Neue Konzepte gescheitert Aus für Deutschen Fernsehpreis

Der Deutsche Fernsehpreis wird endgültig beerdigt. Nach Informationen des SPIEGEL haben die vier ausrichtenden Sender jetzt beschlossen, dass es die TV-Gala nicht mehr geben wird.


Bei einem gemeinsamen Treffen in Köln konnten sich WDR, ZDF, ProSiebenSat.1 und RTL nicht auf ein gemeinsames Konzept einigen und beerdigten die Sendung damit. Die Öffentlich-Rechtlichen hätten zwar auch weiterhin gerne eine Show für das TV-Publikum produziert, doch die Privatsender lehnten ab.

Die in die Jahre gekommene TV-Show, die jedes Jahr etwa zwei Millionen Euro kostete, fand nicht nur bei den Zuschauern immer weniger Anklang, sondern auch bei Stars und Branchengrößen. Im vergangenen Jahr hatten die vier Sender deshalb angekündigt, den Fernsehpreis in dieser Form nicht fortführen zu wollen.

Um guten Willen zu demonstrieren und der Veranstaltung eine letzte Chance zu geben, hatten sie die deutschen TV-Produzenten im Herbst aufgefordert, Ideen für eine Wiederbelebung einzureichen. Schon damals hieß es allerdings aus Kreisen der Sender, die Wahrscheinlichkeit, dass der Preis fortgeführt werde, sei äußert gering.

Offenbar waren elf Produzenten der Aufforderung gefolgt, ein neues Konzept für die Verleihung vorzulegen. Zur Präsentation wurden davon nur eine Handvoll eingeladen. Zwar seien durchaus charmante Ideen dabei gewesen, heißt es bei einem der Stifter, doch keines der Konzepte stieß bei allen vier Sendern auf große Begeisterung. Ab 2016 soll der Fernsehpreis deshalb zu einem reinen Branchenfest schrumpfen, ohne TV-Publikum. Hierfür sollen nun gemeinsame Ideen entwickelt werden.

isa

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insgesamt 4 Beiträge
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ein-berliner 22.01.2015
1. Wenigstens etwas
Eine Selbstbeweihräucherung weniger, Dank an die Privaten. Die. Schon bezahlten Sender werden ein neues Geldverschwendungsprojekt aufmachen. Wetten?
chromakey 23.01.2015
2. schon traurig,
dass die deutschen Medienmacher und ihre Sender nicht eine angemessene Show aufs Parkett bringen können. Klar, der Biedermann-Mief und die meist unlockere Produktion hat auch mich nicht angesprochen, dennoch hatte ich aus Solidarität mit den deutschen Kollegen immer mal reingezappt; um dann gelangweilt wieder auszuschalten. Am Geld kanns eigentlich nicht liegen, 2 M für eine Show geteilt durch die beteiligten Sender ist nicht viel, die Emmy´s in den USA kosten ca. 10 M $ mit einem Package Deal über 4-5 Jahre. Vieleicht kommt durch Amazon und Netflix ein frischerer Wind ins Stadel, was allerdings in Muttis Neuland schon was länger dauern kann.
pefete 23.01.2015
3. Na endlich
Jetzt können sie die Öffentlich Rechtlichen von den Schmuddelkindern trennen. Kein DSDS, kein Dieter Bohlen, keine "Holt mich hier nicht raus, ich bin blöd" usw. die dann Gefahr laufen prämiert zu werden.
stereopath 23.01.2015
4.
Wenn man sieht, welche Filme alleine beim deutschen Filmpreis (LOLA) ausgewählt wurden und welche von dieser bornierten Jury missachtet werden, wäre es nicht schade darum, diese Verleihung auch einzustampfen. Diese Preise richten sich mehr danach, woher die Fördergelder kamen, welcher Sender und welche Kollegen an dem jeweiligen Projekt beteiligt waren, als nach der Qualität der Filme. Je mutiger, desto weniger Chancen haben diese. Man feiert sich selber. Das Publikum ist da längst raus.
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