Fund in Abstellkammer Verschollene "Doctor Who"-Episoden in Nigeria entdeckt

Ihm blieb fast das Herz stehen: Der Chef einer nigerianischen Fernsehstation hat in einer Abstellkammer seines Senders verschollene Folgen der legendären BBC-Serie "Doctor Who" gefunden. Dank des warmen Klimas seien die Bänder des Science-Fiction-Dauerbrenners bestens erhalten.

  Szene aus "Doctor Who: Planet of the Dead": 50 Jahre, mehr als 700 Folgen
REUTERS

Szene aus "Doctor Who: Planet of the Dead": 50 Jahre, mehr als 700 Folgen


London - Neun Episoden der britischen Science-Fiction-Serie "Doctor Who" galten als verschollen - jetzt sind sie in Nigeria wieder aufgetaucht. Die vermissten Folgen und zwei weitere seien in einem Abstellraum einer nigerianischen TV-Station wiedergefunden worden, teilte die BBC mit. Auf den Bändern aus den sechziger Jahren sind auch einzelne Episoden der mehrteiligen Geschichten "The Web of Fear" und "The Enemy of the World". Beide bestehen aus insgesamt sechs Folgen - und sind jetzt nahezu komplett.

Der Chef der TV-Station, Philip Morris, hatte die Bänder gefunden, berichtet die BBC. "Ich erinnere mich, wie ich den Staub von den Bändern und Kisten abgewischt habe und mein Herz fast stehenblieb, als ich die Wörter sah: 'Doctor Who'", erzählt Morris. Da sei ihm klar geworden, dass er eine sehr spezielle Entdeckung gemacht habe. Zum Glück seien die Bänder in Afrika verlorengegangen. Durch die warmen Temperaturen hätten sie dort "optimale Bedingungen" gehabt.

"Doctor Who" wurde von 1963 bis 1989 von der britischen BBC ausgestrahlt und im Jahr 2005 wiederbelebt. Sie ist damit die am längsten laufende TV-Serie überhaupt. Mit ihren 723 Episoden steht sie sogar im "Guinness Buch der Rekorde".

Und der zwölfte Doktor ist: Peter Capaldi

Frühe Episoden der Serie gingen aber verloren, weil die Macher Bänder löschten, um sie wiederzuverwenden. Mindestens 27 werden immer noch vermisst, darunter die dritte Folge aus der "The Web of Fear"-Reihe.

Darin kämpft Patrik Troughton, der zweite Doctor Who, mit einem Roboter-Yeti im Londoner Untergrund. Die Szenen sollen so realistisch gewesen sein, dass den Verantwortlichen vorgeworfen wurde, dass sie dort unerlaubt gedreht hätten. Die nun aufgetauchten Folgen von "The Enemy of the World" sind im James-Bond-Stil gehalten, inklusive explodierendem Helikopter, Hovercraft und einem Bösewicht mit ausländischem Akzent.

Die Entdeckungen kommen zu einem günstigen Zeitpunkt: Im November feiert die Serie ihr 50-jähriges Jubiläum. Erst im August wurde mit Peter Capaldi der mit Spannung erwartete zwölfte Doctor Who der Öffentlichkeit präsentiert. Zwei der nun wiederentdeckten Folgen wurden bereits am Donnerstag gezeigt. Unter den Gästen der Veranstaltung waren der BBC zufolge auch die ehemaligen Doctor-Who-Darsteller Frazer Hines und Deborah Watling.

vks/AP

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insgesamt 28 Beiträge
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Seite 1
uchawi 11.10.2013
1.
Originelle Bildunterschrift. Wem soll denn da fast das Herz stehen geblieben sein? Dem Doctor? Oder seinem Companion? Oder doch dem TV-Stationschef Morris? Warum dann aber ein Bild von David Tennant, dem zehnten Doctor? Diese neuen Folgen wurden nicht vermisst.
abu_kicher 11.10.2013
2. Mich würde mal interessieren...
in welcher Beziehung Magnetbänder in Afrika optimale Bedingungen vorfinden. Schön heiß und feucht? Wohl kaum.
wdiwdi 11.10.2013
3. Ideale Lagerbedingungen?
Also nach meinem Kenntnisstand sind das für Magnetbänder Temperaturen ständig unter 23oC und so niedrige Luftfeuchtigkeit wie möglich. Also alles andere als Tropensommer in einer unklimatisierten Abstellkammer...
rudolf_mendt 11.10.2013
4. Signals
Dieses Ereignis könnte den Lauf der Geschichte für immer ändern.
Tai Kahar 11.10.2013
5. Laaangsam
Lest mehr reddit... die News ist schon paar Tage alt...
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