Sonntagskrimi: Der Saar-"Tatort" im Schnellcheck

Saar-"Tatort": Rollerfahrer trifft Höllenengel Fotos
ARD

Die wollen doch nur kuscheln! Devid Striesow als Kommissar Stellbrink taucht diesmal in das Milieu der organisierten Kriminalität und der Rockerbanden ein - und begegnet dabei doch nur Komiker-Bikern. Gar nicht lustig! So wird es nichts mit dem Neustart des Saar-"Tatorts".

Was ist das Thema?

Böse, böse Rocker terrorisieren Saarbrücken. Geschäfte mit einer neuen Modedroge namens "Paradies", Kontrolle über die hübsch heruntergekommenen Puffs der Stadt, Wasserfolter an Verrätern in den eigenen Reihen - die Brutalität unter den kriminellen Bikern ist enorm. Doch Stellbrink (Devid Striesow), der ewig verständnisvolle Kommissar, findet bald heraus: Die bösen, bösen Jungs wollen nur kuscheln.

Wie blutig ist die neue Folge?

Arme wie Keulen schlagen reichlich Beulen. Hier gibt es viel Blut, Schwellungen und offene Wunden - Schrecken verbreitet diese Kasperle-Ausgabe einer Biker-Gang trotzdem nicht

Der sonderbarste Auftritt?

Claude-Oliver Rudolph als Biker "Rüde". Ein zerknautschter Kloß, der vor dem Lagefeuer kleine Würste grillt. Abgang nach Minute zehn, Genickbruch. Schon wieder kein großes Comeback für Querschläger Rudolph.

Gibt's einen gesellschaftspolitischen Auftrag?

Selbstverständlich. Hier soll vor den Gefahren der Organisierten Kriminalität gewarnt werden, wie sie zurzeit von den Hells Angels und anderen Rockern repräsentiert wird. Mission leider nicht erfüllt: Die Kutten-Klamotte mit ihrer freiwilligen und unfreiwilligen Komik will nicht zünden.

Wie steht's mit der Komik?

Vorhanden. Irgendwie. Sie finden einen Kommissar im Kleiderschrank und Brutalos mit Minderwertigkeitskomplexen lustig? Dann sind Sie hier richtig. Aber nur dann.

Und: Können wir das alles glauben?

Nein. Trotz der vielen Anspielungen an reale Rockergangs bleibt der Krimi unglaubwürdig.

Lohnt das Einschalten?

Nein. Die zweite Episode mit Devid Striesow bestätigt leider nur den Eindruck der desaströsen ersten: Der Relaunch des Saar-"Tatorts" ist gescheitert.

Wenn ich mehr über diesen "Tatort" wissen will?

Dann bitte hier weiterlesen!


"Tatort: Eine Handvoll Paradies", Sonntag, 20.15 Uhr, ARD

Unsere Kollegen Arno Frank und Mike Glindmeier kommentieren heute den "Tatort" live für SPIEGEL ONLINE.

cbu

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insgesamt 114 Beiträge
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1. also einschalten
Børner 07.04.2013
Der Anti-Theorie nach, welche sich in 95% der Fällen ja bewahrheitet, kann ich also heute Abend einschalten und einen guten Tatort genießen...
2. Ojé
Talan068 07.04.2013
Oh, SPON kritisiert, dann muß er ja .. vllt. tatsächlich schlecht sein. Überhaupt das das Saarland, da ungefähr die Fläche von 10 Fußballfeldern hat, eine eigen Rundfunkanstalt hat und damit immense GEZ-Gebühren verschlingt, eine Umglaublichkeit. Da hätte man, doch besser eine der tollen Serien aus Kasachstan kaufen sollen, wobei die die nur in der orginal Fassung wirklich gut sind. Und realbezug hats auch nicht und schon gar keien Unterhaltungswert, daher schaue ich schon seit 6 Tagen keinen Tatort mehr, allenfalls Schimpanski.
3. Aus Wikipedia...
fritztcat 07.04.2013
Destruktive Kritik dagegen ist nicht objektiv motiviert, unsachlich vorgetragen und zielt auf die Persönlichkeit des Kritisierten.
4. der Witz ist auch nicht mehr neu
seppedoni 07.04.2013
Zitat von BørnerDer Anti-Theorie nach, welche sich in 95% der Fällen ja bewahrheitet, kann ich also heute Abend einschalten und einen guten Tatort genießen...
In jedem Forum über eine SPON-Tatortkritik ist er mehrfach zu lesen *gähn*. Wenn Sie den ersten Stellbrink-Schwachsinn vor ein paar Wochen gesehen hätten, würden Sie ihn auch nicht bringen. Der Schwachsinn hat beim neuen Saarland-"Tatort" einen Stand erreicht, der nur eine Schlussfolgerung zulässt: Hier soll unbedingt eine neue Kultsendung aus dem Boden gestampft werden, nach dem Motto "so blöd, dass es schon wieder genial ist." Wird aber wegen des allgemeinen Schwachsinns-Überangebotes im Fernsehen scheitern.
5.
Indigo76 07.04.2013
Zitat von seppedoniIn jedem Forum über eine SPON-Tatortkritik ist er mehrfach zu lesen *gähn*. Wenn Sie den ersten Stellbrink-Schwachsinn vor ein paar Wochen gesehen hätten, würden Sie ihn auch nicht bringen. Der Schwachsinn hat beim neuen Saarland-"Tatort" einen Stand erreicht, der nur eine Schlussfolgerung zulässt: Hier soll unbedingt eine neue Kultsendung aus dem Boden gestampft werden, nach dem Motto "so blöd, dass es schon wieder genial ist." Wird aber wegen des allgemeinen Schwachsinns-Überangebotes im Fernsehen scheitern.
Der Witz ist zum gähnen? Das liegt einfach daran, dass es kein Witz ist, sondern die traurige Wahrheit. Schlechter als der Stuss aus Münchenletzte Woche (der von spon natürlich hochgelobt wurde), können die Saarländer diesen Tatort gar nicht gemacht haben.
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