Deutscher Fernsehpreis "Deutschland 83" geht als Favorit ins Rennen

Ein Stasi-Agent in den Wirren des Kalten Kriegs - die RTL-Serie "Deutschland 83" ist in gleich vier Kategorien für den Deutschen Fernsehpreis nominiert. Auch Markus Lanz und Olli Dittrich können auf eine Auszeichnung hoffen.

Serie "Deutschland 83": Hochgelobt, aber quotenschwach
SundanceTV/ RTL

Serie "Deutschland 83": Hochgelobt, aber quotenschwach


Die Kritiker jubelten, die Zuschauer blieben trotzdem weg: Die hochgelobte, aber quotenschwache RTL-Reihe "Deutschland 83" um einen jungen Stasi-Agenten im Kalten Krieg gehört zu den Favoriten im Rennen um den Deutschen Fernsehpreis - die Spionageserie ist in vier Kategorien nominiert, wie die Jury mitteilte.

Auch der Sat.1-Krimi "Mordkommission Berlin 1" mit Friedrich Mücke und Frederick Lau könnte bei der Vergabe des Deutschen Fernsehpreises im Januar abräumen. Der historische Sat.1-Krimi wurde in sechs Kategorien nominiert.

Weitere Favoriten sind die Filme "Nackt unter Wölfen" (ARD) über das KZ Buchenwald und der ZDF-Film "Ein großer Aufbruch", die jeweils auf fünf Nennungen kommen. Der historische ZDF-Mehrteiler "Tannbach - Schicksal eines Dorfes" und "Das Zeugenhaus" (ebenfalls ZDF) wurden je viermal nominiert. Der im Pay-TV zu empfangene Kanal TNT Serie kommt mit seiner Produktion "Weinberg" immerhin auf zwei Nominierungen.

Insgesamt vergibt die Jury, die sich aus elf Branchenkennern zusammensetzt, den Preis in 20 Kategorien (einen Überblick finden Sie hier). In der Kategorie "Beste Comedy/ Kabarett" sind etwa die ZDF-Sendung "Die Anstalt", "PussyTerror TV" von Carolin Kebekus und Olli Dittrichs Satire "Schorsch Aigner - der Mann, der Franz Beckenbauer war" nominiert. In der Sparte "Beste Unterhaltung Primetime" kann ProSieben mit "Joko und Klaas - Das Duell um die Welt" auf den Preis hoffen, zudem "The Voice of Germany" und "Sing meinen Song - Das Tauschkonzert".

In der Kategorie "Bestes Infotainment/ Talksendung" ist die "Hart aber fair"-Sendung "Jetzt reden die Helfer" nominiert, in der Menschen zu Wort kamen, die sich ehrenamtlich für Flüchtlinge engagieren. Zudem können "Markus Lanz" und "Menschen bei Maischberger" auf eine Auszeichnung hoffen.

Der Deutsche Fernsehpreis, der 2015 nicht verliehen wurde, soll am 13. Januar 2016 nach heftiger Kritik an der Vergabepraxis in neuer Aufmachung und mit weniger Aufwand in Düsseldorf über die Bühne gehen. Stifter sind die Senderchefs der ARD, vom ZDF sowie von RTL und dem Medienkonzern ProSiebenSat.1. Eine TV-Übertragung ist nicht vorgesehen.

eth/dpa

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 16 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
SirTurbo 10.12.2015
1.
klassisch... Eine Serie die beim hiesigen Publikum durchfällt bekommt nen angeblich wichtigen Preis dafür... Und dann wundern sich gewisse Leute noch.
hschmitter 10.12.2015
2.
Wofür soll Lanz den Preis kriegen? Daß er Uschis Glas, die Frau ohne Abschlüsse, so einfühlsam über das Bildnungsniveau der Ostdeutschen reden ließ? Oder im Duo mit Jörges eine Wagenknecht-Inquisition durchführen wollte? Daß er sein "Gäste" permanent unterbricht? Deutschland 83 - nach 30 Minuten mußte ich mal den Sender wechseln, es war dermaßen klischeebeladen und grottig unlogisch - ein Milchbübchen, daß gerade mal in die GST aufgenommen worden wäre, als Spion in der Bundeswehr. Schlechter konstruiert als jeder Vorabendkrimi des ZDF.
hwdtrier 10.12.2015
3. Schon komisch
Was die Kritiker loben fällt beim Publikum durch. Wir müssen halt mal andere Kritiker suchen. Bei Nackt unter Wölfen IST das Buch von Fallada so gut dass der Film ruhig schlecht sein kann.
H-Vollmilch 10.12.2015
4.
Zitat von SirTurboklassisch... Eine Serie die beim hiesigen Publikum durchfällt bekommt nen angeblich wichtigen Preis dafür... Und dann wundern sich gewisse Leute noch.
Ich finde die Serie spannend.
hschmitter 10.12.2015
5.
Zitat von SirTurboklassisch... Eine Serie die beim hiesigen Publikum durchfällt bekommt nen angeblich wichtigen Preis dafür... Und dann wundern sich gewisse Leute noch.
Bei der Serie geht es wohl eher um den anglo-amerikanischen Markt - und deren Klischees, wie es damals ausgesehen haben, muß sind wahrscheinlich noch dumpfbackener als es schon hiesige Drehbuchschreiber ihrem Publikum weismachen wollen. Kein Wunder, daß Fernsehen als Anästhetikum gilt. Zum Glück wird diese Gruselveranstaltung nicht auch noch ins 5-Stunden-Abendprogramm gehievt. All diese Jahres-Endbetroffen-, Bettel- und Weihnachtssendungen sowie "Galas" reichen ja schon aus, um beim Fernseher mit dem Stromsparen anzufangen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.