen, wie ich sie verstanden habe, verstehen mußte! ;-))) Einfach so zwei gaaanz normale Wie-Du-und-ich-Bürger mit hinzubitten? (Willkürlich - jau! *g*) Ha! Und wenn die plötzlich [...] mehr...
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