Ausgefallene "Anne Will"-Sendung Keiner wollte über die GroKo talken

Fernsehmüde Politiker - so was gibt es offenbar auch: Anne Will hätte am Sonntagabend gern über die GroKo und den Abgang von Martin Schulz getalkt - es fanden sich aber keine Gäste.

Anne Will
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Ursprünglich war am Abend vor Rosenmontag keine "Anne Will"-Sendung geplant gewesen. Zum Dauerbrenner Groko und dem Chaos in der SPD wollte der Sender dann aber doch eine außerreguläre Ausgabe des Talkformats produzieren.

Das ist nach Angaben der ARD aber an der erfolglosen Suche nach geeigneten Gästen gescheitert. Offenbar sind zur Zeit viele Politiker fernsehmüde.

Nach dem Abschluss der Koalitionsverhandlungen, den Diskussionen um die Verhandlungsergebnisse und der Kritik am Noch-SPD-Parteivorsitzenden Martin Schulz habe es die Überlegung gegeben, eine Sendung auf die Beine zu stellen. "Allerdings hatten sich potenzielle Gäste für eine einstündige Gesprächssendung an diesem Sonntag offenbar Zurückhaltung auferlegt", heißt es in einer ARD-Mitteilung.

In den sozialen Medien hatte es Kritik daran gegeben, dass Anne Will ausgerechnet nach einer politisch so bewegten Woche nicht zu sehen war.

Von der "Anne Will"-Redaktion oder ihr selbst gab es auf Anfrage keine Stellungnahme zu den kritischen Stimmen. "Das Statement der ARD ist auch unseres." Am kommenden Sonntag ist die Diskussionsrunde im Ersten wieder auf Sendung.

cbu/dpa



insgesamt 52 Beiträge
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hardy.stiefel 12.02.2018
1. Klasse
Es hat sich wirklich jemand getraut, nicht in ein Mikro zu sprechen und in eine Kamera zu lächeln? Jeder kennt den Stil von Frau Will. Hier scheint der Name auch Programm zu sein. "Ich WILL die Antwort, welche ich hören möchte und in mein Programmschema passt. Es gibt aber noch keine Entscheidungen, alles ist im Fluss. Wieso dann wieder heiße Luft produzieren und die Presse fällt über einen her. "Keine neuen Ideen, keine Zukunft usw." Alles Punkte, die noch vollkommen offen bleiben. Denn viele hängt auch von den Personen ab, die es zu verantworten haben. Kurz, Deutschlands Talkelite ist bis nach der SPD Mitgliederentscheidauswertung zum Zuschauen und Nichtstun verdammt. Was aber die Journalisten nicht hindern wird, weiterhin wild drauf los zu spekulieren, Richtungen anzudeuten oder gar schon als beschlossen darstellen usw. Wir sollten der Politik die Zeit geben, die Verhandlungen und die Personalien zu entscheiden. Am Ende haben wir alle etwas davon.
_Mitspieler 12.02.2018
2. Aus der Not ne Tugend machen
Vielleicht wäre es ja einmal informativ und allgemein erhellend, anstelle des nachhaltig seichten politischen Einerleis einmal Journalisten und/oder Normalbürger (immerhin vom Staat auch als Schöffen Berufsrichtern zur Seite gestellt) einzuladen. Weniger, als bei dem grundsätzlich gebotenen „alternativlosen“ Herumgeeiere einiger einschlägiger Berufspolitiker, käme dabei mit Sicherheit nicht heraus.
dirk1962 12.02.2018
3. Das ist kein Verlust
8 von 10 Sendungen im Talkformat sind eh sinnlos und inhaltsleer. Also war der Ausfall der Sendung kein wirklicher Verlust.
shardan 12.02.2018
4. Verpasste Chance
Dass die Sendung ausfallen sollte, ruft berechtigte Kritik hervor. Dass die Sendung mit dieser Begründung ausfallen musste, ist in meinen Augen nicht weniger kritikwürdig. Sehe ich die dauerpräsenz einiger Politiker in anderen Medien, kommt mir die Frage hoch, wie echt diese Begründung ist. Sei dem wie es sei: Es wäre DIE Chance gewesen, statt der ewig gleichen Politikergesichter mal etwas anderes zu versuchen: Öffentlichkeit. Es dürfte nicht schwer sein, politisch interessierte Bürger zu der Sendung zu bewegen. Es wäre eine große Chance gewesen, mal die Meinung der Bürger anstatt des ewig gestrigen, unbelehrbaren Politiker-Schwadronierens zu senden. Scheinbar steht dem aber das Parteibuch des Chefredakteurs und/oder Geschäftsführers entgegen.
mucki007 12.02.2018
5. Nichts versäumt
Was soll es denn auch zu talken geben. Jeden Tag wird die ganze Sache in den Medien breitgetreten. Außerdem schadet es gar nichts, wenn auch mal Frau Will merkt, dass Ihre Sendung bei Politikern und Zuschauern nicht an erster steht, außerdem wird niemand an diesem Abend etwas vermissen.
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