Charakterdarsteller Andreas Schmidt ist tot

Sein markantes Gesicht kennt man aus "Die Fälscher" und "Timm Thaler", Ruhm erlangte er vor allem durch den Kinohit "Sommer vorm Balkon": Nun ist Andreas Schmidt im Alter von 53 Jahren gestorben.

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Einen Namen machte er sich vor allem mit schwierigen Milieustudien. In Filmen wie Eoin Moores "Pigs Will Fly" aus dem Jahr 2002 spielte er gewalttätige Typen, brachte aber durch sein feinnerviges Spiel auch unerwartete Nuancen in die Figuren. Mit seinem Stammregisseur Moore drehte er auch "Conamara" (2000) oder "Plus-minus null" (1998).

Andreas Schmidt wurde 1963 in Heggen im Sauerland geboren und wuchs im Berliner Märkischen Viertel auf. Zuletzt lebte er in Berlin-Kreuzberg. Immer wieder drehten sich die Filme, in denen er auftrat, um den Kiez. Etwa Michael Kliers "Heidi M." (2001), "Im Schwitzkasten" (2005, wieder unter Moores Regie) oder Andreas Dresens Erfolgsfilm "Sommer vorm Balkon" (2005), durch den Schmidt einem größeren Publikum bekannt wurde.

Sein Charakterkopf war auch immer wieder in "Tatort"- und "Polizeiruf"-Folgen zu sehen. Er gehörte zum Team des KZ-Dramas "Die Fälscher", das 2008 mit dem Oscar für den besten ausländischen Film ausgezeichnet wurde. Im April 2009 erhielt er den Deutschen Filmpreis als bester Nebendarsteller für seinen Auftritt in "Fleisch ist mein Gemüse". Zuletzt war er erst Anfang 2017 im Kinderfilm "Timm Thaler oder das verkaufte Lachen" (wieder unter Dresens Regie) im Kino zu sehen.

Jetzt starb Andreas Schmidt im Alter von 53 Jahren nach längerer Krankheit am Donnerstag in Berlin, wie seine Agentin am Freitag mitteilte.

cbu/dpa



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