Hamburg - Provokation ist bekanntlich sein Geschäft und so kann diese kleine Geschichte aus dem Alltag des Thilo Sarrazin fast nicht mehr überraschen: Deutschlands derzeit bekanntester Thesenritter hat in einer Pilotsendung für eine Late-Night-Show Benjamin von Stuckrad-Barre bei einem Ratespiel einen Post-it-Zettel mit der Aufschrift "Josef Goebbels" auf die Stirn geklebt - Stuckrad-Barre sollte erraten, wessen Name da auf seinem Haupt pappt. Nachdem ihm dies gelungen war, sagte Sarrazin über Joseph Goebbels, dieser sei "sehr gut mit Worten" gewesen.
Die Talkshow auf dem digitalen Spartenkanal ZDF-Neo, die der Buchautor und Journalist Benjamin Stuckrad-Barre moderieren wird und die von der Produktionsfirma des Schauspielers und Comedians Christian Ulmen produziert wird, will der ZDF-Ableger im Dezember erstmals ausstrahlen. ZDF-Neo richtet sich an ein deutlich jüngeres Publikum als sein Muttersender. Die Pilotsendung, die im Juni in Berlin aufgezeichnet wurde, diente als Test - offensichtlich gefiel den Senderverantwortlichen das Konzept, denn 2011 soll die Show regelmäßig donnerstagabends zu sehen sein.
Seinen Gast Thilo Sarrazin, seinerzeit noch nicht als Buchautor, wohl aber mit scharfen Thesen zum Thema Integration aufgefallen, verwickelte Stuckrad-Barre in der Pilotsendung in das Ratespiel "Wer bin ich?", bei dem dem Gegenüber ein Zettel mit dem Namen eines Prominenten auf die Stirn geklebt wird, den dieser durch Fragen erraten soll.
Sarrazin bekam einen Zettel mit der Aufschrift "Bushido" angeheftet und klebte wiederum den Zettel mit dem falschgeschriebenen Joseph Goebbels an die Stirn des Moderators - mit dem Kommentar "ein bisschen gemein ist es schon". Unter anderem sagte Sarrazin zu Stuckrad-Barre/Goebbels: "Ihre Beliebtheit schwankte stark." Replik von Stuckrad-Barre: "Das kennen wir beide, oder?" Nachdem der Moderator - mit etwas Hilfe - das Rätsel gelöst hatte, rief er aus: "Das ist ja echt ein Ding. Haben Sie das da draufgeschrieben?". Sarrazins Antwort: "Ja, der Mann war sehr gut mit Worten, ein Menschenverführer."
Der Ausschnitt aus der nicht für die Öffentlichkeit bestimmten Pilotsendung hatte seinen Weg auf die Videoplattform YouTube gefunden - "Keine Ahnung, wie es reinkam", so ZDF-Neo-Leiter Norbert Himmler gegenüber SPIEGEL ONLINE. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete in ihrer Freitagsausgabe über Sarrazins Auftritt, woraufhin das ZDF den Clip zunächst aus Urheberrechtsgründen sperren ließ. "Es war eine zusammengeschnittene, nicht autorisierte Version", so Himmler: "Aber wir haben nichts zu verbergen." Deshalb hat der Sender inzwischen den kompletten Auftritt von Sarrazin bei YouTube und in seiner Mediathek zur Verfügung gestellt.
Wären die Goebbels-Aussagen in einer regulären Sendung gefallen, wären sie nicht herausgeschnitten worden, so der Senderverantwortliche. "Wir wünschen uns von der Sendung auch in Zukunft eckige und kantige Talkgäste."
feb
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Wenn Sie das Buch gelesen haben, sind Sie in der Lage, Ihre Frage selbst zu beantworten. mehr...
Genau so ist es. Man wollte das Volk nicht mit dem Wort "Einwanderung" erschrecken, weil man wusste und befürchtete, dass die Reaktion genau so ausfallen würde wie jetzt. Es sind genau die Sarrazin-Bejubler, die jede [...] mehr...
Niedersachen/Bellevue oder auch Berlin wären aber auch durstige Orte. Ich habe jedenfalls den Eindruck, da könnte es mal ordentlich "regnen". mfg mehr...
Langsam solte sich der Spiegel echt wieder einkriegen. Im übrigen war Thilos Aussage schlichte Tatsache ohne jede Wertung, schließlich war der Herr Chef der Propaganda. Herr bitte lass es Hirn vom Himmel regnen, vor allem über [...] mehr...
Jetzt um Gottes Willen nicht noch von ´End´Lösungen sprechen. Es reicht doch schon das Sarrazin Goebbels gut findet. mehr...
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