Sonntagskrimi: Der Bremer "Tatort" im Schnellcheck

Verschwörungs-"Tatort": Grüner Tee und Profikiller Fotos
RB

Sind die Kommissare voll bei der Sache? Wie lautet der beste Spruch? Die Fakten zum aktuellen ARD-"Tatort": In Bremen bekommt Sabine Postel einen neuen Assistenten, der ihr Avancen macht - und eine Profikilleragentur mordet emotionslos vor sich hin. Großes Krimi-Kino mit kleinen Schwächen.

Zeigen die Kommissare den richtigen Einsatz?

Viel Gefühlswirrwarr und trotzdem korrekter Einsatz: Stedefreund (Oliver Mommsen) will endlich den Fängen der Übermutter Lürsen (Sabine Postel) entkommen. Die wiederum kriegt den forschen und ebenfalls jüngeren Kavalier Uljanoff (Antoine Monot jr.) als neuen Sidekick. Trotz freudianischen Leids und Glücks zeigen die Beamten den nötigen Biss, um in einem monströsen Politikkomplott zu ermitteln, bei dem es um Weser-Vertiefung, Richterwillkür und Auftragsmord geht.

Wie blutig ist die neue Folge?

Nicht so sehr. Die Morde führt eine Profikilleragentur aus, bei der die Mitarbeiter so emotionslos agieren wie Beamte, die Akten lochen. Da wird kein überflüssiger Tropfen Blut verspritzt.

Kann man die Geschichte glauben?

Schaffen wir beim besten Willen nicht. Ist aber nicht schlimm. Das Komplott wuchert ein bisschen unübersichtlich, aber der Formwille der Macher zu diesem Profikiller-Thriller erfreut. Der kleine Sender Radio Bremen in großer Form.

Der beste Spruch?

"Das Mutter-Sohn-Ding läuft bei mir nicht." Sagt der neue Assistent zur alten Kommissarin. Wenn das keine Anmache ist! Der Anfang einer wunderbaren Affäre?

Der beste Auftritt?

Anoine Monot jr. in der Rolle des neuen Lürsen-Handlangers Uljanoff. In seinem trockenen Witz, der fern aller Krimi-Klischees ist, erinnert er an den von Fabian Hinrichs gespielten Sidekick Gisbert Engelhardt aus dem letzten Münchner "Tatort". Doch während der gleich bei seinem ersten Einsatz ermordet wurde, scheint sich Uljanoff gemütlich im Bremer "Tatort" einzurichten. Soll uns recht sein.

Wie steht's mit der Komik?

Vorhanden, vor allem dank dem oft unterschätzten Antoine Monot jr. ("Absolute Giganten").

Lohnt das Einschalten?

Yep. Trotz einiger Schwächen ein kurzweiliger "Tatort".

Und wenn ich mehr über diesen "Tatort" wissen will?

Dann bitte hier weiterlesen!


"Tatort: Puppenspieler", Sonntag, 20.15 Uhr, ARD

Unser Kollege Arno Frank guckt heute für SPIEGEL ONLINE den "Tatort" und twittert live auf @SPIEGEL_Kultur.

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insgesamt 47 Beiträge
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1. Unser Kollege Arno Frank guckt heute für SPIEGEL ONLINE den
hschmitter 24.02.2013
Der Ärmste. Muß er das jedes Wochenende machen ?
2. Zwangsbespaßung
GGArtikel5 24.02.2013
Am Morgen wurden wir wieder mit der "Wetten dass" Kritik zwangsbespaßt. Jetzt folgt "Tatort" Morgen die Analyse. Ich kann mich an ferne Zeiten erinnern, als das Abendprogramm nicht zu einer Medienhype aufgeblasen wurde - erst recht nicht in den seriösen Tageszeitungen. Aber da mussten auch noch nicht im Stundentakt Nullmeldungen herausgehauen werden, damit die Klickzahlen stimmen.
3. Die deutsche Sprache...
hannahcalenbach 24.02.2013
"... dank dem großen Antoine..." Ja, Dank an den SPIEGEL, der hier wieder zeigt, welche journalistischen Kapazitäten er hat!
4.
Ephemeris 24.02.2013
Lohnt das Einschalten? Yep. Trotz einiger Schwächen ein kurzweiliger "Tatort".
5.
hschmitter 24.02.2013
Zitat von GGArtikel5Ich kann mich an ferne Zeiten erinnern, als das Abendprogramm nicht zu einer Medienhype aufgeblasen wurde - erst recht nicht in den seriösen Tageszeitungen. Aber da mussten auch noch nicht im Stundentakt Nullmeldungen herausgehauen werden, damit die Klickzahlen stimmen.
Seien Sie froh, daß es noch so harmlos ist. In einem Jahr wird die für Eilmeldungen zuständige Praktikantin das Ende der Halbzeit eines Bundesliga-Spiels raushauen. Medienmacher machen halt nur in Medien.
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