Schlechte Einschaltquoten: ARD setzt Gottschalk ab

Die ARD stellt die Sendung "Gottschalk Live" ein. Der Vorabend-Talk wird am 7. Juni zum letzten Mal ausgestrahlt. Darauf verständigten sich die ARD-Intendanten nach Informationen von SPIEGEL ONLINE auf einer Schaltkonferenz. Der Moderator bedauert den Schritt.

Aus für "Gottschalk Live": Das Publikum hat entschieden Fotos
DPA

Berlin/Köln - Es ist vorbei: Die ARD hat beschlossen, die quotenschwache Vorabendsendung "Gottschalk Live" einzustellen. Am Mittwoch ist die Redaktion nach Informationen von SPIEGEL ONLINE vom Redaktionsleiter Markus Peichl darüber informiert worden, dass am 7. Juni die letzte Folge ausgestrahlt werde. Vorher hatten sich die ARD-Intendanten auf einer Schaltkonferenz über die Absetzung geeinigt. Offenbar ging die Initiative dafür von WDR-Intendantin Monika Piel aus, in deren Haus die Sendung produziert wird. Piel hatte zuvor lange für Gottschalk gekämpft.

Die Einstellung ist keine fristlose Kündigung - zum 7. Juni wäre "Gottschalk Live" in die reguläre Sommerpause gegangen. Danach soll kein neues Showformat den gescheiterten Vorabend-Talk ersetzen. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE sollen vorerst Regional-Serien Gottschalk ersetzen.

Der ehemalige "Wetten, dass..?"-Moderator Thomas Gottschalk war Ende Januar mit seiner neuen Sendung "Gottschalk Live" angetreten, um der ARD am Vorabend mehr Zuschauer zu bringen - und ist damit spektakulär gescheitert. Den angestrebten Marktanteil von über zehn Prozent konnte er nicht einmal annähernd erreichen - meistens war es nicht einmal die Hälfte.

Der Moderator selbst äußerte sich in einer Pressemitteilung der ARD über das Show-Aus: "Ich nehme diese Entscheidung der Intendanten mit Bedauern zur Kenntnis, habe aber volles Verständnis dafür", heißt es darin. "Über das Schicksal eines Fernsehmoderators entscheidet das Publikum, und ich muss zur Kenntnis nehmen, dass es mir nicht gelungen ist, an diesem Programmplatz genügend Zuschauer zu begeistern."

"Leider ist der Funke nicht übergesprungen"

Monika Piel, die zugleich auch ARD-Vorsitzende ist, dankte dem Moderator für seine große Begeisterung, seine Kreativität und seine Risikobereitschaft: "Ich finde es schade, dass 'Gottschalk Live' beim Publikum nicht den Zuspruch gefunden hat, den wir diesem Format alle gewünscht haben", hieß es in der Pressemitteilung weiter. "Es war ein Experiment, auf das sich Thomas Gottschalk mit seiner ganzen Persönlichkeit eingelassen hat. Er ist mit uns gemeinsam das Wagnis für ein neues Sendekonzept für den Vorabend eingegangen."

Auch die Produzentin der Sendung, Ute Biernat, bedauert die Absetzung von "Gottschalk Live" in der ARD. "Zu einem erfolgreichen Fernsehformat gehören immer zwei, der Macher und der Zuschauer. Wir Macher haben in diesem Fall unser Bestes getan, leider ist der Funke beim Zuschauer nicht übergesprungen," sagte am Mittwoch die Geschäftsführerin der Produktionsfirma Grundy Light Entertainment mit Sitz in Köln. Biernat dankte Thomas Gottschalk für seine "außergewöhnliche Leidenschaft, die er in die Sendung gesteckt hat, und der ARD für den Mut, dieses Konzept auszuprobieren".

Ob der Moderator eventuell eine neue Sendung in der ARD erhält, ließen die Verantwortlichen offen: "Wir werden nun in aller Ruhe gemeinsam über eine Zusammenarbeit in anderer Form nachdenken", teilte Piel mit.

Zuletzt hatte es in der ARD Befürchtungen gegeben, die schlechten Gottschalk-Quoten könnten das Gesamtergebnis des Senders beeinträchtigen. Nach Informationen des SPIEGEL haben die schlechten Zuschauerzahlen von "Gottschalk live" das erste Programm in der Publikumsgunst auf den vierten Rang abrutschen lassen.

kuz/bos/dpa/dapd

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insgesamt 118 Beiträge
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1. Na endlich
Michael KaiRo 18.04.2012
Zitat von sysopDie ARD stellt die Sendung "Gottschalk Live" ein. Der Vorabend-Talk wird am 7. Juni zum letzten Mal ausgestrahlt. Der Sender macht damit von einem Sonderkündigungsrecht wegen schlechter Einschaltquoten Gebrauch. Schlechte Einschaltquoten: ARD*setzt Gottschalk ab - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,828348,00.html)
schickt diesen alten Mann endlich in Rente. Kohle genug dürfte er haben. Kann ihn nicht mehr sehen!
2. Eilantwort !!!
driftwood1973 18.04.2012
Zitat von sysopDie ARD stellt die Sendung "Gottschalk Live" ein. Der Vorabend-Talk wird am 7. Juni zum letzten Mal ausgestrahlt. Der Sender macht damit von einem Sonderkündigungsrecht wegen schlechter Einschaltquoten Gebrauch. Schlechte Einschaltquoten: ARD*setzt Gottschalk ab - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,828348,00.html)
Wurde auch Zeit. Bei sovielen Talkshows in denen es die meisten Moderatoren vor allem besser können ( Jauch, Maischberger und Will) war Gottschalk so überflussig wie ein Kropf.
3.
unterweger! 18.04.2012
Ausserhalb des Mikrokosmos "Wetten, dass...?" scheinen andere Maßstäbe zu gelten... Naja, besser isses! Ich persönlich habe ihn als Moderator immer als höchst durchschnittlich empfunden, hat halt nur von dem Format und der ZDF-Hängematte profitiert...
4. Endlich hat diese Peinlichkeit ein Ende...
Elmar_Fudd 18.04.2012
Zitat von sysopDie ARD stellt die Sendung "Gottschalk Live" ein. Der Vorabend-Talk wird am 7. Juni zum letzten Mal ausgestrahlt. Der Sender macht damit von einem Sonderkündigungsrecht wegen schlechter Einschaltquoten Gebrauch. Schlechte Einschaltquoten: ARD*setzt Gottschalk ab - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,828348,00.html)
... und erlöst mich des Fremdschämens für diesen abgehalfterten Möchtegern-Spassvogel.
5.
glen13 18.04.2012
Zitat von sysopDie ARD stellt die Sendung "Gottschalk Live" ein. Der Vorabend-Talk wird am 7. Juni zum letzten Mal ausgestrahlt. Der Sender macht damit von einem Sonderkündigungsrecht wegen schlechter Einschaltquoten Gebrauch. Schlechte Einschaltquoten: ARD*setzt Gottschalk ab - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,828348,00.html)
Ein normaler Vorgang. Quoten schlecht = Werbepreise schlecht. Gottschalk kann jetzt in Ruhe sein Vermögen verwalten.
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