Nach Belästigungsvorwürfen Fox News zahlt gefeuertem Co-Chef Abfindung in Millionenhöhe

Nach Vorwürfen sexueller Belästigungen bei Fox News wurde Bill Shine gefeuert - weil er von den Übergriffen gewusst haben soll. Nun wurde bekannt, dass der heutige Trump-Berater dafür gut entschädigt wurde.

Bill Shine
REUTERS

Bill Shine


Der stellvertretende Kommunikationschef des Weißen Hauses Bill Shine hat Millionen von Dollar von der Muttergesellschaft von Fox News Channel als Abfindung bekommen. Weitere Millionenzahlungen sind vorgesehen, wie aus einem neuen Bericht hervorgeht, der die Finanzen des Senders offenlegt.

Der am Freitag veröffentlichte Bericht zeigt, dass Shine nach seinem Ausscheiden im Mai 2017 Abfindungszahlungen in Höhe von 8,4 Millionen Dollar von 21st Century Fox erhielt. Außerdem wird er 2018 und 2019 Bonus- und Optionszahlungen in Höhe von sieben Millionen Dollar für die zwei Jahre erhalten. Die Vereinbarung läuft am 1. Mai 2019 aus.

Shine arbeitet seit Anfang dieses Jahres für die Trump-Regierung. Er musste von seinem Amt als Co-Präsident von Fox News zurücktreten, nachdem bereits der bekannte Moderator Bill O'Reilly und Fox-News-Gründer Roger Ailes ihre Posten wegen Vorwürfen von sexueller Belästigung räumen mussten.

Shine galt als Vertrauter von Ailes. Ihm selbst wurden keine sexuellen Übergriffe vorgeworfen. Es soll jedoch jahrelang von den Übergriffen gewusst haben, ohne etwas zu unternehmen.

Die ehemalige Moderatorin Gretchen Carlson hatte Ailes in einer Gerichtsklage beschuldigt, sie jahrelang sexuell bedrängt zu haben. Mehrere Kolleginnen schlossen sich der Klage an. O'Reilly und Fox News sollen zudem 13 Millionen Dollar, rund 12,2 Millionen Euro, an fünf Frauen gezahlt haben, die dem Starkommentator Belästigung vorgeworfen hatten.

Es ist nicht der einzige Skandal bei Fox News. Mehrere Mitarbeiter haben Klage gegen den Sender wegen rassistischer Diskriminierung eingereicht. Fox News streitet die Vorwürfe vehement ab.

lie/AP

insgesamt 9 Beiträge
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quark2@mailinator.com 24.11.2018
1.
"Gewußt haben soll" ist eben kein Kündigungsgrund. Diese Art "Recht durch Mob" ist völlig unerträglich. Entweder jemand ist verurteilt, oder er gilt als unschuldig und kann entsprechend auch erwarten, seinen Job zu behalten. Und weil sich solche Anschuldigungen nicht aus der Welt schaffen lassen, hat die Anzeige zunächst vertraulich zu erfolgen und der Name erst dann veröffentlicht zu werden, wenn eine Verurteilung vorliegt. Alles andere hat mit unseren Grundwerten nichts zu tun.
wokri 24.11.2018
2. Für
Fox und Trump sind solche Übergriffe nicht schlimm. Das gehört halt zum Mann sein dazu. Wie Trump ja bereits unlängst bei seinem angeblichen Umkleide Talk im Bus zugab.
sven2016 24.11.2018
3. So ein Verhalten lohnt sich
auch noch, zumindest bei den White Suprematists. Gute, patriotische Menschen beraten dann den Präsidenten. Ist ja eigentlich nichts passiert. Vladimir Trump hat die amerikanische Scheinheiligkeit als Vehikel benutzt und die psychisch Gestörten unterstützen ihn. America is great again. Lock them up.
chiefseattle 24.11.2018
4. Sex sells
Es geht hier um Millionen Dollar!!!!
penie 24.11.2018
5. Ich kann quark2 nur zustimmen.
Intwischen scheint es vor allem in USA aber auch bei uns wie in totalitären Staatern zu laufen: Eine Anschuldigung genügt. Wie die jeweiligen Strafprozesse ausgehen (falls es welche gibt), scheint keine Rolle mehr zu spielen. Besonders ekelhaft: Die Frauen, die solche Anschuldigungen gegen prominente Männer erheben, erhalten anscheinend regelmäßig Entschädigungen in Millionenhöhe. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.
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