"Die Säulen der Erde" Ken Follett spielt Gastrolle in Bestsellerverfilmung

Ken Folletts Bestseller "Die Säulen der Erde" wird fürs Fernsehen verfilmt. Der britische Schriftsteller übernimmt in der TV-Produktion sogar höchstpersönlich eine kleine Sprechrolle. Die Figur, die er spielt, gibt es im Roman allerdings gar nicht, sie wurde extra für ihn erfunden.


Hamburg - Ken Follett, 60, habe das Angebot für eine Gastrolle in der Verfilmung seines erfolgreichen Romans "Die Säulen der Erde" begeistert angenommen, teilte Tim Halkin, Mitproduzent des Films und Teilhaber der verantwortlichen Produktionsfirma Tandem Communications ("Die Nibelungen", "Last Impact") auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE mit.

Halkin zufolge spielt Follett einen englischen Händler, der zwischen Frankreich und seinem Heimatland hin- und herreist. Die Figur gebe es nicht im Buch - sie sei extra für den britischen Bestsellerautor erfunden worden. Zu sehen - und hören - sei Follett in einer einzigen Szene, etwa zwei Minuten lang, sagte der Mitproduzent.

Einen Tag lang habe Follett zum Dreh erscheinen müssen, zwei weitere Tage sei er als Gast am Set gewesen, erklärte Halkin.

Die größte Kathedrale der Welt

In Folletts Mittelalter-Saga kommt es nach dem Tod von König Heinrich I. im Jahr 1135 zu kriegerischen Auseinandersetzungen um die Thronfolge. Begleitet von den Machtspielen der Herrschenden kämpfen Prior Philip (im Film gespielt von Matthew Macfadyen) und Tom Builder (Rufus Sewell) - bezeichnenderweise von Beruf Baumeister - für die Errichtung der größten Kathedrale der Welt im fiktiven Ort Kingsbridge.

30 Kilometer von der ungarischen Hauptstadt Budapest entfernt hatte die Produktionsfirma die mittelalterliche Stadt Kingsbridge als Kulisse aufbauen lassen. Follett habe sich vom Nachbau begeistert gezeigt, freute sich "wie ein Kind im Süßigkeitenladen", so Halkin.

"Ich war extrem nervös"

Follett selbst sagte nach Angaben von Tandem Communications über den Dreh: "Ich war extrem nervös, an der Seite von Schauspielerprofis zu spielen, aber nachdem ich Sergios Lächeln gesehen habe, war es möglicherweise nicht so schlecht."

Gemeint ist Sergio Mimica-Gezzan, der Regisseur von "Säulen der Erde". Er hat bei "Schindlers Liste" und "Der Soldat James Ryan" als erster Regieassistent von Steven Spielberg gearbeitet.

Die von Follett erwähnten Profis sind unter anderen Donald Sutherland (als Graf Bartholomäus) und Ian McShane (als Bischof Waleran) - beide Golden-Globe-Gewinner. Außerdem sind die deutschen Darsteller Natalia Wörner und Götz Otto dabei.

Die Romanverfilmung ist ein ehrgeiziges Projekt: Folletts Historiendrama ist ein Bestseller, der weltweit rund vierzehn Millionen Mal verkauft und in 30 Sprachen übersetzt wurde. In Deutschland rangiert "Säulen der Erde" hinter der Bibel und der Tolkien-Trilogie "Herr der Ringe" auf dem dritten Platz der meistgelesenen Bücher. Und: Die Mittelalter-Saga umfasst über 1100 Seiten.

30 bis 40 Millionen Euro soll die deutsch-kanadische Produktion kosten - mitfinanziert von der ProSiebenSat.1 Media AG und dem österreichischen Fernsehsender ORF. Die Verfilmung wird acht Stunden dauern und soll im Herbst 2010 in vier Teilen bei Sat.1 ausgestrahlt werden.

rox/dpa



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