Deutscher Fernsehpreis: Nominierungen für Brandt, Raab und Dittrich
Viel Ehre für die ARD: Fast die Hälfte der Sendungen, die für den Deutschen Fernsehpreis nominiert sind, haben ihre Anstalten produziert. Gleich für vier Sendungen wird Matthias Brandt als bester Schauspieler vorgeschlagen. Auch Stefan Raabs Polit-Talk bekam eine Nominierung.
Berlin/Hamburg - Seit 1999 ist der Deutsche Fernsehpreis einer der seltenen Anlässe, zu denen sich die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten und die beiden großen privaten Sendergruppen an einen Tisch setzen. Dementsprechend genau wird darauf geschaut, wer bei der Preisverleihung zum Zuge kommt. Auch wenn beim Proporz manchmal der Glamour auf der Strecke bleibt und die Einschaltquoten entsprechend ausfallen.
Für die Austragung 2013 wurden nun in Berlin die Nominierungen bekanntgegeben, für die sich die Jury unter dem Vorsitz der Produzentin Christiane Ruff und der Fernsehkritikerin Klaudia Wick durchringen konnte. 15 Nominierungen gehen dabei auf das Konto der ARD, zu denen man noch drei für Sendungen der Dritten Programme und drei für von ARD-Anstalten für Arte produzierte Sendungen zählen kann. Das ZDF wurde neunmal fürs Hauptprogramm und zweimal für Sendungen aus ZDF Neo und ZDF Kultur nominiert.
Die private Konkurrenz muss sich mit fünf Nominierungen für die RTL-Sendergruppe (mit RTL2 und Vox), einer für Sky und insgesamt acht für die ProSieben-Sat.1-Senderfamilie, die die Preisgala diesmal turnusgemäß ausrichtet. Sie findet am 2. Oktober in Köln statt und wird am 4. Oktober auf Sat.1 gezeigt - ab 22.15 Uhr, um dem Senderschnitt nicht allzu sehr zu schaden.
Besonders im Bereich der Fiktion ist das Feld traditionell von den öffentlich-rechtlichen Sendern geprägt. Um den Preis des Besten Mehrteilers wetteifern die ZDF-Großproduktionen "Das Adlon" und "Unsere Mütter, Unsere Väter" mit der schon Grimme-Preis-gekrönten ARD-Literaturverfilmung "Der Turm". Beim Besten Fernsehfilm versucht sich immerhin die Guttenberg-Persiflage "Der Minister" von Sat.1 durchzusetzen gegen "Der Fall Jakob von Metzler" (ZDF) und den Kinderhandel-Thriller "Operation Zucker" (ARD). Als Beste Serie nominiert ist neben der hochgelobten "Zeit der Helden" (Arte) und dem Aufsteiger aus dem Vorabend, "Hubert und Staller" (ARD), auch die RTL-Newcomerin "Christine. Perfekt war gestern!"
Bei der Besten Show sind die Privaten unter sich
Bei den Schauspiel-Nominierungen fällt besonders Matthias Brandt ins Auge: Der Mime ist für Auftritte in gleich vier Filmen nominiert. Neben seinen beiden Münchner "Polizeiruf"-Folgen "Der Tod macht Engel aus uns allen" (für die auch Lars Eidinger nominiert ist) und "Fieber" auch noch für das Kunduz-Drama "Eine mörderische Entscheidung", sowie für "Verratene Freunde". Aus dem Ensemble von "Unsere Mütter, Unsere Väter" wählte die Jury Volker Bruch und Tom Schilling aus. Bei den Frauen bekam Nadja Uhl eine Doppelnominierung, für "Operation Zucker" und "Der Turm". Neben ihrer "Turm"-Kollegin Claudia Michelsen konkurriert sie auch mit Julia Jäger ("Zeit der Helden"), Alice Dwyer ("Im Alleingang", Sat.1) und Susanne Wolff ("Mobbing", ARD).
In den informativen Kategorien tritt unter anderem die von zwei jungen NDR-Journalisten gedrehte Reportage "Hudekamp - Ein Heimatfilm" über einen Lübecker Hausmeister gegen den dröhnenden Abschiedsfilm des ZDF-Historikers Guido Knopp um die Beste Dokumentation an. Bei der Besten Reportage ist etwas überraschend Kabel Eins für eine "Abenteuer Leben"-Sendung über den Bundestag nominiert - favorisiert ist aber "Ausgeliefert! Leiharbeiter bei Amazon", die ARD-Reportage schlug hohe Wellen. Stefan Raab ist wohl erstmals an einer Sendung in der Kategorie Beste Information beteiligt: mit seiner Polit-Talkshow "Absolute Mehrheit". Im Sport kann sich Sat.1 über verlorene Fußballrechte hinwegtrösten mit einer Nominierung für seine Super-Bowl-Berichterstattung.
Unterhaltungskompetenz wird den Privaten in der Regel zugeschrieben, und so überrascht auch nicht, dass um die beste Show ProSieben ("Got To Dance"), RTL ("Let's Dance") und Sat.1 ("The Voice Kids") konkurrieren. Die kontrovers disktutierte ZDF-Neo-Sendung "Auf der Flucht - Das Experiment" bekam in der Dokutainment-Kategorie eine Nominierung; für das andere ZDF-Spartenprogramm ZDF Kultur bekam "Götter wie wir" eine Nennung als Beste Comedy, wie auch die "Heute-Show" aus dem Haupthaus und das "Frühstücksfernsehen" mit Olli Dittrich in der ARD.
Welches die beste Nachrichtensendung war, darf das Publikum entscheiden - abgestimmt wird auf der Website des Deutschen Fernsehpreises.
feb
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für die Inhalte externer Internetseiten.

Volker Hage:
Marcel Reich-Ranicki
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