Das Prinzip Bud Spencer Sei wuchtig, sei stark, sei gerecht

Was hat aus Bud Spencer einen Star gemacht? Nicht zuletzt die launigen deutschen Synchronisationen seiner Filme. Aber noch viel wichtiger: sein ewiger Kumpel Terence Hill - und sein praller Bauch.

Bud Spencer
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Carlos Pedersoli hat ein abenteuerliches Leben geführt. Er ist bei den Olympischen Spielen geschwommen und hat Straßen gebaut am Amazonas. Er hat die richtige Frau geheiratet und gekocht, studiert, erfunden, gedichtet, geschrieben, komponiert, gesungen und noch mehr gekocht. Um ein Haar wäre er sogar Politiker geworden, für die "Forza Italia" von Silvio Berlusconi. Nur Schauspieler war er nie. Auch wenn es eine Filmrolle ist, für die er in Erinnerung bleiben wird. Er war ein Typ. Er war Bud Spencer.

Sein erster Film im Duett mit Mario Girotti alias Terence Hill war nicht lustig. Der Italo-Western "Gott vergibt... Django nie!" (1967) war nicht einmal unfreiwillig komisch, sondern vergleichsweise brutal und düster - mit einem schwitzenden Bud Spencer als diabolischem Rächer. Auch die weiteren Filme der Trilogie, "Vier für ein Ave Maria" (1968) und "Hügel der blutigen Stiefel" (1969) waren noch weit von der komischen Qualität und dem kommerziellen Erfolg entfernt, den erst zehn Jahre später - nach dem Erfolg von "Vier Fäuste für ein Halleluja" - eine zweite deutsche Synchronisation aus ihnen machte.

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Erst das legendäre Team um den genialen Rainer Brandt verwandelte auch die frühen Filme in die bizarren Persiflagen auf Sergio Leone, als die sie heute gelten. Sie wurden um die besonders drastischen Szenen gekürzt, und an jeder möglichen oder unmöglichen Stelle fiel plötzlich ein schnodderiger Spruch: "Ich glaub, mein Tintenfisch kleckert!"

So wurde aus "Gott vergibt... …Django nie!" kurzerhand "Zwei vom Affen gebissen", aus "Hügel der blutigen Stiefel" schlicht "Zwei hau'n auf den Putz" - und aus Bud Spencer und Terence Hill für eine ganze Generation das komische Duo schlechthin. Natürlich verglich er selbst dieses Duo mit Stan Laurel und Oliver Hardy, und natürlich erreichten Bud Spencer und Terence Hill nie dieses Niveau. Dennoch merkt man den Filmen an, dass sie gerade in ihrer meistens wortlosen Feier des Physischen an den großen Helden des Stummfilms geschult waren.

Gerechtigkeit, Spaß und Bohnen mit Speck

Anders als "Dick und Doof" oder auch "Don Camillo und Peppone" waren Spencer und Hill nie als ein Duo konzipiert, das seine Komik aus einer Reibung charakterlicher oder ideologischer Gegensätze bezieht. Zusammen waren sie nie dick und doof, sondern immer stark und schlau. Es wurde gefrotzelt, das schon, aber brüderlich und einvernehmlich. Und am Ende teilten beide stets die gleichen Ideale: Gerechtigkeit, Spaß und Bohnen mit Speck.

Vergleichbar mit dem Verhältnis zwischen Terence Hill und Bud Spencer ist höchstens die Freundschaft zwischen Asterix und Obelix. Komplementäre Charaktere, zwischen die kein Keil zu treiben ist und die gemeinsam, Rücken an Rücken, zu superheldenhafter Unverwundbarkeit finden. Nie wird ihnen von einer Übermacht gegnerischer Ganoven auch nur ein Haar gekrümmt, wie auch bei den Gegnern niemals Blut floss. Es flossen übrigens auch keine anderen Körperflüssigkeiten. Zu Sex oder auch nur Liebe hielten die Filme in ihrem streng jugendlichen Kosmos einen ebenso respektvollen Abstand wie die Comics der beiden Gallier.

Und wie bei "Asterix und Obelix" trat auch hier Gewalt als Fortsetzung sprachlicher Schlagfertigkeit in kinetische Handgreiflichkeiten auf. Jungs mögen Kinetik. Während Terence Hill mit seinen wachen und unendlich blauen Augen jede Lage überblickt, trotzt Bud Spencer als "der müde Joe" allen Angriffen mit purer Massigkeit. Schlägt ihm ein Bösewicht einen Stuhl ins Kreuz, zersplittert nur der Stuhl - und Bud Spencer dreht sich gaaanz langsam um, mit dieser Mischung aus Ennui und Mitleid, die ihn von Chuck Norris unterscheidet, und setzt seinen Gegner mit dem berühmten Dampfhammer außer Gefecht.

Auch im echten Leben eng verbunden

Zuletzt arbeiteten Spencer und Hill an einer komischen Adaption von "Dr. Jeckyll und Mr. Hyde". Nur logisch, dass das Projekt nicht am Drehbuch scheiterte: "Nie wieder", sagte Spencer: "Wir bewegen uns wie alte Männer." Logisch auch, dass Bud Spencer nur im Verein mit Terence Hill funktionierte - und umgekehrt. In seinen "Plattfuß"- oder "Buddy"-Filmen, wo er sich ohne adäquates Gegenüber durch die Handlung prügeln und brummen musste, lief seine bärenhafte Physis seltsam ins Leere.

Auch im echten Leben bleibt das Duo eng verbunden. Wohl auch, weil die Rollenverteilung klar war und nie infrage gestellt wurde. Hier der echte Schauspieler, da der richtige Typ. Ein Typ, der nur zuschlägt, wenn er geschlagen wird. Ein Typ, der sich so seine Gedanken macht. Ein Typ, dessen Mimik von einem Vollbart überwuchert ist.

Ein Typ, dessen Beliebtheit enger mit seiner Beleibtheit zusammenhängt, als man denken möchte. Und doch ist es so. Bud Spencers pure Präsenz sendete immer auch auf einer ganz bestimmten Frequenz, für die insbesondere dicke kleine Jungs zu allen Zeiten sehr empfänglich sind, sehr deutlich eine tröstliche Botschaft. Du bist adipös? Sei wuchtig. Du bist langsam? Sei stark. Du bist nicht clever? Sei gerecht. Du kannst kein Terence Hill sein? Dann sei ein Bud Spencer.



insgesamt 23 Beiträge
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Seite 1
Donkeyshot 28.06.2016
1. Der müde Joe
Der müde Joe war auch Terence Hill!
foonz 28.06.2016
2. Man!
Bud Spencer war nicht "der müde Joe", sondern "der Kleine"
anonymousx 28.06.2016
3. Mücke!!!
In "Sie nannten ihn Mücke." war er auch alleine und der Film war ja wohl der Hammer!!!
Mistergarsh 28.06.2016
4. Gott vergibt - Django nie!
Wenn man schon den Filmtitel erwähnt, dann bitte auch richtig und nicht sinnverdreht. Denn der genannte Gott vergibt hier nicht Django, sondern generell, aber Django tuts nicht.
John Little 28.06.2016
5. Das waren Typen
Und was haben wir heute im Schauspielgeschäft. Gehirngewaschene transgender metrosexuelle Männer, die keinen Rückgrat und keine Überzeugung haben.
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