"Breaking Bad"-Blog: Die Geister, die er rief

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"Breaking Bad"-Blog, Folge 13: Showdown in der Wüste Fotos
AMC

Drogen, Tod und Familienstress: Die letzten Episoden von "Breaking Bad" haben begonnen. Lesen Sie in unserem Blog, wer stirbt, wer lebt - und wen Walter White jetzt am meisten fürchten muss.

+++Vorsicht, Spoiler! Lesen Sie diesen Text nur, wenn Sie Episode 13 der fünften Staffel bereits gesehen haben. Den Blog-Eintrag zu Folge 12 finden Sie hier+++

Was ist passiert?

So einiges! Sie haben es ja gesehen, weshalb wir uns nicht lange mit den rein äußerlichen Aspekten der Handlung aufhalten müssen. Insbesondere bemerkenswert an dieser - nach zwei vergleichweise ruhigen Folgen - außerordentlich spannenden Episode ist der Einsatz dreier trügerischer Bilder. Alle haben sie mit Hank zu tun. Zweimal fabriziert Walts erstaunlich schlau gewordener DEA-Schwager selbst solche, um seinen Feind in die Enge zu treiben: Zunächst täuscht er Saul Goodmans Leibwächter Huell mit einer gestellten Aufnahme, die vorgeblich einen ermordeten Jesse zeigt - worauf Huell aus Angst um sein Leben alles preisgibt, was er über Walts Geldversteck weiß. Viel ist es nicht, aber doch ausreichend, damit Hank ein weiteres Bild herstellen kann, einen Köder, der Walt zur Preisgabe seines Millionenverstecks bringen soll. Der Plan geht auf. Das dritte trügerische Bild erkennen zunächst nur die Zuschauer als solches, Hank ist hier selbst der Betrogene: Seine Handschellen schließen sich in der Wüste um Walts Hände, er verliest dem verhassten Verwandten die Rechte - und scheint endlich zu triumphieren. Doch dieser Triumph wird nicht lange halten, denn, soviel können wir uns aus den bereits gezeigten Zeitsprüngen zusammenreimen, Walt wird hier und heute nicht hinter Gitter kommen. Seine Neonazi-Söldner werden ihn befreien und wohl als Drogenkoch wider Willen versklaven. Die Geister, die er rief, lassen sich nicht mehr vertreiben.

Eine Episode, die der Serie würdig ist?

Ganz offensichtlich. Falls es daran überhaupt etwas zu kritisieren gibt, dann vielleicht die eben schon erwähnte Vorhersehbarkeit: Wir Zuschauer wissen längst, dass die Verhaftung Walts nicht endgültig sein kann. Dass die Killer-Nazis doch noch als Kavallerie in letzter Minute auftauchen werden, war auch daher sehr früh klar. Sie müssen übrigens entweder wüstennah wohnen - oder sehr, sehr schnelle Autos haben. Apropos Geschwindigkeit: Jesses rapide Wandlung vom tumben Lehrling über das von Skrupeln zerfressene Drogenwrack nun hin zum großen Manipulator, der seinen Lehrmeister mit einem einzigen Telefonmonolog zu einem Komplettgeständnis treibt, ist, nun ja, nicht unbedingt lebensnah inszeniert. Aber die Realität hat bei "Breaking Bad" spätestens seit Gus Frings letztem Auftritt als Zombie nur noch eine Nebenrolle - und das stört auch niemanden. Um hier gleich mal ein wenig mit der Spekulation anzufangen (unten in den Kommentaren ist dafür noch reichlich Platz!): Vermutlich wird auch Jesse die Schießerei in der Wüste überleben - zu verlockend ist es, die alte Drogenkochgemeinschaft noch einmal gemeinsam im Labor zu zeigen. Auf die Dialoge darf man sich freuen.

Wer stirbt?

Niemand. Wobei einiges dafür spricht, dass das vermeintlich triumphale DEA-Duo nicht mehr aus der Wüste heimkehren wird - aber das wissen wir erst nächste Woche.

Wen muss Walter am meisten fürchten?

Diesmal muss man sagen: die Frauen. Die zunehmend kompromisslose Skyler hat Walt gegen seine ursprüngliche Absicht dazu getrieben, den Mord an Jesse in Auftrag zu geben - und damit indirekt das Schlamassel ausgelöst, in dem er jetzt steckt. Marie wurde immer mehr zur treibenden Kraft hinter Hanks mit nicht ganz sauberen Mitteln betriebener Jagd auf den Schwager - sollte sie tatsächlich zur Witwe werden, muss Walts Familie ihre Rache fürchten wie nichts sonst. Und schließlich ist da noch Lydia, die amtierende Drogen-Chefin, der jedes Mittel recht sein wird, Walt dazu zu zwingen, für sie bis zu seinem letzten Atemzug das begehrte blaue Meth zu kochen.

Der beste Moment:

Von großen Momenten gab es in dieser Episode viele. Herausgegriffen sei hier die Szene in der biederen Waschanlage der Whites, in welcher der herzerfrischend unschuldige Walter Jr. auf den windigen Anwalt seiner Eltern trifft: "Sind Sie nicht der Typ aus der Werbung?"


Die letzte Hälfte der fünften Staffel von "Breaking Bad" läuft sonntags in den USA auf AMC. In Deutschland ist die aktuelle Episode dienstagabends im Pay-TV auf dem Sender AXN zu sehen, am Mittwoch ist sie auch im deutschen iTunes-Store erhältlich. Die gesamte Staffel wird später auch noch auf Arte gezeigt.

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insgesamt 63 Beiträge
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1. Das ist nicht alles
meinmein 11.09.2013
Wohlweislich läßt der Rezenesent die Schießerei am Ende einfach weg und das Phänomen, dass die Aryans ihr Ziel auf 5 Meter Entfernung mit einem Schnellfeuergewehr anscheinend nicht treffen können, ist im Internet auch schon durchdiskutiert.
2. Die Schießerei ...
carlbenosi 11.09.2013
Gomez und Hank sind sicherlich taffe Kerle, aber dass sie am Ende nicht innerhalb von wenigen Sekunden zersiebt wurden und sogar die Deckung (die sie niemals erreicht haben sollten) verlassen, um das Feuer zu erwidern, war dann doch etwas sehr Hollywood Actionfilm mäßig. Sonst aber großartige Episode meiner Meinung.
3. optional
spmc-3z4-cg5i 11.09.2013
Geile Folge! Geniales (wenn auch vorhersehbares) Ende! Schade, dass diese geniale Serie bald vorbei ist!
4. optional
spmc-3z4-cg5i 11.09.2013
Geile Folge! Geniales (wenn auch vorhersehbares) Ende! Schade, dass diese geniale Serie bald vorbei ist!
5. Der grosse Manipulator?
kendon 11.09.2013
Jesse ist nicht zum grossen Manipulator geworden, höchstens zum grossen Verräter. Und meines Erachtens wird Skylers Rolle hier vollkommen überbewertet. Sie hat Walt zwar überzeugt dass Jesse beseitigt werden muss, im Endeffekt ist es aber Jesses Rage und Rachsucht (für die Vergiftung Brocks) die Walt zu dieser Lösung treibt. Auch verstehe ich die Faszination des Autors für Marie nicht ganz, sie hat nach wie vor so gut wie keine Relevanz in der Story. Oder übersehe ich da was?
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