Charlie Sheens neues Seriendebakel: Der mit der Gummipuppe spricht

Nach dem Rauswurf bei "Two and a Half Men" sollte "Anger Management" Charlie Sheens großes TV-Comeback werden. Doch auch wenn für den bekennenden Alkoholiker immer Happy Hour ist - seine neue Serie ist nach Ansicht der US-Presse keine Sternstunde der Sitcom.

Neue Serie mit Charlie Sheen: Mutprobe oder Wutprobe? Fotos
AP/ FX

Hamburg - Der Eröffnungsmonolog von "Anger Management" hat es in sich. In der von fast allen amerikanischen Zeitungen zitierten Sequenz schreit Charlie Sheen in seiner neuen Rolle als Charlie Goodson: "Du kannst mich nicht feuern, ich kündige! Du glaubst, du kannst mich durch einen anderen Typen ersetzen? Probier es ruhig, es wird nicht das Gleiche sein."

Die Hasstiraden richtet der Antiheld der Sitcom an eine Gummipuppe mit dem Namen Bobo. Und alle US-Zeitungen sind sich in ihrer Deutung einig, dass die beschimpfte Bobo eine Art Stellvertreterin sein muss für den Sitcom-Guru Chuck Lorre - also für jenen Mann, der Charlie Sheen nach etlichen Sex-, Suff- und Pöbel-Eskapaden aus seiner Serie "Two and a Half Men" rausgeschmissen und durch Ashton Kutcher ersetzt hat.

Nun spielt Charlie Sheen also in der Sitcom "Anger Management", die am Donnerstag in den USA gestartet ist, einen Anti-Aggressionstherapeuten mit höchst unkonventionellen Methoden - die Gummipuppe als Gefühlsmülleimer gehört dazu. Die Parallelen zwischen dem echten Charlie und dem TV-Charlie sind unverkennbar: Das Vulgäre ist für beide eine Art Lebensphilosophie.

Gelächter vom Band und vorhersehbare Einzeiler

Doch trotz hohen Wiedererkennungswerts ist die US-Presse alles andere als zufrieden mit der Wiederkehr von Amerikas liebstem Skandalschauspieler. Der "Boston Globe" schreibt zu der Premiere von "Anger Management" auf FX enttäuscht: Man strapaziere den alten Gag mit der "Two And Half Men"-Anspielung über, bringe aber keinen einzigen neuen.

Nein, neu ist an der Sitcom, die lose auf dem Kino-Komödienhit "Anger Management" mit Jack Nicholson (startete 2003 in Deutschland unter dem Titel "Die Wutprobe") basiert, offensichtlich gar nichts. Die "Los Angeles Times" hat gar eine altmodische Sitcom von altmodischen Sitcom-Machern ausgemacht. Ihr Fazit: "Peinigendes Mittelmaß". Und auch die "New York Times" stöhnt über den Stil von gestern, mokiert sich über "Gelächter vom Band und vorhersehbare Einzeiler".

Dabei gab sich Sheen vor der Premiere seiner neuesten Serie doch so siegessicher, spielte den wilden Mann und kokettierte mit seiner verruchten Fernsehfigur. Der "New York Times" erzählte er, dass er zwar mit den Drogen aufgehört habe, aber nicht mit dem Trinken.

Sheen unverbesserlich: "Was soll man machen, irgendwo auf der Welt ist immer Happy Hour."


Die deutsche Rechte für "Anger Management" hat sich Vox gesichert. Einen Ausstrahlungstermin gibt es noch nicht.

cbu

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insgesamt 22 Beiträge
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1. Debakel Orakel Tentakel
Gnopsi 29.06.2012
Was heißt denn hier "neues Seriendebakel"? Wo ist denn Charlie Sheens "altes Seriendebakel"?
2.
Romanum 29.06.2012
Zitat von sysopNach dem Rauswurf bei "Two and a Half Men" sollte "Anger Management" Charlie Sheens großes TV-Comeback werden. Doch auch wenn für den bekennenden Alkoholiker immer Happy Hour ist - seine neue Serie ist nach Ansicht der US-Presse keine Sternstunde der Sitcom. Charlie Sheen: Neue Serie "Anger Management" fällt in der Presse durch - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,841480,00.html)
Die Facebook Einträge sagen etwas ganz anderes, aber von den Medien war auch nichts anderes zu erwarten, Charlie Bashing ist bei denen in.
3.
niska 29.06.2012
Zitat von sysopNach dem Rauswurf bei "Two and a Half Men" sollte "Anger Management" Charlie Sheens großes TV-Comeback werden. Doch auch wenn für den bekennenden Alkoholiker immer Happy Hour ist - seine neue Serie ist nach Ansicht der US-Presse keine Sternstunde der Sitcom. Charlie Sheen: Neue Serie "Anger Management" fällt in der Presse durch - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,841480,00.html)
Die US-Presse mag ihn ja auch nicht mehr. Die Fans aber schon. Die Serie ist auf jeden Fall schon mal besser und lustiger als die aktuellen Staffel von TAAHM. Solide Unterhaltung.
4.
oaonorm1 29.06.2012
Die prüden US Medien mögen den Charlie nicht, wer hätte das gedacht... Der ist mir tausend mal lieber als die glatten anderen Typen. Ashton Kutscher bringt es bei Two and a half men einfach nicht. Er war super in die wilden 70er aber hier spielt er auch einen leicht dümmlichen (eigentlich nur kindlich naiven) gut aussehenden Typen, der nicht in das Konzept der Serie passt. Ist da nicht auch die Lache vom Band? Naja egal, hoffentlich wird es gut übersetzt und man kann sich bald ein eigenes Bild machen. Was Kritiker sagen ist mir bei alle Sachen total egal.
5. Welche Überraschung
ritarot 29.06.2012
Zitat von oaonorm1Der ist mir tausend mal lieber als die glatten anderen Typen. Ashton Kutscher bringt es bei Two and a half men einfach nicht. Er war super in die wilden 70er aber hier spielt er auch einen leicht dümmlichen (eigentlich nur kindlich naiven) gut aussehenden Typen, der nicht in das Konzept der Serie passt.
Kutcher kann nur diesen Typ spielen, der ist genauso wenig Schauspieler wie Schweiger. In Bezug auf Sheen haben sie recht, solche Typen werden von den politisch korrekten Gutmenschen aus den Entertainment gedrängt. Die Folge ist gähnende Langeweile, oder wie hier in D der x-te Bergdoktor der mit einer Radfahrenden Nonne noch langweiligere Kriminalfälle löst. So richtig hat sich Deutschland und seine Medien nie vom Heimatfilm verabschiedet. Was waren das noch für Zeiten als sich der Burton mit der Tailor im Suff gekloppt hat, herausgekommen sind Klassiker.
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