Hamburg - Als die ARD Ende April auf einer Pressekonferenz ankündigte, einen großen Teil ihrer Angebote im Internet zu löschen, war das wohl als Signal gedacht, das zeigen sollte, wie ernst man es mit den Auflagen der Politik nimmt.
Doch jetzt regt sich, wie der SPIEGEL in seiner neuen Ausgabe meldet, Kritik an diesem Vorgehen bei den für die Kontrolle zuständigen Rundfunkräten der ARD. Die "medienwirksam verkündeten" Löschungen seien "bei den Gremien auf Unverständnis und Verärgerung gestoßen", beschwert sich der Vorsitzende der Konferenz der Gremienvorsitzenden, Harald Augter, in einem Brief an den ARD-Vorsitzenden Peter Boudgoust.
Es sei der "falsche und unseres Erachtens verfahrensgefährdende Eindruck" entstanden, über die Internetangebote der ARD sei schon abschließend entschieden – trotz der "laufenden Verfahren" und "noch nicht abgeschlossenen Beratungen der Gremien". Augter schreibt weiter: "Ich hätte es für sinnvoll gehalten, die Gremien zuvor einzubeziehen und ihre maßgebliche Rolle auch der Presse gegenüber deutlich zu machen." Diese Vorbehalte gebe es "auch in anderen Rundfunkräten".
Boudgoust wies die Kritik in seiner Antwort zurück. Die frühe Löschung habe praktische Gründe gehabt. Zudem habe er bei der Pressekonferenz "die wichtige Arbeit der Gremien" betont.
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