Wegen starker Kostenzuwächse ARD meldet Mehrbedarf in Milliardenhöhe an

Noch sind die Mehreinnahmen aus der Umstellung des Rundfunkbeitrags auf Sperrkonten. Doch die ARD möchte ran an die Reserve - und behauptet, sie brauche sogar noch deutlich mehr Geld.

ARD-Vorsitzender Marmor: Fordert "Ausgleich für Preissteigerungen"
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ARD-Vorsitzender Marmor: Fordert "Ausgleich für Preissteigerungen"


Die ARD möchte wegen ihres wachsenden Geldbedarfs an den Milliardenüberschuss aus dem Rundfunkbeitrag heran, der bislang auf Sperrkonten eingefroren ist. Das geht aus einer Mitteilung des Senderverbunds hervor. Die ARD legte am Freitag der Expertenkommission KEF einen Antrag für die Finanzen von 2017 bis 2020 vor.

"Gute Programme kosten Geld, deswegen brauchen wir für die kommende Beitragsperiode ab 2017 einen Ausgleich für Preissteigerungen", erläuterte der ARD-Vorsitzende Lutz Marmor.

Die ARD-Sender erwarten sogar so starke Kostenzuwächse, dass ihr Finanzbedarf auch mit der Auflösung der 1,16 Milliarden Euro ARD-Beitragsrücklage noch nicht gedeckt wäre. "Wir brauchen die komplette ARD-Reserve und nach heutigem Stand 99 Millionen Euro mehr pro Jahr", sagte Marmor.

Die Steigerung des Aufwands pro Jahr liege für seinen Senderverbund in den vier Jahren bei durchschnittlich 2,2 Prozent. Neben steigenden Gehältern müsse die ARD unter anderem wachsende Kosten für Programm und den Ausbau digitaler Verbreitungswege schultern, sagte Marmor.

Die Beitragsrücklage besteht aus Zusatzeinnahmen aus der Umstellung von der alten Rundfunkgebühr auf den neuen Rundfunkbeitrag im Jahr 2013. Noch bis Ende 2016 dürfen ARD, ZDF und Deutschlandradio nicht vom Geldsegen profitieren. Sie hatten ihren Finanzbedarf schon vorher angemeldet. Gelder, die darüber hinausgehen, fließen auf Sperrkonten.

Die KEF überprüft den angemeldeten Bedarf der Rundfunkanstalten und gibt eine Empfehlung an die Länder zur Höhe des Rundfunkbeitrags ab. Das Gremium kann aber auch die Anmeldungen der Sender eindampfen. Die Ministerpräsidenten wollen den Beitrag stabil halten

feb/dpa

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pauschaltourist 28.08.2015
1.
Der öffentl. Rundfunk (bislang 8 Milliarden €/Jahr inkl. Arte) tritt mit dieser Forderung derart unglaublich dreist auf, dass es ob dieses zur Schau gestellten Selbstbewusstseins schon wieder Bewunderung hervorruft.
christian.neiman.7 28.08.2015
2. Gute Programme kosten Geld
nach der Logik sollte man den Etat verdoppeln, ach was, verdreifachen. Zahlt ja alles der Gebührenzahler, egal ob er/sie sich das Programm der ARD antut oder nicht.
florian29 28.08.2015
3. unglaublich!
ich würde der ARD raten einmal zu sparen anzufangen. oder aufzuhören. denn was sich das Staatsfernsehen in Deutschland leistet, ohne jegliche Form von kontrolle, das kann sich keine Fernsehanstalten der Welt erlauben. und das unter dem Niveau des ddr-staatsfernsehens. abschalten!!!
sapereaude! 28.08.2015
4. Welche Preissteigerung?
---Zitat--- "Gute Programme kosten Geld, deswegen brauchen wir für die kommende Beitragsperiode ab 2017 einen Ausgleich für Preissteigerungen", erläuterte der ARD-Vorsitzende Lutz Marmor. ---Zitatende--- Ja, 7,99€ im Monat. Und dafür bekomme ich bei einem Anbieter meiner Wahl so ziemlich Alles, was ich sehen will. Welche Preissteigerung? Seit einer gefühlten Ewigkeit erzählt man uns, dass wir praktisch keine Inflation haben, und malt immer wieder das Gespenst der Deflation an die Wand. Interessanterweise schieben auch die Stadtweke und ÖPNV-Unternehen immer wieder die Preissteigerungen als Argument vor. Wer belügt uns denn da?
cum infamia 28.08.2015
5. Unverständliche !
Man schaue sich einmal das Wochenprogramm ,z.B. vom 22.8.bis 28.8.15 an : Wiederholung, Wiederholung, Wiedrholung. Ist das wirklich so teuer -oder hat sich auch da schon wieder ein" Faß ohne Boden" aufgetan...
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