Falsche Missbrauchsvorwürfe: BBC zahlt Entschädigung an Politiker

Der britische Politiker Alistair McAlpine erhält knapp 230.000 Euro von der BBC. Damit entschädigt der Sender den 70-Jährigen für falsche Kindesmissbrauchsvorwürfe, die in einem Bericht geäußert worden waren.

BBC-Zentrale in London: 185.000 Pfund an McAlpine Zur Großansicht
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BBC-Zentrale in London: 185.000 Pfund an McAlpine

London - Die britische Rundfunkanstalt BBC hat einer Entschädigungszahlung an einen britischen Politiker zugestimmt, der in einem Bericht fälschlicherweise beschuldigt worden war, Kinder missbraucht zu haben. Der frühere Schatzmeister der Tories, Alistair McAlpine, erhält 185.000 Pfund (rund 229.000 Euro) von der BBC. Zuvor hatte McAlpine eine Verleumdungsklage eingereicht.

Die umfangreiche Zahlung stehe für die "Schwere der Vorwürfe, die wir fälschlicherweise erhoben haben", teilte der Sender mit. Dem 70-Jährigen werden auch seine Kosten erstattet. Vor Gericht soll zudem eine Erklärung verlesen werden, mit der sich die BBC bei McAlpine entschuldigen will.

Er begrüße die schnelle und frühe Einigung, sagte McAlpine. "Ich war mir bewusst, dass jeder Vergleich von den Gebührenzahlern finanziert wird, und habe dies bei den Verhandlungen mit der BBC berücksichtigt", so der Politiker. Er wolle jetzt auch Einigungen mit weiteren Organisationen erzielen, die verleumderische Äußerungen über ihn veröffentlicht hätten sowie mit Einzelpersonen, die den Kurznachrichtendienst Twitter zur Verbreitung genutzt hätten.

Vor knapp zwei Wochen war McAlpine in einem Bericht der BBC-Sendung "Newsnight" beschuldigt worden, in den Siebzigern Kinder missbraucht zu haben. Vor Ausstrahlung der Sendung hatten die Redakteure den Politiker nicht mit den Vorwürfen konfrontiert. Nachdem McAlpines angebliches Missbrauchsopfer seine Vorwürfe zurückgezogen hatte, entschuldigte sich die BBC bei dem Politiker. BBC-Chef George Entwistle hatte wegen der Affäre seinen Hut nehmen müssen. Am Montag hatte der Sender weitere Disziplinarmaßnahmen eingeleitet. Die britische Medienaufsicht Ofcom leitete am Donnerstag Ermittlungen gegen die BBC und ITV ein, die ebenfalls einen falschen Bericht über McAlpine gesendet hatte.

max/afp/Reuters

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