Bambi-Verleihung Liebesgrüße aus Berlin

Claudia Schiffer will weiter träumen, Arnold Schwarzenegger will "kämpfen, kämpfen, kämpfen" und Hugh Jackman jeden Tag genießen: In Berlin sind die Bambis verliehen worden - tränenreiche Liebesbekundungen inklusive.

DPA

Zum 69. Mal ist am Donnerstagabend in Berlin der Medienpreis Bambi verliehen worden. Als beste Schauspieler wurden dabei Heino Ferch und Alicia von Rittberg ausgezeichnet. Ferch bekam das goldene Rehkitz für seine Rollen in der Martin-Suter-Verfilmung "Allmen" und den Thriller "Spuren des Bösen". Von Rittberg wurde für die Klinikserie "Charité" ausgezeichnet. Zum besten Film kürte die Jury die Flüchtlingskomödie "Willkommen bei den Hartmanns".

Einen Sonderpreis sprach die Jury dem NSU-Drama "Aus dem Nichts" zu, die Auszeichnung nahmen Schauspielerin Diane Kruger und Regisseur Fatih Akin entgegen. "Wenn ich etwas von diesem Film gelernt habe, dann, dass wir jede Sekunden mit den Menschen, die wir lieben, nutzen und genießen sollten", sagte Kruger unter Tränen. "Ich denke heute Abend besonders an zwei Menschen, mit denen ich gern noch ein paar Sekunden gehabt hätte. Mein Stiefpapa und meine Oma."

Video-Interview mit Kruger: "Die Rolle hat mich beinahe umgebracht"

Warner Brothers/Gordon Timpen, S

Auch andere Preisträger erinnerten an ihre Liebsten. "Da ist jemand, der mich auffängt, mich in den Arm nimmt und mir die Last nimmt", sagte Helene Fischer zu ihrem Freund Florian Silbereisen. "Für deine Liebe danke ich dir und dafür, dass du mein Zuhause bist." Fischer hatte mit ihrem Auftritt die Show eröffnet und einen Bambi in der Kategorie Musik national bekommen.

Hollywoodstar Hugh Jackman, der den Entertainment-Bambi erhielt, kam ohne seine Frau Deborra-Lee Furness nach Berlin. Sie müsse auf die Kinder aufpassen, sagte er. Sie habe ihm beigebracht, Spaß zu haben, jeden Tag zu genießen und: "Was wirklich leidenschaftliche Liebe heißt, dass das keine Legende ist, sondern wirklich Realität." Die beiden sind seit mehr als 20 Jahren verheiratet.

Actionstar und Ex-Gouverneur Arnold Schwarzenegger wurde mit dem Bambi für sein Engagement im Umweltschutz und als "Klimavorreiter" geehrt. "Ich hab viel in meinem Leben gemacht, aber ich bin am stolzesten auf meine Arbeit für die Umwelt", sagte Schwarzenegger, der sich immer wieder gegen die Klimapolitik von US-Präsident Donald Trump stellt. "Ich werde das für den Rest meines Lebens machen: kämpfen, kämpfen, kämpfen."

Der chinesische Künstler Ai Weiwei bekam einen Bambi in der Kategorie Mut, die Laudatio hielt Außenminister Sigmar Gabriel: "Er kämpft nicht gegen etwas, sondern für etwas", sagte der SPD-Politiker über Ai Weiwei. "Für eine Welt, die allen Menschen ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht - in Freiheit, aber vor allem auch in Würde."

Der frühere Bundespräsident Joachim Gauck wurde in der Kategorie Millennium für sein Lebenswerk gewürdigt. "Ich glaube, ich sollte diesen Bambi mit all denen teilen, die irgendwann freiwillig etwas tun über ihr Ego hinaus. Und das macht das Land schön, dass es so etwas gibt."

Den Fashion-Bambi konnte Claudia Schiffer mit nach Hause nehmen. Sie sei diesmal etwas aufgeregt, schließlich müsse sie ja auf die Bühne und eine Rede halten, sagte das Model im Vorfeld. Schon vor mehr als 20 Jahren bekam Schiffer einen Shootingstar-Bambi, nun wurde sie für ihre inzwischen 30-jährige Karriere geehrt. In ihrer Rede sagte sie: "Wenn das jetzt hier ein Traum ist, dann hoffe ich noch ein paar Stunden schlafen zu können, damit das hier nicht vorbei ist."

