Neue TV-Serie "Bob's Burgers" Das Braten hat ein Ende

FOX/ Comedy Central

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Noch böser als die "Simpsons": Die Belchers aus der Animationsserie "Bob's Burgers" sind Amerikas neueste Durchschnittsfamilie - liebenswert und unglaublich unterhaltsam.

Der Traum vom eigenen Burger-Laden: Für Bob Belcher und seine Frau Linda soll er nach einigen fehlgeschlagenen Versuchen endlich wahr werden. Doch die Neueröffnung läuft grandios aus dem Ruder, weil die jüngste Tochter in der Schule herumerzählt hat, ihr Vater verarbeite Menschen zu Hackfleisch. Das ruft nicht nur verunsicherte Karnivoren auf den Plan, sondern auch das Gesundheitsamt.

So beginnt die erste Folge von "Bob's Burgers". Die Serie startet am Montag auf Comedy Central in Deutschland. In den USA, wo die Serie seit 2011 läuft, hat sie nach und nach Kritiker überzeugen können. Die hatten zunächst befürchtet, die Burger-Serie wolle einfach nur geschmackloser als "Family Guy" oder "Simpsons" sein.

Doch stattdessen zeigt "Bob's Burgers", wie eine liebenswerte Familie um das Überleben ihres Burger-Ladens kämpft: den stets zwischen wahnsinnigem Optimismus und Pessimismus schwankenden Bob, der erst freudig die Aufgaben des Tages verteilen will und schließlich kapituliert ("Ich würde euch alle feuern, wenn ich könnte"), die enthusiastische Musical-Liebhaberin Linda, die auf eine eigene Karriere verzichtet hat und Bob hilft und auch dann noch an ihn glaubt, wenn der wieder und wieder Hochzeitstage und Geburtstage vergisst. Und die drei Kinder: Neben Louise, deren Menschenfleisch-Gerücht noch einer der harmloseren ihrer böswilligen Scherze ist, sind das Gene und Tina.

Angriff mit der Furzkanone

Gene terrorisiert schon mal die Besucher des benachbarten Bestattungshauses mit einer Furzkanone und ist vor allem furchtbar doof. Tina, die Älteste, kämpft mit der Pubertät und hat allerlei Jungsfantasien, die sie mit monotoner Stimme vorträgt. Vor allem aber scheint sie die einzig halbwegs Vernünftige zu sein. Von ihren Geschwistern wird sie als Autistin verspottet.

"Bob's Burgers" hat alles, was eine gute Sitcom ausmacht. Serien-Erfinder Loren Bouchard versammelt schräge, aber letztlich doch liebenswerte Charaktere und lässt sie völlig absurde Probleme lösen - und wir Zuschauer lachen mit ihnen über diese Absurditäten. Dabei ist der Humor deutlich böser und anarchischer als bei anderen Serien. Dafür wird nicht jeder Witz dreimal angekündigt und anschließend noch doppelt erklärt.

Wer sich an den immer gelben "Simpsons" und deren Quietschestimmen satt gesehen hat, findet mit "Bob's Burgers" mehr als würdigen Ersatz. Jede einzelne Episode liefert ein Feuerwerk an Ideen, Gags und Zitaten. Auch noch in den wenigen durchschnittlichen Momenten ist "Bob's Burgers" lustig. Und so viel sei verraten: Am Ende der ersten Episode liegt der Anteil an Menschenfleisch im Burger-Grundstoff bei unter vier Prozent. Der Neueröffnung steht insofern nichts im Wege.


"Bob's Burgers", ab 1.12.2014, 19.50 Uhr auf Comedy Central

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insgesamt 16 Beiträge
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alternativloser_user 01.12.2014
1.
Simpsons soll böse sein ? Habe ich was verpasst ? Das wars vielleicht ganz zu Anfang mal bis es weichgespült wurde. Wenn man schon was von Matt Groening als Referenz für "bösen Humor" heranziehen will, dann bitte Futurama. Wobei die beste Serie weder Simpsons, noch Family Guy, noch Futurama sondern eindeutig SOUTHPARK ist. Da werden aktuelle Gesellschaftliche Probleme richtig böse vermittelt.
schilling246 01.12.2014
2.
In der Tat waren die Simpsons nur in Bezug auf Barts und Homers Dummheit wirklich böse. Southpark, und da gebe ich dem ersten Kommentar vollkommen recht, wäre die zu nennende Serie gewesen, denn dort ist man in Sachen Bösheit kaum zu überbieten.
MarioDeMonti 01.12.2014
3.
Leider werden im deutschen Fernsehen die üblichen Verdächtigen unter den (amerikanischen) Sitcoms und Zeichentrickserien in einer Dauerschleife gezeigt, so dass neue und interessante Serien oft keine Chance haben. Von "Bob's Burgers" habe ich schon gehört, aber noch keine Folgen gesehen. Vielleicht schaue ich mal rein. Hier noch ein paar Tipps für Freunde von Trickserien. "Archer" Die ersten Staffeln dieser Agentenparodie liefen schon im deutschen Fernsehen, aber gerade die Wortspielereien in den Dialogen lassen sich schwer übertragen. "Rick and Morty" Eigentlich eine normale Familie, allerdings ist der Großvater Rick ein verrückter Wissenschaftler a la Doc Brown, der seinen gutmütigen Enkel Morty für seine Experimente ausnutzt. "The Venture Bros." Wer die alten Abenteuerserein wie "Johnny Quest", "Scooby Doo", "Fantastic Four" usw. kennt, wird hieran seinen helle Freude haben. Meine Lieblingsfiguren sind das Superbösewichtehepaar The Monarch und Dr. Girlfriend.
hansmaus 01.12.2014
4.
also Simpsons und böse :D Da kann ich mich nur anschließen, das ist weiche seichte Kost wo garnix böse ist. Eric Cartman ist mein Idol :D
david.s 01.12.2014
5. Gute Serie,
Ich schaue die Serie schon von Beginn an, kommt hier in den Niederlanden schon einige Zeit auf Comedy Central. Wie mit den meisten Serien steht und fällt der Erfolg mit der Synchronisation. Sowieso großer Unsinn da die Hälfte der Witze nach der Übersetzung nicht mehr funktionieren. Das Original ist auf jeden Fall sehr empfehlenswert wenn man auf schrägen Humor steht.
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