ARD-Sonntagskrimi Der neue "Tatort" aus Bremen im Schnellcheck

In Bremen wütet ein Araber-Clan. Und die Gerichte schauen zu. Der neue "Tatort" erzählt vom Versagen der Justiz gegenüber dem organisierten Verbrechen - packend, aber leider nicht immer ganz plausibel.

ARD

Was ist das Thema?

Die Machenschaften der arabischen Mafia. Lürsen (Sabine Postel) und Stedefreund (Oliver Mommsen) untersuchen nach dem Mord an einer Polizistin Verbrechen im Umfeld einer libanesischen Familie, die stark an reale Vorbilder wie den Miri-Clan in Bremen und den Abou-Chaker-Clan in Berlin erinnert.

Wie blutig ist die neue Folge?

Ziemlich blutig und sehr brutal. Am Anfang wird die Polizistin regelrecht hingerichtet, später wird eine Frau in einer Toilette gefoltert.

Gibt es einen gesellschaftspolitischen Auftrag?

Ja. Der "Tatort" greift das Versagen der Bremer Justiz im Falle des Miri-Clans auf. Ein brisantes Thema - das allerdings nicht besonders scharf ausformuliert wird.

Beste Szene?

Die Mafia trägt gerne Sonnenbrille, das wissen wir ja. Hier wird dieser Gemeinplatz wunderbar ad absurdum geführt: Stedefreund sucht den Clan-Chef auf, der mit seiner gesamten Familie im Wohnzimmer 3-D-Fernsehen mit passender Brille guckt.

Und: Können wir das alles glauben?

Naja. Clans wie der im "Tatort" existieren, aber die Organisationsform der hier gezeigten Gangster bleibt diffus, die Mafiosi kommen relativ hölzern daher. Schwer vorzustellen, dass die Gerichte vor solchen Einfaltspinsel kapitulieren müssten.

Lohnt das Einschalten?

Trotz Schwächen: ja. Ein nicht immer ganz plausibler, aber packender Cop-Thriller.

Und wenn ich mehr über diesen "Tatort" wissen will?

Dann bitte hier weiterlesen!


"Tatort: Brüder", Sonntag, 20.15 Uhr, ARD

Arno Frank kommentiert für uns den "Tatort" am Sonntag live auf Twitter.

cbu

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insgesamt 19 Beiträge
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Seite 1
kiefernwald 23.02.2014
1. Ich bin überrascht
Recht versöhnliche Worte und das in einem Tatort-Artikel auf Spiegel online. Dann kann der Artikel unmöglich von Herrn Buß geschrieben worden sein. Und an die selbsternannte hochintellektuelle Elite unseres Landes habe ich eine Bitte: Hört auf zu meckern und schaltet euren Fernseher, den ihr seit vielen Jahren nicht mehr habt, einfach nicht ein. Lest lieber eine Runde Böll und hört dabei Puccini.
susiwolf 23.02.2014
2. Hansestädtisch ... ?
Wenn sich zukünftig der Touristenaufschwung abschwächt - möglicherweise in einen Abwärtstrend bewegt, dann wissen wir ja warum. Die unsägliche 'story' dieses Clans schürt schon genug Hass und Ausländerfeindlichkeit in Bremen ... Muss dem Ganzen nun noch die Krone in Form eines in Bremen gedrehten Films aufgesetzt werden ? Abnehmendes Personal bei den Exekutiven, Überlastung auf den Revieren und verzögerte Prozesse sind Tatsachen, die sicher eins der ärmsten Bundesländer seit Jahren charakterisieren. Vom Schuldenberg gar nicht zu sprechen ... Bilder (Filme) setzen sich in Köpfen fest - Negativ-Schlagzeilen ebenfalls. Das Prägende der Hansestadt (Handelsstadt) hat ein Gesicht bekommen, das manchmal leider eher einer Grimasse ähnelt. Da sind Sambatrommeln, Freimarkt, Rathaus, Roland und der Ratskeller bald nur noch Randerscheinungen. Schade eigentlich - 'Buten un Binnen' - 'Wagen un Winnen' - wär mol de Devis ! We brukt in Bremen keene Cop-thrillers ... Nee !
toxutat 23.02.2014
3. axel....
Ich kenne Axel Prahl von früher,sehe ihn ab und an und muss dazu sagen:der ist wirklich so!
hinschauen 23.02.2014
4. Unter den Teppich kehren
Zitat von susiwolfWenn sich zukünftig der Touristenaufschwung abschwächt - möglicherweise in einen Abwärtstrend bewegt, dann wissen wir ja warum. Die unsägliche 'story' dieses Clans schürt schon genug Hass und Ausländerfeindlichkeit in Bremen ... Muss dem Ganzen nun noch die Krone in Form eines in Bremen gedrehten Films aufgesetzt werden ? Abnehmendes Personal bei den Exekutiven, Überlastung auf den Revieren und verzögerte Prozesse sind Tatsachen, die sicher eins der ärmsten Bundesländer seit Jahren charakterisieren. Vom Schuldenberg gar nicht zu sprechen ... Bilder (Filme) setzen sich in Köpfen fest - Negativ-Schlagzeilen ebenfalls. Das Prägende der Hansestadt (Handelsstadt) hat ein Gesicht bekommen, das manchmal leider eher einer Grimasse ähnelt. Da sind Sambatrommeln, Freimarkt, Rathaus, Roland und der Ratskeller bald nur noch Randerscheinungen. Schade eigentlich - 'Buten un Binnen' - 'Wagen un Winnen' - wär mol de Devis ! We brukt in Bremen keene Cop-thrillers ... Nee !
Eigentlich hilft es Probleme zu lösen, wenn man mit dem Finger darauf zeigt - ob das ein Politiker tut, Journalisten, Bürger auf Demonstrationen oder eben ein Tatort-Regisseur. Aber wenn es um Kriminalität von Immigranten geht, wird dem Kritiker vorgeworfen, ausländerfeindliche Ressentiments zu schüren. Das ist grundfalsch - das öffentliche Verschweigen solcher Probleme schürt Feindlichkeit gegen Ausländer - und gegen die, die die Probleme offensichtlich nicht wahrhaben wollen.
tulius-rex 23.02.2014
5. Der Film zeigt eindrücklich
Zitat von hinschauenEigentlich hilft es Probleme zu lösen, wenn man mit dem Finger darauf zeigt - ob das ein Politiker tut, Journalisten, Bürger auf Demonstrationen oder eben ein Tatort-Regisseur. Aber wenn es um Kriminalität von Immigranten geht, wird dem Kritiker vorgeworfen, ausländerfeindliche Ressentiments zu schüren. Das ist grundfalsch - das öffentliche Verschweigen solcher Probleme schürt Feindlichkeit gegen Ausländer - und gegen die, die die Probleme offensichtlich nicht wahrhaben wollen.
Der Film zeigt eindrücklich, dass ohne die tätige Mithilfe der (nativen) Bevölkerung (erpresste Polizisten und Richter, Scheinehen...), die sich so gern darüber aufregt, solche Clans nicht derart repressive Macht entwickeln könnten. Die Mehrheit der Familien sind völlig integriert und treue, ehrliche Steuerzahler-auch in Bremen.
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