Olympische Sommerspiele: ARD und ZDF setzen auf Streaming-Marathon

Von Cai-Simon Preuten

Bei den Olympischen Sommerspielen in London übertragen ARD und ZDF die meisten Wettkämpfe im Internet. Die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten bieten sechs Livestreams an - und auch das Hauptprogramm wird im Netz gezeigt.

ZDF-Trio Cerne (l.), Müller-Hohenstein (Mitte), Steinbrecher (r.): Olympia wandert ins Netz Zur Großansicht
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ZDF-Trio Cerne (l.), Müller-Hohenstein (Mitte), Steinbrecher (r.): Olympia wandert ins Netz

Hamburg - ARD und ZDF setzen bei der Berichterstattung zu den Olympischen Sommerspielen in London (27. Juli bis 12. August) konsequent auf das Internet. Unter sportschau.de/olympia und zdfsport.de übertragen die öffentlich-rechtlichen Sender in sechs Livestreams täglich bis zu 60 Stunden Sport. Zusätzlich sind auch die Hauptprogramme im Netz zu sehen.

"Es gibt so viele Olympische Wettkämpfe, aber nur ein Bild. Das Streaming wird uns helfen, dieses Problem zu lösen", sagte ARD-Teamchef Walter Johannsen bei der Vorstellung des Programms am Donnerstag. Insgesamt zeigen die deutschen Sendeanstalten fast 900 Stunden Olympia, davon allerdings nur 260 Stunden im TV.

In den vergangenen Jahren hatten die Sender einen Teil ihrer Berichterstattung auf die Digitalsender ausgelagert. Im Internet sollen die Zuschauer nun keine Entscheidung mehr verpassen, selbst wenn keine deutschen Athleten um Medaillen kämpfen. "Das Angebot bietet dem Publikum eine bislang nicht gekannt Vielfalt", sagte Johannsen. Zu den Bildern, die von der gastgebenden Sendeanstalt Olympic Braodcasting Services produziert werden, gibt es die Möglichkeit, Liveticker, Statistiken und Hintergrundinformationen aufzurufen. Durch die "Timeshift"-Funktion können die Streams auch zeitversetzt geschaut werden.

ARD und ZDF übertragen die Wettkämpfe im Netz allerdings nicht in HD und auch sonst wird "natürlich nicht der gleiche Aufwand betrieben wie im Fernsehen", sagte ZDF-Chefredakteur Peter Frey. Zwei Drittel der Übertragung sollen kommentiert werden. Die ARD-Experten übernehmen die Moderation im Netz, wenn das ZDF im TV sendet und andersherum. Es gibt keine Anmoderationen, Einspieler oder Interviews. Die Zuschauer bekommen im Internet den "puren Sport", sagte ZDF-Programmchefin Anke Scholten.

Bereits bei den Olympischen Sommerspielen in Peking 2008 und bei den Winterspielen in Vancouver 2010 hatten die Zuschauer die Möglichkeit, die Wettkämpfe online zu verfolgen. Die Europäische Rundfunkunion EBU, ein Zusammenschluss von 74 Rundfunkanstalten, dem auch ARD und ZDF angehören, sendete auf mehreren Livestreams Bilder, allerdings ohne Kommentar.

Um das Online-Angebot in zufriedenstellender Qualität empfangen zu können, ist laut ZDF ein DSL-Anschluss mit einer Übertragungsrate von mindestens 2 Mbit/s notwendig. Dennoch dürften die Sender mit dem Schritt ins Internet mehr Zuschauer erreichen als über die Digitalsender.

Einen "Quantensprung" versprachen die TV-Sender für die Übertragung der Paralympics (29. August bis 9. September). Mehr als 65 Stunden Sendezeit und damit doppelt so viel wie bei den Wettkämpfen in Peking wird es in London geben. "Wir wollen den Athleten die Bühne geben, die sie verdienen", sagte Johannsen.

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