Sonntagskrimi: Der Kölner "Tatort" im Schnellcheck

Kölner "Tatort": Familienplanung auf die tödliche Tour Fotos
WDR

Wir optimieren uns zu Tode! Im neuen Kölner "Tatort" geht es um einen IT-Fachmann, der eine aufreibende Doppelexistenz führt. Starke Darsteller in einer starken Story - nur mit dem Witz und beim Tempo hapert's.

Was ist das Thema?

Zwei Frauen, zwei Familien: Ein Software-Berater (Barnaby Metschurat) hat sich ein komplexes Privatleben zusammenprogrammiert. Als sein Sohn gekidnappt wird und bei der Entführung ein Mann überfahren wird, bricht das Sozialkonstrukt zusammen. Die Kommissare Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Schenk (Dietmar Bär) blicken bei ihren Ermittlungen verdutzt in den Abgrund moderner Selbstopimierung.

Wie blutig ist die neue Folge?

Gar nicht blutig.

Der beste Auftritt?

Kommt wieder einmal von Sandra Borgmann. Agiert oft und gut im "Tatort" - darf aber vollkommen unverständlicherweise nie Hauptrollen spielen. Hier ist sie die betrogene Gattin des IT-Mannes. Als dessen Doppelleben auffliegt, knirscht sie in Anwesenheit der Kommissare grimmig, aber irgendwie auch genüsslich, dass sie dem Typen gerne eine Kugel in den Kopf jagen würde.

Gibt's einen gesellschaftspolitischen Auftrag?

Klaro, ohne den kommt der Kölner "Tatort" einfach nicht aus. Hier geht es um den Optimierungswahnsinn, der durch neue Kommunikationsformen befördert wird. Botschaft so ungefähr: Wir organisieren uns zu Tode.

Wie steht's mit der Komik?

Witze mit Verweis auf die "Rocky Horror Picture Show". Gehören verboten.

Und: Können wir das alles glauben?

Die Idee mit der Doppelexistenz der Hauptfigur ist schon ziemlich auf die Spitze getrieben, aber Barnaby Metschurat verleiht dem IT-Menschen und seinem Betrug und Selbstbetrug große Glaubwürdigkeit.

Lohnt das Einschalten?

Ja, irgendwie schon. Starke Geschichte, leider wurde bei der Dramaturgie ein wenig auf die Bremse gedrückt.

Wenn ich mehr über diesen "Tatort" wissen will?

Dann bitte hier weiterlesen!


"Tatort: Trautes Heim", Sonntag, 20.15 Uhr, ARD

Unsere Kollegin Kristin Haug twittert heute den "Tatort" live für SPIEGEL ONLINE.

cbu

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insgesamt 14 Beiträge
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1. Oh Gott war der schlecht ...
w_erner 21.04.2013
Sorry, aber die Storyline war unsauber, die Sprüche teils sehr deplatziert. Und die schauspielerische Leistung ... In der Tat spielte die betrogene Ehefrau großartig. Aber der Rest? 90 verschwendete Minuten.
2.
twaddi 21.04.2013
Nee , der war spitze. Tolle Story, Spannung und großartige noch nicht "abgenutzte " Schauspieler !
3. Ballauf und Schenk
7and 21.04.2013
hatten schon wirklich starke Auftritte. Dieser war unterirdisch, schwache Story, schwache Darsteller (Ausnahme Borgmann).
4. Zustimmung
abwählen! 21.04.2013
Zitat von twaddiNee , der war spitze. Tolle Story, Spannung und großartige noch nicht "abgenutzte " Schauspieler !
Ich fand ihn auch sehr gut. Kein Kasperletheater ala Hape Kerkeling!
5.
jimmakin 21.04.2013
Ist man freundlich gesonnen, dann kann man von einer grauenhaften Story und einer miserablen schauspielerischen Leistung sprechen; Von allen Beteiligten. Ein Stück weit hat mich dieser Tatort an Columbo erinnert, aber auch nur so weit, dass man direkt zum Anfang wusste, wer Täter ist. Heute hat wirklich jeder versagt. Schade, das kennt man aus Köln auch anders.
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