Hamburg/München - Anfang des Jahres spendierte sein Sender ihm einen zusätzlichen Sendeplatz pro Woche - doch auch diese Maßnahme zog nicht mehr: Sat.1 hat angekündigt, Harald Schmidts Late-Night-Show Anfang Mai abzusetzen. Die Sendung hatte nie die erhofften Zuschauerzahlen erreicht, der Marktanteil lag bis auf wenige Ausnahmen klar unter zehn Prozent.
Laut dem Sender habe man sich mit der Produktionsfirma Kogel & Schmidt nach "intensiven Gesprächen darauf verständigt", die Sendung mit Stand-up-Comedy und Gästen am 3. Mai zum letzten Mal auszustrahlen. Schmidt selbst zitiert der Sender in der Mitteilung mit nur einem Wort: "Schade."
Der Produzent und langjährige Schmidt-Freund Fred Kogel äußerte sich ausführlicher - und legte den Dissens mit den Senderverantwortlichen offen: "Die Sendungen waren gut, die Quoten waren es insgesamt noch nicht." Eine tägliche Late-Night-Show brauche entsprechende Rahmenbedingungen und vor allem Zeit. "Wenn man darüber keine Einigung erzielen kann, hört man besser auf."
Erst im vergangenen September war der 54-jährige Schmidt von der ARD zu seinem ehemaligen Haussender Sat.1 zurückgekehrt, anfangs noch für zwei Sendungen pro Woche. Bei vielen Kritikern kam sein Late-Night-Talk durchaus noch gut an, jedoch nicht bei den Zuschauern. Der Sender reagierte, indem er Schmidt einen weiteren Sendeplatz auch am Donnerstag freiräumte - und hoffte, durch die erhöhte Präsenz mehr Publikum zu gewinnen. Vergebens.
"Auch die Erhöhung der wöchentlichen Frequenz auf drei Ausgaben hat die Fangemeinde leider nicht ausreichend erweitern können", sagte Sat.1-Geschäftsführer Joachim Kosack - und schickte dem früheren Aushängeschild des Senders noch ein Kompliment hinterher: "Harald Schmidt ist für mich persönlich Late Night der Extraklasse."
fdi/dpa/dapd
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