Medienoffensive Obamas verhandeln offenbar mit Netflix über eigene TV-Formate

Obama News statt Fox News? Laut "New York Times" verhandeln der ehemalige US-Präsident Barack Obama und seine Frau Michelle mit Netflix. Es geht offenbar darum, politische TV-Formate für den Streamingdienst zu produzieren.

Barack Obama in der Netflix-Talkshow von David Letterman
Netflix

Barack Obama in der Netflix-Talkshow von David Letterman


Der ehemalige US-Präsident Barack Obama und seine Frau Michelle befinden sich laut "New York Times" in fortgeschrittenen Verhandlungen mit Netflix, mehrere TV-Shows für die Streamingplattform zu produzieren. Die Zeitung beruft sich auf Teilnehmer an den Verhandlungen, die allerdings noch nicht abgeschlossen seien.

Bei den Shows soll es sich um dokumentarische Formate handeln, in denen Barack und Michelle Obama Themen wie Gesundheitspolitik, Immigration oder Klimawandel aufgreifen. Auch dass die Obamas als Marke bei Netflix etabliert werden und mit ihrem Namen für andere, nicht von ihnen produzierte Inhalte werben, soll eine Option sein, über die gesprochen werde, so die "New York Times".

Den Obamas könnte der Deal mit dem weltgrößten Streamingdienst und dessen 118 Millionen Abonnenten eine globale Plattform für ihre politische Agenda verschaffen. Barack Obama wolle mit den geplanten Shows allerdings nicht direkt auf die Politik seines Nachfolgers Donald Trump reagieren, schreibt die "New York Times" weiter.

"Auf einem anderen Planeten"

Die Obamas haben sich nach ihrem Abschied aus dem Weißen Haus öffentlich sehr zurückgehalten. Sie leben zwar weiterhin in Washington, sind dort aber kaum zu sehen. Mit Spannung war deshalb ein Auftritt von Barack Obama in David Lettermans neuer Talkshow "My Next Guest Needs No Introduction" erwartet worden - sie läuft bei Netflix.

In der Sendung kritisierte Obama auch den Sender Fox News für seine parteiisch gefärbten Nachrichten: "Wenn Sie Fox News schauen, leben Sie auf einem anderen Planeten." Ein Deal mit Netflix könnte deshalb auch als mediale Gegenoffensive zu Fox News oder Breitbart, der ultrakonservativen News-Website, die unter Steve Bannon zum Leitmedium für das rechte Lager in den USA aufstieg, verstanden werden.

Vor dem möglichen Schritt zum Streaming sind sowohl Michelle als auch Barack Obama aber noch mit einem anderen Medium beschäftigt: Beide verfassen zurzeit ihre Memoiren. Berichten zufolge sollen sie für ihre Bücher gemeinsam mehr als 60 Millionen Dollar erhalten haben.

hpi/dpa

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