Sonntagskrimi: Der neue "Tatort" im Schnellcheck

Wer hat den besten Auftritt? Wie steht's mit dem Realitätsgehalt? SPIEGEL ONLINE liefert die wichtigsten Fakten zum ARD-"Tatort". In Leipzig geht es diesmal um Jugendgewalt. Die Szenen erinnern zuweilen an "Switch Reloaded"-Parodien von RTL-Milieu-Soaps.

MDR-"Tatort": Gewalt im Blut Fotos
MDR

Zeigen die Ermittler richtigen Einsatz?

Machen die Leipziger nie, die laufen immer auf Vollautomatik. Verständlich, wenn die Hauptdarsteller über den dramaturgischen Murks nachdächten, würden sie wahrscheinlich schreiend vom Set rennen. Diesmal staksen Kommissarin Saalfeld (Simone Thomalla) und Kollege Andreas Keppler (Martin Wuttke) durch ein Szenario um Jugendgewalt und Amtsmissbrauch.

Wie blutig ist die neue Folge?

Ziemlich. Der Schauspieler Stefan Kurt läuft als Opfer eines Gewaltausbruchs in der Leipziger Straßenbahn mit schwarzen Schorfwucherungen im Gesicht herum. Ansonsten wird hier in jeder Szene mit Fäusten und Schusswaffen rumgewedelt. Nicht immer ist die Motivation dafür ganz klar.

Kann man die Geschichte glauben?

Nein. Die reale Gewalt in öffentlichen Verkehrsmitteln wird mit einem unausgegorenen Vater-Sohn-Drama verquickt.

Beste Auftritte?

Nichts oberhalb des "Tatort"-Mittelmaßes auszumachen.

Wie steht's mit der Komik?

Eine Szene, die in einer Problemfamilie spielt, erinnert an die "Switch Reloaded"-Parodien von RTL-Doku-Soaps aus dem Hartz-IV-Milieu. Es ist allerdings nicht anzunehmen, dass die "Tatort"-Macher diese als satirisch verstanden wissen wollen.

Lohnt das Einschalten?

Nein.

Und wenn ich mehr über diesen "Tatort" wissen will?

Dann bitte hier weiterlesen!


"Tatort: Todesschütze", Sonntag, 20.15 Uhr, ARD

Unser Kollege Arno Frank guckt heute für SPIEGEL ONLINE den Tatort und twittert live auf @SPIEGEL_Kultur.

cbu

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insgesamt 95 Beiträge
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1. der wöchentliche Tatort-Schnellcheck
neu_ab 02.12.2012
Ein bisschen ist es damit ja wie mit der Finanzkrise: es hat den flair einer springenden Schallplatte. Aber den Vergleich mit "Switch" finde ich schon ein bisschen unfair. Schliesslich ist das einigermassen unterhaltsam.
2. und wöchentlich grüßt das Murmeltier....
spon_leserin 02.12.2012
So langsam ist der allwöchentliche Verriss des Tatorts - der ja dann doch offensichtlich von vielen Zuschauern gemocht wird - nicht mehr zu ertragen. Vielleicht sollte sich der Autor überlegen, ins Feuilleton eines Printmediums zu wechseln, um sich dort auszutoben...
3. ein Stückchen
volker.foerster 02.12.2012
"Bloß nicht anschauen, das ist kein echter Bond" oder "genialer Bond wie immer, anschauen!" dazwischen gibt es nichts. Und wer schon hunderte Tatorte gesehen hat ist durchaus abgehärtet, was ei Qualität der Drehbücher angeht. Mein Kommentar: Einschalten? Ja. Und dann selbst entscheiden, ob ein Besuch beim Chinamann amysanter gewesen wäre. Denn würde man einen solchen Vorabcheck einer Jury aus 20 Leuten zumuten, hätte man immer ein Ergebnis wie den Wetterbericht - möglicherweise haben wir 20 Grad und Sonnenschein, vielleicht fallen aber auch 20 cm Neuschnee.
4. Auf jeden Fall..
Hanno 02.12.2012
.. werde ich mir diesen Tatort ansehen. Der Grund ist Martin Wuttke, Frau Thomalla eher nicht.
5. Muss ein guter Tatort sein
Perkins1975 02.12.2012
Den Spiegelschnellcheck begreife ich immer mehr als Kontraindikator. Was hier verrissen wird, gefällt mir und meiner Frau meistens ziemlich gut und alles, was hier hoch gelobt wird (auch wenn das selten vorkommt), finden wir in der Regel langweilig.
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