Die Preisträger der 69. Bambi-Verleihung im Überblick:

  • Sonderpreis der Jury: Der Film "Aus dem Nichts" von Fatih Akin mit Diane Kruger
  • Schauspieler national: Heino Ferch ("Allmen" und "Spuren des Bösen")
  • Schauspielerin national: Alicia von Rittberg ("Charité")
  • Film national: "Willkommen bei den Hartmanns"
  • Entertainment: Hugh Jackman
  • Musik national: Helene Fischer
  • Comedy: Monika Gruber
  • Sport: Wladimir Klitschko
  • Legende: Tom Jones
  • Fashion: Claudia Schiffer
  • Millennium: Joachim Gauck
  • Mut: Ai Weiwei
  • Publikumsbambi Moderation: Kai Pflaume
  • Unsere Erde: Arnold Schwarzenegger / Melati und Isabel Wijsen ("Bye Bye Plastic Bags")
  • Stille Helden: Krankenschwester Waltraud Hubert

aar/dpa



insgesamt 22 Beiträge
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RalfHenrichs 17.11.2017
1. Wen interessiert das?
Vor allem: nach welchen Kriterien erhält wer einen Bambi? Wer entscheidet? Es fehlt jegliche Transparenz, Basis und Offenlegung von Kriterien. Eine peinliche Veranstaltung, die sich nicht mit so etwas wie Oscar, Echo oder Sportler des Jahres vergleichen kann. Da kann ich dies nämlich nachvollziehen.
mirror66 17.11.2017
2. Überzuckerung
Unerträglicher Kitsch! Ich habe in den Werbepausen eines Films in einem anderen Programm immer Mal reingeschaut. Länger als 5 Minuten nicht zu ertragen! Man möchte so gern wie die Oskars sein und ist doch Lichtjahre entfernt. Provinzielle Show, die sich lächerlich aufbläht. Aber natürlich freuen wir uns mit der Zwangsfinanzierung der ÖR zur Werbung für das Haus Burda beizutragen. Später dann nochmal dürfen wir auch das ebenfalls sehr arme Haus Springer bei der goldenen Kamera unterstützen. Haben wir ein unfassbares Göück!
swf3 17.11.2017
3. Was ist
denn das Lebenswerk von Jo Gauck? Vielleicht, dass er sehr erfolgreich die Seiten gewechselt hat und es verstand, sich als Bürgerrechtler, der er nie war, zu etablieren?
sekundo 17.11.2017
4. Datt Bambi
Was macht man in einem Land ohne wirkliche Movie-Stars aber trotzdem so eine Art Oscar-Verleihung feiern möchte? Richtig, man lädt wirkliche, allerdings schon etwas abgehalfterte Stars aus dem Ausland ein. Und um dem Ganzen die verbeulte Krone aufzusetzen wird so eine Knallcharge wie Heino Ferch zum besten deutschen Schauspieler bestimmt. Der Mann arbeitet seit Jahren vergeblich am zweiten Gesichtsausdruck. Und mit welchen Mitteln der "beste Schauspieler" ermittelt wurde, ist nicht bekannt. Möglicherweise kam ein ungeeichter Geigerzähler zum Einsatz. Aber das spielt ja bei der Erbärmlichkeit unserer Unterhaltungs- Industrie eigentlich auch keine Rolle mehr! Und jetzt alle: Atemlos!
fatherted98 17.11.2017
5. Glaube nicht...
...das sich diese Selbstbeweihräucherung alternder "Supermodels" und "Laiendarsteller und Moderatoren" noch irgendjemand anschaut...aber Hauptsache auf den Putz hauen und feiern...und das alles zur besten Sendezeit in der ARD....auf einem Spartenkanal wie ONE hätte ich das ja noch verstanden....denn kennt und guckt eh keiner....aber mit den Zwangsgebührenzahlern kann man es ja machen.
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